Hanta-Wahn: Mann hat Durchfall und Fieber – britisches Militär rückt mit Fallschirmjägern an

Symbolbild: KI

Ein ehemaliger Passagier der „MV Hondius“ meldete Durchfall und Fieber – und löste damit einen historischen Militäreinsatz aus. Die britische Armee schickte prompt ein Spezialteam los, um seine Versorgung mit medizinischen Hilfsgütern zu sichern. Der Mann ist ein Hanta-Verdachtsfall – und lebt auf der abgelegenen britischen Insel Tristan da Cunha.

Fast 7.000 Kilometer legte das A400M-Transportflugzeug der Royal Air Force, für einen Tankvorgang begleitet von einer Voyager-Maschine, zurück, um die kleine Insel Tristan da Cunha zu erreichen. Die Insel mit nur 221 Einwohnern hat keinen Flughafen und kann gewöhnlich nur per Schiff erreicht werden. Das wäre aber freilich deutlich weniger spektakulär.

Immerhin ging es um das Hanta-Virus. Ein Einwohner der Insel, der am 14. April das Kreuzfahrtschiff MV Hondius verlassen hatte, soll bestätigterweise unter Verdacht stehen (!), am Virus erkrankt zu sein. Daher rückten sechs Fallschirmjäger und zwei Militärmediziner aus. Zwei Fallschirmjäger sprangen im Tandem mit den Medizinern – einer Intensivpflegekraft und einem Intensivmediziner – ab, damit diese nun ihre Hilfe auf der Insel anbieten können. Wegen starken Winds und der geringen Größe der Insel soll der Spring hochanspruchsvoll gewesen sein. Es war dem Verteidigungsministerium zufolge der erste Einsatz dieser Art des britischen Militärs wegen humanitärer Hilfe.

Geliefert wurden außerdem 3,3 Tonnen medizinischer Hilfsgüter für das dortige Krankenhaus, darunter PCR-Tests und „lebenswichtige Sauerstoffvorräte“.

In einer offiziellen Presseaussendung des britischen Verteidigungsministeriums äußert man sich außerordentlich stolz über den Einsatz. Außenministerin Yvette Cooper wird dort zitiert:

Ich bin den Angehörigen der Streitkräfte und der Royal Air Force zutiefst dankbar, die zügig gehandelt haben, um dringende medizinische Hilfe nach Tristan da Cunha zu bringen. Diese außergewöhnliche Operation spiegelt unser unerschütterliches Engagement für die Menschen in unseren Überseegebieten und für britische Staatsangehörige wider, wo auch immer sie sich befinden. Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Mitglieder der britischen Gemeinschaft haben für uns oberste Priorität.

Der Minister für die Streitkräfte, Al Carns, kommentierte den Einsatz:

„Dies war eine außergewöhnliche Operation unter unglaublich schwierigen Bedingungen, um unseren Bürgern auf Tristan da Cunha lebenswichtige Hilfe zukommen zu lassen. Ich möchte unseren mutigen Einsatzkräften meine tiefste Anerkennung aussprechen, die ihre Aufgabe unter großem Druck mit höchster Professionalität und Ruhe erfüllt haben.“

Dringende und lebenswichtige Hilfe! Das klingt nach maximaler Krisenlage. Tatsächlich geht es nicht einmal um einen bestätigten Fall des Hantavirus, sondern um einen Verdachtsfall. Und der meldete nicht etwa schwerste Symptome, sondern Durchfall (am 28. April) und Fieber (am 30. April). Von einer Verschlechterung seines Zustands seither ist nichts bekannt. Er soll sich „in stabilem Zustand“ befinden und isoliert worden sein. Dass man wegen Durchfall künstlich beatmet werden muss, darf bezweifelt werden. Ein Schelm, wer bei solchen Stunts an eine Inszenierung denkt.

Kurios mutete auch das Statement von Ed Cartwright, Kommandant der zuständigen Luftwaffenbrigade, an. Der befand: „Die Ankunft von Fallschirmjägern, medizinischem Personal und medizinischen Hilfsgütern aus der Luft hat die Bevölkerung von Tristan da Cunha hoffentlich beruhigt.“

Natürlich. Militäreinsätze sind bekannt für ihre entspannende Wirkung auf die Bevölkerung. Selbstverständlich würde keine Regierung je die eigenen Bürger in Panik versetzen wollen, wenn es um ein Virus geht. Oder?

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: