Windpark Sandl: Umweltanwaltschaft zerlegt UVP-Unterlagen – jetzt zählt jede Unterschrift!

Symbolbild: KI

Im oberösterreichischen Mühlviertel droht ein gigantischer Windpark mitten in einem der wertvollsten, unberührten Naturgebiete Mitteleuropas. Doch die Einreichunterlagen des Betreibers sind laut OÖ Umweltanwaltschaft fachlich katastrophal: unlesbare Karten, ausgeblendete Daten, ignorierte Schutzgebiete. Jetzt läuft die sechswöchige Auflagefrist und die Bürgerinitiative Sandl ruft die Bevölkerung zur Unterschriftenaktion auf. Jede Stimme zählt.

Ein Gastkommentar von Markus Walzer

Was sich derzeit rund um den geplanten „Windpark Sandl“ abspielt, ist ein Lehrstück darüber, wie Behörden und Projektwerber die Bürger an der Nase herumführen. Am 6. Mai 2026 wurde der Antrag der Windenergie Sandl GmbH & Co KG für die Genehmigung nach dem UVP-G 2000 öffentlich kundgemacht – und damit die Frist eröffnet, in der noch Einwendungen möglich sind. Doch ein Blick in die Unterlagen offenbart Erschütterndes.

Umweltanwalt redet Klartext: Nicht UVP-tauglich

Der Oö. Umweltanwalt Dipl.-Ing. Dr. Martin Donat lässt in einer aktuellen Presseaussendung kein gutes Haar an den eingereichten Dokumenten. Sein Urteil zum Fachbeitrag zu Fauna, Flora und Biologischer Vielfalt fällt vernichtend aus: fachlich unzureichend und nicht UVP-tauglich. Die Mängelliste ist lang und liest sich wie ein Pflichtenheft, das jemand absichtlich ignoriert hat. Die Karten? Unscharf, viel zu klein, im Detail nicht lesbar. Thematische Schutzgüterkarten? Fehlanzeige. Die Maßnahmenplanung? Laut Donat „äußerst oberflächlich“ – eine fachliche Beurteilung der Wirksamkeit sei auf dieser Basis schlicht nicht möglich. Das, was hier eingereicht wurde, entspreche „keinesfalls dem Standard in UVP-Verfahren“. Besonders brisant: Die Erhebungen seien „unvollständig, fehlerhaft und methodisch nicht nachvollziehbar“. Öffentlich zugängliche Daten, seit Jahren bekannte ornithologische Erhebungen aus dem Jahr 2025 wurde einfach ausgeblendet. Wer so arbeitet, muss sich die Frage gefallen lassen: Soll hier mit aller Gewalt durchgewinkt werden, was eigentlich keine Chance hätte? Übersetzt heißt das: Das Verfahren ist von Anfang an schiefgelaufen, auf Kosten der Natur und der Bürger der Region.

Jetzt schlägt die Stunde der Bürger: 200 Unterschriften für die Parteistellung

Doch die Menschen in der Region lassen sich nicht für dumm verkaufen. Die Bürgerinitiative Sandl ruft jetzt zur entscheidenden Aktion auf: Mit der Kundmachung vom 6. Mai 2026 hat die sechswöchige Auflagefrist begonnen. Genau jetzt entscheidet sich, ob die Bürger im Verfahren mitreden dürfen – oder ob sie zuschauen müssen, wie über ihre Köpfe hinweg entschieden wird. Dafür braucht die Initiative mindestens 200 Unterschriften. Dann – und nur dann – erlangt sie die offizielle Parteistellung im UVP-Verfahren und kann die Interessen der Bevölkerung wirksam vertreten.

So kann man mitmachen:

Unterschreiben dürfen alle Bürger ab 16 Jahren mit Hauptwohnsitz in einer der folgenden Gemeinden: Sandl, Liebenau, Weitersfelden, St. Oswald, Lasberg, Windhaag, Grünbach, Freistadt, Waldburg, Rainbach, Reichenthal, Bad Großpertholz und Leopoldschlag. Die Unterstützungserklärung gibt es auf buergerinitiative-sandl.at zum Herunterladen. Ausdrucken, unterschreiben. Wichtig: Das Original muss vorliegen, ein Foto oder Scan ist rechtlich ungültig! Dann bitte entweder in einen der Sammelbriefkästen in Sandl, Windhaag, Freistadt, St. Oswald oder Bad Großpertholz werfen oder per Post an Dr. Manfred Schmitzberger, Graben 5, 4251 Sandl, schicken.

Um alle Fristen einhalten zu können, sollten alle Unterstützungserklärungen bis zum 06. Juni 2026 bei der Bürgerinitiative einlangen.

Wer die Heimat liebt, die Wälder, die Vögel, die einzigartige Mühlviertler Landschaft, der greift jetzt zum Stift. Es geht nicht um irgendwelche abstrakten Paragraphen.

Es geht darum, ob am Ende eine Handvoll Konzernvertreter dauerhaft den Lebensraum abertausender Menschen und unzähliger Tiere verändern dürfen. Oder ob die Bürger zeigen: Wir lassen uns das nicht gefallen. Jede Unterschrift zählt. Jetzt.

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