Die Wiener Linien beförderten 2025 mehr als 903 Millionen Fahrgäste und werden jährlich mit über einer Milliarde Euro Steuergeld subventioniert. Zur aktuell stattfindenden Pride-Parade haben die Öffi-Betreiber mehrere Stationen umbenannt. Social-Media-User finden die Anschleimerei an die Gay-Szene unnötig.
Von Richard Schmitt
Der Kostendeckungsgrad der Wiener Linien liegt bei nur 63 Prozent, die mangelnde Zuverlässigkeit der U-Bahnen kennt jeder Jahreskartenbesitzer nur allzu gut. Statt sich voll auf pünktliche, zuverlässige und störungsfreie Mobilität zu konzentrieren, nutzt das städtische Unternehmen seine Social-Media-Kanäle zurzeit vor allem für die Bewerbung einer Veranstaltung für Schwule, Lesben und Transpersonen.

Unter dem Motto „We ride with pride!“ benannten die Wiener Linien mehrere Haltestellen um: Spittelau wurde zu „Schwulau“, der Franz-Josefs-Bahnhof zum „Trans-Josefs-Bahnhof“* und die Längenfeldgasse zur „Lesbenfeldgasse“.
Viele Nutzer finden diese Anbiederung an die LGBTQ+-Szene überflüssig. Der langjährige Kanzlerberater Daniel Kosak schrieb auf X: „Mir persönlich würde ausreichen, wenn ein Nahverkehrsunternehmen seine Fahrgäste pünktlich und verlässlich von A nach B bringt. Gesellschaftspolitik können gerne andere übernehmen.“ Einer seiner Follower meinte dazu: „Man muss halt Prioritäten setzen. Wer braucht schon verlässliche U-Bahnen, wenn man solche genialen Witze bekommt.“
Während die Posts bei der queeren Instagram-Community überwiegend gut ankommen, wächst die Kritik an der Prioritätenverschiebung eines mit Steuergeld finanzierten Verkehrsbetriebs.
Übrigens subventioniert die Stadt Wien auch den diesjährigen Schwulen- und Lesben-Umzug am Ring mit 350.000 Euro (das sind 35.000 Euro pro Stunde). Und zusätzlich sorgte die Ankündigung eines Vereins der von SPÖ und NEOS regierten Stadt Wien für Kopfschütteln: Die Vereinsbetreiber versuchen bereits Dreijährige für den Umzug zu begeistern – die Kleinen sollen ihre selbstgebastelten Regenbogen-Fähnchen bei der Homosexuellen-Veranstaltung am Ring schwingen, bei der BDSM-Gruppen in Hundemasken und kaum bekleidete Teilnehmer offen ihre sexuelle Orientierung zur Schau stellen.
