Sommerinterview: ORF konfrontierte Grünen-Chefin nicht mit Unwahrheiten zu Hitzepanik

Symbolbild: KI

Leonore Gewessler durfte im aktuellen ORF-Sommergespräch über neue Steuern, weniger Straßenbau und eine „weniger inkonsequente Migrationspolitik“ plaudern – mit ihren erst kürzlich auf den sozialen Medien veröffentlichten, eindeutig falschen Aussagen wurde die Grünen-Chefin aber nicht konfrontiert.

Kaum Nachfragen, keine klaren Vorwürfe: Der ORF bot der Grünen-Chefin in der Nacht auf Dienstag eine recht angenehme Atmosphäre zur Selbstdarstellung (was wohl niemanden in Österreich überraschte).

Ein Thema, das sich eigentlich aufgedrängt hätte, wurde von der ORF-Moderatorin, die offenbar fern jeder Social-Media-Plattform lebt, komplett ignoriert: Gewesslers schrille Panikmache zur aktuellen Hitzewelle. Zwar durfte die Parteichefin zu den sommerlichen Temperaturen wieder einmal einfordern, dass die „Bundesregierung endlich wieder Klimaschutz machen muss“, doch ihre eigenen irritierenden Aussagen vom 22. Juli musste Gewessler nicht erklären: Vor wenigen Wochen postete die Grüne tatsächlich, dass in Österreich in der ersten Augustwoche mehrmals 43 Grad gemessen werden. Mittlerweile ist klar, dass dies einfach nicht der Wahrheit entsprochen hat. Es wurde also von einer österreichischen Politikerin bewusst eine mehr als fragwürdige Langzeit-Prognose eines Web-Wetterdienstes dafür eingesetzt, um Menschen zu ängstigen – und damit Politik zu machen.

Das 43-Grad-Posting der Grünen ist noch immer auf ihrer Instagram-Seite zu sehen, eine Korrektur wurde dazu nicht verfasst. Gewessler schrieb in ihrer Hitze-Panik-Meldung: „Leute, das, was uns da bevorsteht, macht mir wirklich Sorgen. Wenn die Temperaturen deutlich über 40 Grad steigen und an einem Tag sogar gefühlte 49 Grad erreicht werden, dann ist das keine normale Sommerhitze mehr. Das ist eine ernsthafte Gefahr für unsere Gesundheit – besonders für Kinder, ältere Menschen und alle, die im Freien arbeiten oder in aufgeheizten Wohnungen leben. Das fühlt sich an wie eine Sauna. Nur dass wir ihr nicht einfach entkommen können.“ Die Aussage über die „gefühlten 49 Grad“ ist noch immer nicht auf dem Instagram-Account von Gewessler gelöscht.

Schon einmal ritt Leonore Gewessler das „Wir werden alle im Sommer sterben“-Pferd: Im August 2023 ist die damalige Klimaministerin an den Zicksee ins Burgenland gereist, „um sich selbst ein Bild vom ausgetrockneten Zicksee zu machen – ein Zeichen für die Folgen des Klimawandels in der Region“, wie damals verlautbart wurde.

Nur: Durch Änderungen im Wasserrecht 2010 wurde die zulässige Menge an Grundwasser, die von der Gemeinde Zicksee in den See gepumpt werden darf, von 2,1 Millionen Kubikmeter auf 300.000 Kubikmeter pro Jahr verringert. 2011 wurde die erlaubte Menge überschritten, weil der zuständige Pumpwart die Pumpe nicht rechtzeitig abgeschaltet hatte. Daher war für 2012 lediglich die Restmenge 38.000 m³ verblieben, wodurch der Wasserspiegel um einen Meter unter das Vorjahresniveau gesunken war. Eine vollständige Austrocknung über den Sommer wurde befürchtet, ist dann aber knapp nicht eingetreten. Der See wird also deshalb nicht mehr befüllt, weil es der Amtsschimmel und das Wasserrecht so festlegen – der Klimawandel hat damit sehr wenig zu tun.

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