Der vollmundig angekündigte Tankrabatt in Deutschland ist seit 1. Mai in Kraft, doch Autofahrer profitieren kaum. Der Rabatt wird nur teilweise an die Verbraucher weitergegeben.
Es hatte sich abgezeichnet: Einer ADAC-Analyse nach wird die inzwischen geltende Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter „noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben„.
Nach Angaben des Kartellamts sanken die Preise vom 30. April auf den 1. Mai zwar im bundesweiten Schnitt um knapp 13 Cent; am 2. Mai gingen sie aber prompt wieder nach oben. Am Sonntag lag der Durchschnittspreis für einen Liter Super E10 bei 2,017 Euro und für einen Liter Diesel bei 2,104 Euro.
Und auch jetzt, wo das 1.-Mai-Wochenende vorüber ist, liegen die Spritpreise über 2 Euro: Der Preis für einen Liter Super E10 betrug am Dienstag im Tagesdurchschnitt 2,025 Euro pro Liter; damit reduzierte er sich im Vergleich zur Vorwoche um 7,8 Cent. Die Energiesteuersenkung beträgt aber 16,7 Cent. Der Preis für einen Liter Diesel sank laut ADAC binnen Wochenfrist um 10,5 Cent, am Dienstag lag der Preis pro Liter im Schnitt bei 2,095 Euro.
„Er funktioniert so leidlich„, kommentierte der Bundeskanzler in der ZDF-Sendung „Was nun, Herr Merz?“. Kritischer äußerte man sich in der SPD: „Das kann man sich nicht gefallen lassen“, monierte SPD-Fraktionschef Matthias Miersch in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. Er stellte eine Nachschärfung von Maßnahmen in den Raum. Ob man dann mehr Wirkung erzielt? Fraglich. Die Konzerne berufen sich nämlich einfach auf gestiegene Preise am Markt. Wie viel vom Rabatt man entgegen aller Beteuerungen selbst einsteckt, bleibt intransparent.
Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) schließt eine Verlängerung des Tankrabatts, der aktuell auf zwei Monate befristet ist, nicht aus. „Wir behalten die Lage im Blick und schauen, was erforderlich ist, damit das Tanken für alle bezahlbar bleibt“, sagte er dem RND. Bloß: Das Tanken ist gerade alles andere als bezahlbar. Immerhin erteilt Schnieder bislang einem Tempolimit eine Absage: „Der Staat muss nicht überall die Nanny sein und jedem erklären, was gut und richtig ist.“
