Angst vor Netzüberlastung: Netzbetreiber schaltete 18.000 Haushalten den Strom ab

Symbolbild: KI

Brownout! Am Sonntagvormittag wurden im niederländischen Tilburg und umliegenden Ortschaften ohne Vorwarnung rund 18.000 Haushalte vom Stromnetz getrennt. Der Netzbetreiber Enexis befürchtete eine Überlastung und schaltete daraufhin ein Umspannwerk ab.

In den Niederlanden kam es am Wochenende zu einem Brownout – einer kontrollierten Abschaltung zur Vermeidung eines großflächigen Blackouts. Der Netzbetreiber Enexis verzeichnete einen plötzlichen Lastanstieg und trennte absichtlich rund 18.000 Haushalte in der Region Tilburg vom Netz. Auch Ampeln fielen aus.

Einer Sprecherin von Enexis zufolge, war es in ihrem Netzgebiet „noch nie zuvor vorgekommen“, dass Haushalten aus diesem Grund der Strom abgestellt wurde. „Eine Überlastung kann zu größeren und lang anhaltenden Stromausfällen führen. Daher schaltet man lieber einen Teil ab, um zu verhindern, dass diese Überlastung zu Schäden [an der Netzinfrastruktur] führt“, so die Begründung. Der Stromausfall dauerte für die Stromkunden etwa eine halbe Stunde.

Die Niederlande produzieren nicht bedarfsdeckend Strom und sind auf Importe angewiesen. Netzbetreiber hatten bereits gewarnt, dass es in Zukunft zu häufigeren Stromausfällen kommen könnte: Steigende Zahlen von E-Autos, Wärmepumpen und Co. in Verbindung mit der Abkehr von den bösen fossilen Brennstoffen fordern ihren Tribut, denn das Stromnetz ist auf diese Veränderungen nicht ausgelegt.

Entsprechend wachsam agiert man bei den Netzbetreibern. Jedoch war die verzeichnete Lastspitze am Wochenende auf einen Messfehler zurückzuführen: Einem Sprecher von Enexis zufolge wurden kurz zuvor Arbeiten im Kraftwerk Tilburg Zuid durchgeführt. „Dabei wurden die Messeinstellungen versehentlich verändert“, erklärte er. „Ein Messgerät an einem Kabel zeigte eine Last an, die fünfmal höher war als die tatsächliche Last.“ Dadurch schien das Netz überlastet zu sein, was aber in Wahrheit gar nicht der Fall war. 

Doch der Netzbetreiber war in Zugzwang: „Wenn das Stromnetz überlastet zu sein scheint, müssen wir schnell eingreifen. Bei einer tatsächlichen Überlastung fließt zu viel Strom durch ein Kabel. Es wird zu heiß und bricht.“ Das kann zu Kurzschlüssen und Bränden führen. Reparaturen von Transformatoren können Monate in Anspruch nehmen.

Doch auch wenn es in Tilburg nur ein Messfehler war: Die Gefahr des überlasteten Netzes ist real. Am Montag mussten in Dieden (bei Oss) ebenfalls fast hundert Haushalte vorübergehend vom Stromnetz getrennt werden. „Das Netz war dort überlastet, und wir befürchten, dass dies häufiger vorkommen wird“, so heißt es in den Medien.

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