Fast 30 Prozent für die Opposition: AfD baut Vorsprung auf die Union weiter aus

Symbolbild: KI

Wollte Friedrich Merz die Alternative für Deutschland (AfD) nicht halbieren? Die AfD setzt ihren Höhenflug in den bundesweiten Umfragen ungebrochen fort. Im aktuellen „Sonntagstrend“ des Instituts INSA liegt die AfD mit 29 Prozent unverändert weiter klar vor der Union (CDU und CSU), die im Vergleich zur Vorwoche auf nur noch 21 Prozent abrutscht. Der Vorsprung beträgt damit acht Prozentpunkte.

Laut der am Wochenende veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Insa für die „Bild am Sonntag“ bleibt die AfD im Vergleich zur Insa-Umfrage vom 27. Juni stabil bei 29 Prozent, während die Union einen weiteren Punkt verliert. Nachdem die SPD einen Punkt zugelegt hat, liegt sie mit nun 13 Punkten gleichauf mit den Grünen. Die Linke kommt auf 10 Prozent. Die FDP liegt bei 4 Prozent, ebenso wie das BSW, das sich um einen Punkt verbessern konnte. Beide Parteien würden den Einzug in den Bundestag verpassen. Sonstige Parteien verlieren einen Punkt und erreichen zusammen noch sechs Prozent.

Der Trend ist nicht neu: Auch andere Institute sehen die AfD seit Wochen deutlich vor der Union. Insgesamt zeigen die jüngsten Erhebungen von INSA, YouGov, Forsa und anderen Instituten ein stabiles Bild: Die AfD steht seit Monaten zwischen 27 und 29 Prozent und ist damit aktuell die mit Abstand stärkste politische Kraft.

Für die Union, die seit der letzten Bundestagswahl mit der SPD regiert, sind die Werte bitter. Unter Kanzler Friedrich Merz kommt die Union in einigen Umfragen auf Tiefstwerte, wie man sie seit vielen Jahren nicht mehr gesehen hat. Die Zufriedenheit mit der schwarz-roten Koalition bröckelt weiter – besonders bei den großen Themen Migration, Wirtschaft und Energie.

In der Politik wird intensiv über den Umgang mit der AfD diskutiert. In einer weiteren INSA-Erhebung sprachen sich mehr Befragte gegen ein Verbot der AfD aus als dafür: 40 Prozent sprachen sich eher dafür aus, 45 Prozent eher dagegen. 15 Prozent machten keine Angabe.

Die sogenannte „Brandmauer“ – also die strikte Ablehnung jeglicher Zusammenarbeit – bleibt zwar bei den etablierten Parteien weitgehend bestehen, in der Bevölkerung finden 42 Prozent es eher richtig, dass Union und SPD eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen. 39 Prozent halten dies eher für falsch. 19 Prozent machten keine Angabe oder waren unentschieden.

Am Wochenende fand in Erfurt der AfD-Bundesparteitag statt. Am Samstag wurden Alice Weidel und Tino Chrupalla für zwei weitere Jahre als Parteivorsitzende im Amt bestätigt. Das kürzlich präsentierte Gutachten der linken Organisation „Gesellschaft für Freiheitsrechte“, das der AfD Verfassungswidrigkeit nachweisen soll, hatte offensichtlich keinen negativen Einfluss auf die aktuellen Umfrageergebnisse. Ebenso hatte das kürzlich beschlossene Reformpaket bisher noch keine positiven Auswirkungen für die Regierungsparteien.

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