Die UN reitet weiter das tote Pferd der Klimapanik. Das bisherige 1,5-Grad-Ziel ist angeblich außer Reichweite, doch die Klimafanatiker legen bereits den nächsten Forderungskatalog vor. Diesmal sollen 2,8 Grad Erderwärmung die Welt aufschrecken. Eine erstaunlich präzise Zahl für eine Prognose, die auf lückenhaften historischen Messdaten, statistischen Berechnungen und Annahmen über Jahrzehnte in der Zukunft beruht.
2,8 Grad! Die Vereinten Nationen wissen schon heute, wie stark sich die Erde im Laufe dieses Jahrhunderts unter den derzeitigen politischen Rahmenbedingungen erwärmen könnte. Sogar auf eine Nachkommastelle genau. Dass niemand weiß, welche Technologien im Jahr 2100 existieren, wie die Weltwirtschaft aussehen wird oder welche Energiequellen die Menschheit dann nutzt, scheint der Begeisterung für solche Zahlen keinen Abbruch zu tun. Hauptsache, der Klimacomputer spuckt eine eindrucksvolle Zahl aus.
Noch mehr Netto Null
Mit dem neuen „Emissions Gap Report 2026“ bläst das UN-Umweltprogramm UNEP (die unter finanziellen Problemen leidende UN-Klimawahnorganisation IPCC reicht ja nicht aus, um Klimapanik zu verbreiten) erneut zum Angriff auf die weltweiten Emissionen der sogenannten Treibhausgase. Bis 2030 sollen diese gegenüber 2025 um 18 Prozent sinken, bis 2035 um 45 Prozent und bis 2040 sogar um 69 Prozent. Binnen 14 Jahren soll die Menschheit also mehr als zwei Drittel ihrer heutigen Emissionen einsparen. Ein gigantischer Umbau von Energieversorgung, Industrie und Wirtschaft, damit eine vorgegebene globale Temperaturschwelle irgendwann wieder unterschritten werden kann.
Doch schauen wir uns diese ominösen 2,8 Grad einmal genauer an. Denn schon bei der Bedeutung dieser Zahl beginnt die große Rechnerei. Es handelt sich nicht etwa um eine tatsächlich gemessene Temperatur, sondern um eine modellierte Veränderung gegenüber dem sogenannten vorindustriellen Niveau – welches übrigens in etwa mit dem Beginn des Endes der sogenannten Kleinen Eiszeit zusammenfällt. Dafür benötigt man unter anderem zwei Dinge: einen historischen Vergleichswert und eine Prognose für die Zukunft. Der eine wird aus lückenhaften Aufzeichnungen rekonstruiert, der andere mithilfe komplexer Modelle berechnet.
Alles basiert auf Zahlenraterei
Als historische Referenz dient gewöhnlich der Zeitraum von 1850 bis 1900. Damals gab es weder Satelliten noch moderne globale Messnetze. Große Teile Afrikas, Asiens, Südamerikas und der Polarregionen waren messtechnisch kaum erschlossen. Und über den Ozeanen? Dort sah es noch dürftiger aus. Immerhin bedecken sie rund 70 Prozent der Erdoberfläche. Die Forscher müssen deshalb auf historische und kaum überprüfbare Messungen, statistische Verfahren und Korrekturen zurückgreifen, um einen globalen Vergleichswert zu rekonstruieren.
Auf diesem Fundament baut die internationale Klimapolitik ihre berühmten Temperaturziele auf. Historische Datenlücken werden rechnerisch (entsprechend der eigenen ideologischen Vorgaben?) bearbeitet, regionale Temperaturabweichungen zu einem globalen Mittelwert zusammengeführt und anschließend mit Zukunftsszenarien auf Basis unzureichender und teils auch unzuverlässiger Daten verglichen. Daraus entstehen jene Zehntelgrade, mit denen die UN ihre politischen Forderungen begründet.
Fantasiezahlen und Pseudomathematik
Auch die globale Mitteltemperatur selbst ist eine statistische Konstruktion. Hier werden Temperaturabweichungen aus völlig unterschiedlichen Weltregionen zusammengeführt. Sahara, Arktis, Pazifik und Mitteleuropa fließen in dieselbe Kennzahl ein. Also wenn ein menschlicher Körper den Kopf im Eisfach liegen hat, der Körper im heißen Wasserbad liegt, während die Beine mit Eiswürfeln bedeckt sind – welche Mitteltemperatur empfindet dieser dann? Der so berechnete Durchschnitt beschreibt also weder eine Temperatur, die überall auf der Erde tatsächlich herrscht, noch die physikalische Gleichgewichtstemperatur unterschiedlich warmer und feuchter Luftmassen. Trotzdem wird ausgerechnet dieser globale Index zum zentralen politischen Maßstab erhoben.
