Kriegsmüde? Washington drängt Kiew heimlich zu Friedensverhandlungen mit Moskau

Symbolbild Verhandlungstisch Russland / Ukraine via freepik / doomu

Ein jahrelanger Krieg in der Ukraine scheint angesichts der negativen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nicht mehr im Interesse der Amerikaner zu sein. Washington scheint langsam eine Verhandlungslösung zu bevorzugen.

Bislang haben Washington, London & Co Kiew stets dazu gedrängt, eine harte und unnachgiebige Haltung gegenüber Moskau einzunehmen. Stetig gab es nur Maximalforderungen und keinen Raum für Verhandlungen. Dies scheint sich nun sukzessive zu ändern. Denn nicht nur die Republikaner kritisieren die Lieferung von Unmengen an Kriegsgerät und die ausufernde Finanzhilfe für die Ukraine, sondern zunehmend auch der linke Parteiflügel der Demokraten.

Die US-Regierung scheint laut der “Washington Post” offensichtlich zu versuchen, den Vorstoß nicht als Kompromiss zu werten, sondern als “kalkulierten Versuch, sicherzustellen, dass die Ukraine in den Augen ihrer internationalen Unterstützer eine moralische Überlegenheit bewahrt”, um zu gewährleisten, dass die Regierung in Kiew die Unterstützung anderer Nationen erhält. Dies liegt wohl auch daran, dass die Inflation mittlerweile bedrohliche Höhen erreicht und die Menschen unzufrieden werden. Dem durchschnittlichen Bürger ist es egal, ob die Ukraine gewinnt oder verliert, wenn er sich das alltägliche Leben nicht mehr leisten kann.

Diese Kriegs- und Ukrainemüdigkeit, macht sich zusehends überall bemerkbar. So berichtet die Zeitung weiter:

“Die Ukraine-Müdigkeit ist für einige unserer Partner ein echtes Problem”, sagte ein US-Beamter, der, wie andere für diesen Bericht befragte Personen, unter der Bedingung der Anonymität sprach, um die sensiblen Gespräche zwischen Washington und Kiew nicht zu gefährden.”

Denn nicht nur in den Vereinigten Staaten und in Europa wird es kritisch, sondern überall auf der Welt. Die Menschen und auch die Regierungen straucheln wegen der stark steigenden Preise für Treibstoff und Lebensmittel. Da könnte sich das Motto “Hauptsache, es ist Frieden” über kurz oder lang durchsetzen.

US-Vertreter, die in dem Bericht der “Washington Post” zitiert werden, sagen, dass der Einbruch eines harten Winters und die Tatsache, dass die Ukraine aufgrund russischer Angriffe auf das Stromnetz bereits mit umfangreichen Stromausfällen konfrontiert ist, Selenskyj wahrscheinlich zu Gesprächen über einen Waffenstillstand bewegen wird. Die US-amerikanischen Politiker glauben, dass Kiew “versucht, so viele militärische Erfolge wie möglich zu erringen, bevor der Winter einbricht, wenn es ein Zeitfenster für die Diplomatie geben könnte”.

Allerdings stellt sich die Frage, ob die Hardliner in Kiew und Washington mögliche Verhandlungen sabotieren werden. An Kriegsfalken, die den Konflikt möglichst in die Länge ziehen wollen, mangelt es nämlich nicht. Und das, obwohl die negativen Auswirkungen immer stärker zu spüren sind.

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