Regenbogen-Fähnchen malen, dann mit „Holli“ zum Ring marschieren und die Pride-Parade mit Transen, halbnackten Menschen in Hundekostümen und im Sado-Maso-Outfit miterleben: Die städtische WIENXTRA-Kinderinfo wirbt im von SPÖ und NEOS regierten Wien explizit für die Teilnahme von Kleinkindern ab drei Jahren an der Schwulen-Parade.
Von Richard Schmitt
Die Aktion „Pride feiern mit Holli“ am Samstag, 13. Juni 2026, sorgt nun bereits für heftige Kritik: Von 10 bis 14.30 Uhr lädt WIENXTRA am Wiener Museumsplatz Familien ein, Regenbogenflaggen zu basteln. Die offizielle Beschreibung lässt keinen Zweifel: „Wenn die Regenbogenparade startet, gehen wir mit Holli gemeinsam zum Ring und schwenken unsere Flaggen und feiern die Vielfalt.“ Das Angebot richtet sich ausdrücklich an Kinder „ab 3 Jahren“ und die ganze Familie – gratis, ohne Anmeldung. Begleitend gibt es Informationsmaterial zu Begriffen wie „Diversität“, „Inklusion“ und „Queer“.
Wiener FPÖ-Politiker wie Leo Lugner und Familiensprecherin Ricarda Berger werfen der SPÖ-geführten Stadtverwaltung vor, Kleinkinder zum „Spielball linker Ideologie“ zu machen. „Dreijährige gehören auf den Spielplatz und nicht in die Pride-Parade“, heißt es in Aussendungen und in einem Facebook-Video. Auch Parteichef Herbert Kickl kommentierte diese Causa: „Pride-Parade für Dreijährige – meinen die das wirklich ernst?“ Die Freiheitlichen sehen darin Frühsexualisierung und ideologische Übergriffigkeit auf Kosten der Steuerzahler. In Zeiten von Rekordverschuldung und harten Sparmaßnahmen bei Sozialem und Bildung sei diese Prioritätensetzung unverständlich.
Die Stadt Wien und WIENXTRA verteidigen das Programm als Beitrag zu Toleranz und Inklusion. Es gehe nicht um eine Sexualisierung, sondern um respektvollen Umgang und die Sichtbarkeit verschiedener Lebensrealitäten. Die Aktion sei altersgerecht, kreativ und freiwillig.
Die 30. Wiener Regenbogenparade blockiert am 13. Juni 2026 die Ringstraße. Vienna Pride beschreibt sie auf der eigenen Homepage als „wichtige politische Demonstration“ für die Rechte von Schwulen und Lesben.