Besonders aufschlussreich ist, wie die UN selbst mit ihren Berechnungsmethoden umgehen. Im UNEP-Bericht von 2025 sank die prognostizierte Erwärmung unter den damals bestehenden politischen Maßnahmen gegenüber dem Vorjahresbericht von 3,1 auf 2,8 Grad. Ein Zehntelgrad dieser Verbesserung ging laut UNEP allein auf methodische Änderungen zurück. Dafür genügte eine Überarbeitung der Berechnungsgrundlagen.
Weitere Zahlenspielereien
Im neuen Bericht haben sich die Aussichten nach UN-Rechnung wieder verschlechtert. Bei Fortsetzung der derzeitigen Politik erwartet UNEP bis zu 2,8 Grad Erwärmung innerhalb dieses Jahrhunderts, bei vollständiger Umsetzung der nationalen Klimazusagen und vergleichbaren weiteren Anstrengungen 2,6 Grad. Als Gründe nennt das UN-Umweltprogramm unter anderem den Rückzug der USA aus dem Pariser Klimaabkommen und überarbeitete Schätzungen historischer Emissionen.
Da lohnt sich die Frage, wie viel politische Gewissheit man aus solchen Zahlen überhaupt ableiten darf. Schon eine Änderung der Methodik kann die Projektion um ein Zehntelgrad verschieben. Ebenso eine Veränderung bei der allgemeinen Wolkenentwicklung und die natürlichen, seit Milliarden Jahren stattfindenden Zyklen in unserem Sonnensystem, sowie vulkanische Aktivitäten haben ihren Einfluss. Die UN präsentieren ihre Szenarien trotzdem mit auf Nachkommastellen geschätzten Gradangaben, die in der öffentlichen Debatte den Eindruck besonderer Genauigkeit vermitteln sollen.
Forderungen nach einer Klimawahn-Diktatur
Noch bemerkenswerter ist der Umgang mit dem bisherigen 1,5-Grad-Ziel. Dieses lässt sich laut UNEP ohnehin nicht mehr erreichen. Die Konsequenz der Klimafanatiker lautet: Noch drastischere und umfangreichere Emissionssenkungen! Und weil das allein nicht ausreichen soll, rechnet die UN gleich mit der dauerhaften Entfernung von rund 320 Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre im Laufe dieses Jahrhunderts, um in ihrem entsprechenden Szenario bis 2100 wieder unter die gewünschte Temperaturschwelle zu gelangen.
Während die Vereinten Nationen also mit historischen Rekonstruktionen, globalen Durchschnittswerten und auf Vermutungen basierenden langfristigen Zukunftsszenarien hantieren, verlangen sie im Namen der neuen Klimareligion von Politik und Wirtschaft weitreichende Entscheidungen in der Gegenwart. Energieversorgung, Industrie, Verkehr und Landwirtschaft sollen sich an utopischen Temperaturzielen orientieren, deren Berechnungsgrundlagen fortlaufend überarbeitet werden. Die entscheidende Frage lautet deshalb, warum ausgerechnet solche ohnehin völlig unsicheren Modellprojektionen zum Maßstab für immer neue politische Eingriffe erhoben werden. Welche Kosten verursachen die geforderten Maßnahmen? Welche Auswirkungen haben sie auf die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie, auf Arbeitsplätze und Energiepreise? Und welchen tatsächlichen Nutzen bringen sie im Verhältnis zu diesen Belastungen?
Doch anstatt diese Fragen in den Mittelpunkt zu stellen, dreht sich die internationale Debatte in Sachen Klimawandel weiter um die Jagd nach Zehntelgraden. Das bisherige Ziel ist außer Reichweite, der nächste Maßnahmenkatalog liegt längst bereit. Scheitern die bisherigen Vorgaben, werden neue Szenarien berechnet und noch größere Anstrengungen verlangt. Und das auf Basis von unzureichenden Basisdaten, Vermutungen und Wunschdenken.