Die anhaltenden Spannungen in Sachen Iran sorgen weiterhin für teures Erdöl. Inzwischen hat die wichtige Nordsee-Sorte Brent die Marke von stolzen 125 Dollar pro Fass durchbrochen. Die Angst vor einem anhaltenden Lieferkollaps treibt die Preise in neue Höhen.
Während die Öl- und Spritpreise in die Höhe schießen, herrscht auf der geopolitischen Bühne weiterhin Chaos. Berichten zufolge will die US-Regierung unter Donald Trump die Seeblockade gegen iranische Häfen nun noch einmal massiv verschärfen. Das Ziel ist es, Teheran den wirtschaftlichen Hahn komplett abzudrehen. Die Mullahs schlagen zurück und diktieren willkürlich, wer durch die Straße von Hormus fahren darf und wer nicht.
The price of Brent crude oil surged past $125 a barrel early Thursday as stalled US-Iran talks raised doubts over the reopening of the Strait of Hormuz and a permanent end to… https://t.co/EvGrMmn3DV
— Newser (@Newser) April 30, 2026
Für die US-Regierung sind die hohen Spritpreise jedoch problematisch, zumal im Spätherbst die wichtigen Zwischenwahlen anstehen. Doch jeder weitere Tag ohne eine Lösung des Konflikts verschärft die Gesamtlage in Sachen Energieversorgung und Energiepreise. Mehr noch würde selbst eine baldige Einigung mit Teheran nur bedingt für eine Entlastung sorgen, da die Lieferketten bereits massiv gestört sind.
Der Ölpreis wird durch das andauernde geopolitische Risiko und die künstliche Verknappung auf Jahre hinaus strukturell höher bleiben. Analysten rechnen mit Dauer-Aufschlägen von 10 bis 20 Dollar über dem Vorkrisenniveau. Und auch beim LNG-Markt sieht es noch auf längere Zeit nicht nach einer Entlastung aus. Denn das Gas aus Russland wird vom Westen sanktioniert und Katar kämpft mit Kriegsschäden und der Schließung der Straße von Hormus.
📉 ASIA — The dollar shortage arrives before any ceasefire does.
— perceptiondaily (@perceptiondaily) April 30, 2026
📌 LOOK CLOSER: At $120 Brent, import-dependent Asian economies — Pakistan, Bangladesh, Sri Lanka — face simultaneous fuel bill inflation and currency collapse, compressing their ability to buy oil at any price.… pic.twitter.com/RdGj0oxSND
Da ein baldiges Ende des Iran-Konflikts noch länger nicht absehbar ist und sich die Engpässe ausweiten werden, sind weitere Preissteigerungen sehr wahrscheinlich. Denn irgendwann reichen die Reserven und die Produktionssteigerungen in anderen Ländern nicht mehr aus, um den anhaltend hohen Bedarf zu decken. Werden wir also in diesem Jahr vielleicht noch die Marke von 130 oder gar 140 Dollar pro Fass fallen sehen? Für die Währungen in den importabhängigen asiatischen Ländern ist die aktuelle Preisentwicklung schon jetzt nicht gut. Von Pakistan über Bangladesch und Ski Lanka bis hin zu den Philippinen wächst der Druck und die Wechselkurse zum US-Dollar fallen.
