Nach teurem Babler-Film jetzt fast 5 Mio Steuergeld für filmisches Kreisky-Denkmal

Kontroverse um Kosten für Kreisky-Film (C) Report24 KI

Millionenteures Kino-Comeback des roten „Sonnenkönigs“: Die Macher des Streifens „Bruno – der junge Kreisky“ räumten 4,69 Millionen Euro Steuergeld für ihre Produktion ab. Die FPÖ sieht das als „sozialistische Propaganda“ an, die alle Österreicher zwangsweise bezahlen müssen.

Von Richard Schmitt

Schon im Vorfeld der Präsentation des Filmes „Wahlkampf“ über den nunmehrigen Vizekanzler und Medienminister Andreas Babler (SPÖ) setzte es im März dieses Jahres massive Kritik an der Höhe der Subvention für diesen Streifen: 528.000 Euro an öffentlichen Geldern wurden für die filmische Erhöhung des SPÖ-Chefs überwiesen, der in den aktuellen Umfragen auf acht Prozent bei der Kanzlerfrage kommt und innerparteilich angezählt ist.

Bei der Verfilmung der jungen Jahre des jungen Ex-SPÖ-Chefs und Langzeit-Kanzlers Bruno Kreisky (1970 bis 1983 Kanzler, 1990 verstorben) ging nun noch wesentlich mehr: Das Österreichische Filminstitut (ÖFI) zahlte an das Produktionsteam an Herstellungsförderung über das Filminstitut eine Million Euro, dazu noch als Herstellungsförderung 2.244.900 Euro, zusätzlich flossen noch vom ORF – also auch aus Zwangsgebühren – 750.000 Euro sowie noch 700.000 vom Filmfonds der Stadt Wien. Die Gesamtsumme: 4.694.900 Euro.

„Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Selbstverständlichkeit hier Millionenbeträge aus öffentlichen Töpfen in Projekte fließen, die am Ende vor allem der politischen Selbstinszenierung der SPÖ dienen“, kommentiert FPÖ-Kultursprecher Wendelin Mölzer die Subventionsvergabe. Und der Nationalratsabgeordnete kritisiert dazu: „Es kann nicht sein, dass der österreichische Steuerzahler für Filme zur Kasse gebeten wird, die am Ende offenkundig der politischen Selbstinszenierung der SPÖ dienen. Wenn die Sozialdemokratie ihre historischen Ikonen oder aktuelle Parteiprojekte filmisch verherrlichen will, dann soll sie das aus eigenen Parteimitteln finanzieren – aber sicher nicht mit Millionen aus ORF-Gebühren und staatlicher Filmförderung.“

Der FPÖ-Kultursprecher kündigte nun eine umfassende parlamentarische Anfrage an den zuständigen SPÖ-Kulturminister Andreas Babler an. Dabei wolle man insbesondere klären, nach welchen Kriterien die Förderungen vergeben wurden, welche Gremien in die Entscheidungen eingebunden waren und weshalb Projekte mit offensichtlicher Nähe zur SPÖ immer wieder mit hohen Summen unterstützt würden.

Ob der Kreisky-Film überhaupt ein größeres Interesse beim Publikum auslösen werde, sei außerdem abzuwarten – in den österreichischen Kinos sahen den SPÖ-Lobhudelei-Film „Wahlkampf“ von Harald Friedl über Andreas Babler nach den ersten Tagen nach Kinostart nur 900 Besucher. Bei einer Fördersumme von 553.000 Euro macht das eine Subvention von 614 Euro pro Kinokarte.

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