Posse um 3G-Pflicht bei Feuerwehreinsätzen in Oberösterreich

Symbolbild: freepik / vichie81

Stellen Sie sich vor, es brennt. Doch in der Feuerwehrzentrale müssen erst alle eintreffenden Feuerwehrleute auf ihre 3G-Bescheinigungen überprüft werden. Wer keinen hat, macht noch „schnell“ einen Test. Nach einer halben Stunde geht es los, es bleibt genug Zeit die schwelenden Überreste mit Löschwasser zu kühlen. Ein Scherz? Die 3G-Pflicht bei Feuerwehreinsätzen in Oberösterreich wurde erst aus den Einsatzbefehlen gestrichen, als Report24 vehement nachfragte, wie solche Regeln eigentlich in der Praxis funktionieren sollen.

Wir konfrontierten die Verantwortlichen mit der Aussage des Feuerwehr-Ortskommandanten, der sich an Report24 gewandt hatte. Er hatte angegeben, dass er von der Zentrale schriftlich darüber informiert wurde, dass in Hinkunft bei Einsätzen die 3G-Regel einzuhalten wäre. Die 3G-Regel besagt, dass man seinen Test-, Genesenen- oder Impfstatus nachweisen muss. Seine Mannschaft habe die Nachricht außerordentlich negativ aufgenommen, viele der Ehrenamtlichen sprachen vom Aufhören. Damit wäre die Sicherheit der betroffenen Ortschaften im Not- und Brandfall nicht mehr zu gewährleisten gewesen.

Feuerwehrkommando dementierte zunächst

Zunächst erhielten wir sehr zeitnahe nachfolgende Antwort:

Diese Information entbehrt leider jeglicher Grundlage.

Die Anweisung des Oö. LFV zum Thema COVID-19 find sie auf https://www.ooelfv.at/aktuelles/news/beitrag/corona-virus-alle-massnahmen-informationen-und-dokumente-des-ooe-lfv-auf-einen-blick/ In der Ampelschaltung des Oö. LFV ist u.a. auch der Einsatzdienst klar und eindeutig geregelt und keinesfalls an eine 3-G-Regel gebunden. Wir verweisen je nach Ampelschaltung der Bundesregierung auf die Verwendung von FFP2-Masken bzw. auf besondere Einsatzabläufe.

Um weitere Falschmeldungen zu verhindern und die betreffende Feuerwehr informieren zu können, darf ich sie ersuchen uns den Namen der von ihnen angeführten Ortsfeuerwehr zu nennen.

Allerdings zeigte sich auf ebendieser Homepage ein gänzlich anderes Bild. Hier stand in dicken roten Buchstaben an erster Stelle aller Vorschriften und Befehle: Die 3G-Regel ist im gesamten Feuerwehrdienst einzuhalten!

Wir waren einigermaßen überrascht über die Aussage des Oberösterreichischen Landes-Feuerwehrverbandes und bohrten nochmals nach. Und nein, selbstverständlich schützen wir immer unsere Quellen und haben nicht näher definiert, woher wir die Information hatten.

Wir stellten konkret folgende Fragen:

Die Frage ist, ob eine 3G-Regel im Notfall außer durch eine Impfung überhaupt machbar wäre. Haben Sie im Brandfall Zeit für eine Kontrolle aller eingesetzten Männer? Werden zu jedem Zeitpunkt ungeimpfte Personen einen Test vorweisen können? Was, wenn jemand seine Testpapiere nicht mit hat? Sind Sie sicher, dass der Schutz der Bevölkerung unter diesen Bedingungen noch gewährleistet ist?

Feuerwehrkommando rudert zurück

Es dürfte sich im vorliegenden Fall offensichtlich um ein Missverständnis im Wording handeln. Mit der Bezeichnung „Feuerwehrdienst“ titulierten wir in diesem Zusammenhang die Aufgaben der Feuerwehren über den Einsatzdienst hinaus, wie etwa Übungen, Ausbildung usw.

Zur Klarstellung haben wir in der aktuellen Anweisung nun explizit darauf hingewiesen, dass die Anwendung der 3-G-Regel beim Einsatzdienst ausgenommen ist.

Wir möchten insgesamt noch einmal darauf verweisen, dass es zu keiner Zeit der COVID-Pandemie für die oö. Feuerwehren IM EINSATZDIENST eine Anweisung zur Anwendung der 3-G-Regel gegeben hat.

Wir hoffen, die Sachlage nun entsprechend verständlich dargestellt zu haben

Die neue Version des Dokumentes, wie es bis heute auf den Servern des Feuerwehrkommandos für Oberösterreich nachlesbar ist, lautet nun folgendermaßen:

Was ist wichtiger: Hysterie oder Brand- und Katastrophenschutz?

Es bleibt zu hoffen, dass die vielen freiwilligen Feuerwehrleute, deren ehrenamtlicher Einsatz Teil der Kultur unseres Landes ist, mit dieser Regelung nun leben können. Sollten wegen einer Überinterpretation der Verordnungen der Bundesregierungen viele Feuerwehrleute ihre Arbeit niederlegen, werden die Verantwortlichen vielleicht feststellen, dass Häuser auch während der Pandemie abbrennen. Dann wird man sich vielleicht überlegen müssen, ob Hysterie wegen einer Krankheit mit 0,15% Mortalitätsrate unter Infizierten – oder doch der Brandschutz wichtiger ist. Die betroffenen Ortsfeuerwehren möchten ihre Kritik jedenfalls nicht offen äußern. Sie haben nicht nur Angst, dass ihnen die Freiwilligen davonlaufen sondern auch, dass man sie bei den nächsten Finanzierungsrunden einfach übergeht. Das zeigt, dass in der Kommunikationskultur wohl einiges im Argen liegt und Offenheit und Vertrauen in die Führung nicht überall so funktioniert, wie es in diesem heiklen Bereich eigentlich der Fall sein sollte.


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