Massengräber für Tausende Soldaten: US-Armee bereitet sich auf Blutbad vor

(C) Report24/KI

Die US-Armee übt wieder das Ausheben von Massengräbern. Bis zu 2.400 gefallene Soldaten sollen entsprechend ausgerüstete Pioniere innerhalb eines Tages begraben können. In einem früheren Militärplanspiel wurden innerhalb von nur neun Tagen mehr als 10.000 Tote und 56.000 Verwundete gezählt. Auf solche Blutbäder bereiten sich die amerikanischen Streitkräfte vor. Zwei Jahre nach der Veröffentlichung dieser Verlustzahlen wird nun geübt, wie man mit den Leichen fertigwerden könnte.

Am 20. und 21. Oktober rückten auf dem Militärgelände von Fort Bragg in North Carolina schwere Planierraupen an. Die Soldaten sollten üben, wie man Tausende gefallene Kameraden möglichst schnell in provisorischen Gräbern bestattet. „Operation Dragon Covenant“ nennt die US-Armee diese makabre Übung. Die Berechnungen ergaben, dass eine Pioniereinheit mit acht Planierraupen und vier weiteren schweren Baumaschinen bei ununterbrochenem Einsatz innerhalb von 24 Stunden Grabstätten für bis zu 2.400 Tote ausheben und wieder zuschütten könnte. Für einen Graben mit zwanzig Leichen benötigten die Soldaten durchschnittlich 75 Minuten. Seit dem Koreakrieg in den 1950er-Jahren waren solche großangelegten Notbestattungen für die Amerikaner nicht mehr erforderlich. Nun wird wieder dafür trainiert. Man rechnet offenbar mit Kriegen, bei denen die eigenen Gefallenen nicht mehr wie gewohnt rasch in die Heimat ausgeflogen werden können.

Militärsimulationen für Mega-Verluste

Dass die US-Armee solche Verlustzahlen durchaus für möglich hält, geht bereits aus einem offiziellen Dokument vom August 2024 hervor. Das „Center for Army Lessons Learned“ veröffentlichte damals die Ergebnisse der Militärsimulation „Warfighter Exercise 23-4“. Während der neun durchgespielten Kriegstage kamen insgesamt 10.264 amerikanische Soldaten ums Leben, weitere 56.421 wurden verwundet. Fast 67.000 Tote und Verwundete in neun Tagen! Und die Autoren schreiben ausdrücklich, dass bei einem tatsächlichen Großkrieg ähnliche oder sogar höhere Verluste zu erwarten seien. Bereits am zweiten Tag des Planspiels wäre das bestehende System zur Benachrichtigung der Angehörigen völlig überfordert gewesen. Selbst wenn nur ein Zehntel der simulierten Todesfälle eintreten würde, kämen die zuständigen Stellen mit ihren bisherigen Abläufen nicht mehr hinterher. Tausende Familien müssten innerhalb weniger Tage erfahren, dass ihre Söhne, Ehemänner oder Väter gefallen sind. Die Frage, wie man all diese Todesnachrichten überbringen soll, beschäftigt die US-Armee also ebenso wie jene, wohin mit den Leichen.

Solche Zahlen sollte man sich bei den Debatten über die nächste militärische Konfrontation mit Russland oder China einmal genauer ansehen. Die USA konnten ihre Kriege im Irak und in Afghanistan über weite Strecken aus einer Position militärischer Überlegenheit führen. Gegen eine andere Großmacht wäre das erheblich schwieriger. Da könnten amerikanische Flugplätze zerstört, Nachschubwege abgeschnitten und ganze Verbände aufgerieben werden. Dazu kommt die Gefahr einer nuklearen Eskalation. Trotzdem wird in der westlichen Politik immer wieder über militärische Stärke, Abschreckung und die Bereitschaft zur direkten Konfrontation gesprochen. Dass ein solcher Krieg Zehntausenden amerikanischen Soldaten – und wohl auch unzähligen Zivilisten – das Leben kosten könnte, steht dagegen selten im Mittelpunkt der öffentlichen Debatten. Die eigenen Militärdokumente geben dabei durchaus Anlass, den Kriegsparolen etwas weniger Begeisterung entgegenzubringen. Die Generäle haben jedenfalls schon ausgerechnet, wie viele ihrer Leute bei einem solchen Blutbad sterben könnten.

Vorsichtig vergraben

In North Carolina ging man unterdessen noch einen Schritt weiter. Mit künstlichen Skeletten und verschlossenen Wasserbehältern wurde untersucht, wie man die Gräber zuschütten kann, ohne die sterblichen Überreste zu zerquetschen. Schließlich sollen die Gefallenen irgendwann wieder ausgegraben, identifiziert und in die Vereinigten Staaten überführt werden. Auch rund 130 Angehörige des Militärseelsorgedienstes nahmen an der Übung teil. Bei Tausenden Toten wären individuelle Trauerzeremonien kaum noch möglich. Deshalb wurden ganze Begräbnisfelder vorab gesegnet. Selbst die körperliche und psychische Belastung der Geistlichen wurde untersucht. Nach vier bis sechs Stunden könnten diese bereits erschöpft sein. Also muss auch für ausreichend Ersatzpersonal gesorgt werden. Die Bagger sollen schließlich rund um die Uhr weiterarbeiten können. Für die gefallenen Soldaten bleibt dann eben keine Zeit mehr für eine eigene Abschiedszeremonie.

Die Soldaten, die solche Übungen durchführen, erfüllen ihre Pflicht. Sie sollen dafür sorgen, dass gefallene Kameraden nicht irgendwo auf dem Schlachtfeld verwesen, sondern später identifiziert und ihren Familien übergeben werden können. Doch weshalb muss sich die größte Militärmacht der Welt überhaupt wieder mit Massengräbern solchen Ausmaßes beschäftigen? Die amerikanischen Planer halten offenbar einen Krieg mit verheerenden eigenen Verlusten für eine ernstzunehmende Möglichkeit. Und das, obwohl ein direkter Krieg zwischen Atommächten jederzeit außer Kontrolle geraten könnte. Von den möglichen Opfern unter der Zivilbevölkerung ganz zu schweigen. Ein paar Tausend tote Soldaten lassen sich in einem Planspiel problemlos verbuchen. Für die Familien, die ihre Angehörigen verlieren, ist damit allerdings wenig gewonnen. Und die Politiker, die über solche Kriege entscheiden, müssen die Gefallenen anschließend nicht persönlich aus den Gräben holen.

Vorbereitungen auf einen großen Krieg?

Die Vorbereitungen gehen jedenfalls weiter. Laut „Army Times“ sollen die Ergebnisse von „Dragon Covenant“ in die militärischen Vorschriften einfließen. Bereits im Frühjahr 2027 steht die nächste Übung an. Dann sollen die Pioniere auch nachts mit Nachtsichtgeräten trainieren, wie man die Toten begräbt. Die Armee will sicherstellen, dass selbst bei völliger Dunkelheit weitergearbeitet werden kann. Bei einem großen Krieg könnten schließlich auch nachts Tausende neue Leichen anfallen.

So sehen jedenfalls die Planspiele des Pentagons aus. Am Ende sind die Soldaten für die verantwortlichen Politiker und Generäle auch nur Menschenmaterial. Diplomatie ist offensichtlich nebensächlich. Doch für ein Land, das noch vor wenigen Jahrzehnten – nämlich während des Vietnam-Krieges – den Rückzug beschlossen hat, weil man zu viele Särge von gefallenen Soldaten nach Hause schicken musste, ist dies jedenfalls eine interessante Entwicklung.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: