Mitten im Gottesdienst zersplitterten plötzlich die Fensterscheiben der Heilig-Geist-Kirche in Hanau (Hessen). Stahlkugeln schlugen ein, Glassplitter flogen durch den Raum. Glücklicherweise wurde niemand ernsthaft verletzt. Die Polizei ermittelt – allerdings nur wegen Sachbeschädigung. Was wäre wohl geschehen, hätten die Kugeln eine Moschee getroffen?
Am Sonntagvormittag (18.05.2026) haben Unbekannte während eines katholischen Gottesdienstes mit rund 200 Besuchern die Kirchenfenster mit Stahlkugeln beschossen.
Die Täter haben offenbar bewusst einen Moment gewählt, in dem die Kirche voll besetzt war. Ob mit einer Zwille oder einer Softairwaffe – die Projektile durchschlugen die Scheiben und landeten teilweise im Innenraum. Für die Anwesenden muss es ein Schockmoment gewesen sein: plötzliches Klirren, herumfliegendes Glas, Angst um die eigene Sicherheit an einem Ort, der als Zuflucht gilt.
Die Einsatzkräfte fanden Einschusslöcher in mehreren Fenstern – und sowohl außen als auch innen silberne Stahlkugeln mit einem Durchmesser von etwa fünf Millimetern, teils bereits verrostet. Auch weiße Plastikkügelchen mit einem Durchmesser von rund drei Millimetern wurden gefunden.
Ein Besucher gab an, von Splittern getroffen worden zu sein, aber nach aktuellen Erkenntnissen wurde niemand ernsthaft verletzt. Der Schaden wird auf etwa 5.000 Euro geschätzt.
Die offizielle Bewertung lautet bisher: kein religiöser Hintergrund erkennbar, daher „nur“ Sachbeschädigung. Es stellt sich die Frage: Würde dieselbe Tat gegen eine Moschee ähnlich nüchtern eingeordnet werden? Würde man dort ebenfalls schnell betonen, dass keine Anhaltspunkte für einen religiösen Hintergrund vorlägen, solange die Täter nicht gefasst sind?
Kirchen werden in letzter Zeit immer öfter zum Ziel von Vandalismus, Brandstiftungen oder Störaktionen. Meistens heißt es dann schnell: „Keine konkreten Hinweise auf Hasskriminalität.“
Bei vergleichbaren Vorfällen an Moscheen sieht die Sache dagegen ganz anders aus: Da kommen sofort Solidaritätsbekundungen und die automatische Entrüstung wegen „Islamfeindlichkeit“.
In einer Zeit, in der Religionsfreiheit vermeintlich besonders hochgehalten wird, ist es schon auffällig, wie schnell man so einen Vorfall auf Sachbeschädigung reduziert. Das sieht nach besorgniserregender Gleichgültigkeit gegenüber Kirchen und den Menschen aus, die dort hingehen…
