Quoten belegen: Das journalistisch angeblich so einwandfreie TV-Angebot der Öffentlich-Rechtlichen findet vor allem bei Menschen unter 50 wenig Anklang. Warum soll die Allgemeinheit das weiterhin finanzieren?
Früher war alles besser – zumindest aus Sicht von ARD und Co. Wer da am Abend die Informationen des jeweiligen Tages erfahren wollte, ist naturgemäß vor dem Fernseher gelandet. Heute kann man für Informationen online rund um die Uhr News-Portale seiner Wahl aufrufen (und sich dabei auch gleich solche Medien aussuchen, die nicht nur die Regierungslinie nachbeten). Als Publikum bleiben den Öffentlich-Rechtlichen vor allem ältere Menschen, die, ob nun freiwillig oder zwangsweise, ihre alten Fernsehroutinen beibehalten haben.
Quoten zeigen die Altersstruktur des TV-Publikums deutlich: Am gestrigen 12. August etwa sahen laut Daten der AGF knapp 4,1 Millionen Menschen die ARD-Tagesschau. Davon waren 0,72 Millionen Menschen zwischen 14 und 49 Jahre alt. Zur Einordnung: Nach Destatis-Informationen leben in Deutschland rund 35,5 Millionen Menschen zwischen 14 und 49 Jahren.
Der Rundfunk-Kritiker Lutz Olaf hat kürzlich die TV-Quoten der vergangenen Jahre gesichtet und die Daten für das Jahr 2026 auf 100 Mitbürger zwischen 14 und 49 Jahren umgerechnet. Das Ergebnis:
- Sage und schreibe 2 (!) Mitbürger unter 50 Jahren sehen um 20 Uhr die Tagesschau.
- 7 sehen eine andere Primetime-Sendung im TV.
- Die verbliebenen 91 anderen Personen sehen überhaupt kein klassisches TV.
Laut offiziellen TV-Quoten schauen in 2026 von 100 Mitbürgern zwischen 14-49:
— Lutz Olaf (@LutzOlaf) August 11, 2026
… 2 Mitbürger um 20 Uhr die Tagesschau im Ersten/ARD
… 7 Mitbürger ne andere Primetime-TV-Sendung
… 91 Mitbürger abends überhaupt kein TV
Niemand U50 nutzt noch TV. Massenmedium my ass. pic.twitter.com/WPJkOwRvlo
Olafs Fazit: „Niemand U50 nutzt noch TV. Massenmedium my ass.“ Allerdings wird die Allgemeinheit im Falle der Öffentlich-Rechtlichen unverändert dazu gezwungen, das offensichtlich unattraktive Angebot zu bezahlen. Betrachtet man die stetigen Forderungen nach Beitragserhöhungen im Kontext dieser Zahlen, muss man sich wundern. Daran ändern auch fragwürdige Online-Angebote verschiedener ÖRR-Sender nichts, die wahlweise mit minimalen Reichweiten oder beispiellosem Ekel-Content auffallen. Unvergessen sind etwa die Sex-Tipps von „Funk“ oder die Anleitung von „safespace“, sich einen Fleischklopfer ins Rektum einzuführen.
Wer sich an derlei Inhalten erfreut, kann sie selbstverständlich konsumieren und freiwillig finanzieren. Der Allgemeinheit sollte das jedoch nicht aufgebürdet werden.





