Von wegen „Hitler Rede“ in Mauthausen: Der Veranstalter erzählt die ganze Story

Bild: Alexander Ehrlich

Der bekannte Friedensaktivist und Corona-Maßnahmenkritiker hatte heute zu einer Gedenkveranstaltung nach Mauthausen eingeladen. Etwa 30 Personen folgten seinem Aufruf. Die Veranstaltung hatte nichts mit Corona zu tun sondern sollte, so ehrlich, an die Verbrechen des Nationalsozialismus erinnern. Dazu waren Menschen verschiedener Religionen und Nationalitäten anwesend, die auf der improvisierten Bühne auch Redebeiträge leisteten. Systemmedien und Linksradikale verkehrten laut Ehrlich den Sinn der Veranstaltung ins Gegenteil und behaupteten einen Aufmarsch von Rechtsextremen mit Hitlerreden – den es so nie gegeben hat.

Folgt man der Hofberichterstattung, wären am Freitag, dem 14. Mai 2021 Rechtsextreme an der Holocaust-Gedenkstätte Mauthausen aufmarschiert und hätten die Gedenkfeier des „offiziellen Österreich“ mit Alexander Van der Bellen gestört. Dass schon diese Darstellung – und sei es nur der davon erweckte Eindruck – völlig falsch war, zeigte Ehrlich in seiner improvisierten Presseerklärung um 18.00 Uhr. Veranstaltungsort der Kundgebung war ein Parkplatz an der Schnellstraße nach Mauthausen an der B1. Von einer Gedenkstätte in der Nähe keine Spur – tatsächlich war diese auch kilometerweit entfernt.

Stunden nach Beginn der Veranstaltung soll, so Ehrlich, eine ihm namentlich bekannte Aktivistin aus dem „linken“ Spektrum zwei Minuten aus dem mehrstündigen Livestream geschnitten und via Twitter und andere Kanäle an die Öffentlichkeit gespielt haben. In diesem Ausschnitt ist zu hören, wie ein kurzes Tonbeispiel einer Hitler-Rede über die Lautsprecheranlage vorgespielt wurde – allerdings ohne jeglichen Kontext. Zudem war der Ton der Einspielung so gut wie unverständlich. Darüber hinaus erstattete sie Anzeige. Auf Basis dieser Anzeige brach die zahlenstark anwesende Polizei die Veranstaltung ab. Die Beamten hatten zuvor laut Ehrlich rund zweieinhalb Stunden lang keinen Grund zur Beanstandung der Vorträge und Reden gefunden. Auch nach dem Abbruch der Veranstaltung durfte es weiter gehen, einem anderen Anwesenden wurde genehmigt am selben Ort eine Spontanveranstaltung abzuhalten.

Kontext weggelassen, Worte im Mund verdreht

Perfide an der Anzeige und an der Medienberichterstattung war der Umstand, dass Ehrlich vor und nach Einspielen der Rede genau erklärte, worum es darin ging, nämlich um den nicht zu leugnenden Beweis, dass Hitler selbst Antisemit war, der pauschal „den Juden“ die Schuld an allem Übel in der Welt gab. Die anzeigende linke Dame sowie die nicht recherchierenden und abschreibenden Hofmedien haben dies absichtlich und mutwillig weggelassen, um einen Skandal zu konstruieren, der so nie stattgefunden hat.

Auch die Darstellung des bekannten Aktivisten Dietmar Mühlböck, welche von allen Hofmedien übernommen wurde, ist somit laut Ehrlich als unwahr und unvollständig zurückzuweisen. Mühlböck, der gegenüber Report24 von mehreren Aktivisten als linksradikal bezeichnet wurde, hatte behauptet, dass mit der Einspielung die Opfer von Mauthausen verhöhnt werden sollten. Er selbst schreibt der Report24 Redaktion, dass er den Vorwurf des Linksradikalismus zurückweist und dies als klagbare Rufschädigung ansieht. Laut Wikipedia ist Linksradikalismus wie folgt zu definieren: „Gemeint ist eine Politik, die die Ursachen von Unfreiheit, Ungleichheit, Unterdrückung und Ausbeutung durch eine grundlegende, revolutionäre Veränderung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung beseitigen will.“ Diese Beschreibung möchte Mühlböck nicht für seine Person in Anspruch nehmen.

Wir haben uns entsprechend Mühlböcks Agitation näher angesehen und den Artikel darum ergänzt.

In einem weiteren Posting wirf Mühlböck Ehrlich vor, nicht gehandelt zu haben, weil eine israelische Flagge entfernt wurde. Auch dieser Vorwurf verdreht auf besonders perfide, rufschädigende Weise die Wahrheit. Tatsächlich benötigte ein junger Israeli die Fahne, der nebeneinander mit einer jungen Palästinenserin auf der Bühne auftrat und mit ihr gemeinsam für den Frieden eintrat. Dass Juden und Palästinenser gemeinsam auf einer Demo für den Frieden sprechen ist eigentlich eine Sensation – die manchen Eiferern in ihrem Hass auf Andersdenkende nicht zu schmecken scheint. Mühlböck hat bislang unseres Wissens keine Bemühungen unternommen, seine verzerrenden Darstellungen richtigzustellen oder sich bei Ehrlich für den angerichteten, großen Schaden zu entschuldigen.

Aktion verspricht ein juristisches Nachspiel

Was Klagen betrifft: Ehrlich hat angekündigt, die Dame, die ihn angezeigt hat, im Gegenzug unter anderem wegen Rufschädigung anzeigen. Auch oben erwähnter Aktivist müsse wegen Verstößen gegen das Urheberrecht und besonders böswillige Rufschädigung mit Anwaltspost rechnen.

Ehrlich muss sich aber auch die Kritik gefallen lassen, dass die Reaktionen der Systemmedien und aller Nutznießer des oft nur geheuchelten Gedenkens vorherzusehen waren. Die Aktion war fraglos als Provokation angelegt – und hier fragen sich einige Kritiker, ob das der Sache weiterhilft und wirklich nötig war. Letztendlich ist nicht zu erwarten, dass auch nur ein etabliertes Medium seine ursprüngliche Berichterstattung richtigstellen wird. Als Friedens- oder Corona-Aktivist bleiben dann nur die Alternativmedien, die zwar immer mehr an Reichweite gewinnen aber speziell von jenen, die man wirklich mit der Wahrheit erreichen möchte, zu wenig gelesen werden.

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