Der Bombenanschlag auf den Oligarchen Vadym Yermolayev (58) in Monaco, wenige Monate zuvor die Ermordung des ukrainischen Ex-Politikers Andrij Portnow (51) in Spanien: Es könnten noch weitere Attentate folgen, warnt nun Kyrylo Schewtschenko, der Ex-Gouverneur der ukrainischen Nationalbank – er lebt als Flüchtling in Wien.
„Beim Zuschauen, wie sich das alles wie eine Szene aus einem Mafia-Thriller entfaltet, erinnere ich mich an die direkten Drohungen, die ich selbst von ukrainischen Sicherheitsdiensten erhalten habe, einschließlich den Warnungen vor einer Entführung“, schreibt Kyrylo Schewtschenko (53), der frühere Präsident der ukrainischen Nationalbank, aktuell auf X. Und der Finanzexperte, der sich schon seit Monaten in Wien vor Killerkommandos aus Kiew verstecken muss, wird noch deutlicher: „Es wird klar, dass das Regime Selenskyjs bereit ist, jedes Mittel gegen seine Gegner einzusetzen.“
My name is Kyrylo Shevchenko. I am the former Governor of the National Bank of Ukraine.
— Kyrylo Shevchenko (@KShevchenkoReal) July 9, 2026
A horrifying assassination attempt on a Ukrainian businessman in Monaco has shocked the world. His companion had both legs blown off in the explosion, while he and his son were hospitalized.… pic.twitter.com/0UgvaxppX2
Schewtschenko stellt zu dem aktuellen Sprengstoffanschlag in Monaco und zu dem Mord an der Bombenlegerin auch wichtige Fragen: „Wie konnte eine von Interpol gesuchte Frau ohne Unterstützung der Sicherheitsdienste wieder in die Ukraine einreisen? Und wie kann eine solch spektakuläre Untersuchung in nur wenigen Tagen abgeschlossen werden?“
Der nun in Wien lebende frühere Nationalbank-Chef der Ukraine ist – wie vermutlich auch andere Ukrainer, die vor der Regierung Selenskyj nach Österreich geflüchtet sind – nach einem Auftragsmord bei Madrid und dem Bombenanschlag in Monaco höchst alarmiert: So wurde der ukrainische Ex-Politiker Andrij Wolodymyrowytsch Portnow (51), der sich jahrelang in Perchtoldsdorf bei Wien versteckt hielt, kurz nach seiner Übersiedelung nach Madrid am 21. Mai 2025 in Pozuelo de Alarcón vor der Privatschule seiner Kinder erschossen. Wenige Tage zuvor sei Portnow noch in Kiew gewesen, um mit Personen aus dem Umfeld des Präsidenten zu sprechen.
Am 29. Juni folgte nun der grausame Anschlag mit einer Splitterbombe auf Vadym Yermolayev (58) in der Rue Révérend Père Louis Frolla im Stadtbezirk La Rousse in Monaco: Der ukrainisch-zypriotische Multimillionär, der kein Freund Selenskyjs ist, wurde schwerst verletzt, seiner Lebensgefährtin wurden bei der Explosion beide Beine abgetrennt, auch der Sohn des Paares (13) erlitt schwere Verletzungen. Die ukrainische Attentäterin konnte trotz weltweiter Interpol-Fahndung ungehindert zurück nach Kiew reisen – dort erschoss sie ein ukrainischer Geheimdienstoffizier. Auch im Fall Yermolayev fand der Anschlag erst dann statt, als der Oligarch Österreich verlassen hatte und in das Fürstentum an der Côte d’Azur übersiedelt war: Vadym Yermolayev leitete bis 2021 sein Firmenimperium von einer Büro-Etage im Palais Eschenbach am Getreidemarkt 14 aus.
Diese Bluttaten beunruhigen nun auch Kyrylo Schewtschenko extrem – er schreibt dazu auf X: „Ich appelliere an die zivilisierte Welt und an Europa: Indem ihr weiterhin die Augen vor dem verschließt, was geschieht, verurteilt ihr andere Ukrainer zu Angst, Verfolgung und – Gott behüte – zur Beseitigung durch Selenskyjs Regime. Dieses Regime hat bereits die psychologische Schwelle des Mordes überschritten. Das kann nicht gut enden, weder für uns noch für euch.“
In seiner Reaktion auf das Bombenattentat in Monaco erwähnt der frühere Gouverneur auch, warum er von der Regierung Selenskyj verfolgt werde: „Ich weigerte mich, die Gelddruckerei zuzulassen, die der Ukraine 2022 geschadet hätte, und ich blockierte ein Sponsoring-Schema, das mit Selenskyjs innerem Kreis verbunden war. Dafür bin ich nun in der Ukraine und Österreich mit einer erfundenen Strafverfolgung konfrontiert.“ Und Schewtschenko hofft darauf, weiterhin in Wien in Sicherheit leben zu können: „Ich bin Österreich dankbar, wo ich mich derzeit aufhalte, dass es mich vor Drohungen ukrainischer Sicherheitsdienste schützt.“





