Der große Schwindel vom chinesischen Wirtschaftswachstum: Vergessen Sie das BIP

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Während Donald Trump in China mit Xi Jinping verhandelte, rückt die Wirtschaft des Reichs der Mitte wieder in den Fokus. Doch das beliebteste Propagandamärchen der kommunistischen Führung – ein solides Wirtschaftswachstum – steht unter Beschuss. Eine kaum bekannte, aber schonungslose Kennzahl enthüllt die gnadenlose Kapitalvernichtung des Regimes.

Vergessen Sie das Bruttoinlandsprodukt (BIP). In der chinesischen Planwirtschaft ist das BIP längst kein Maßstab mehr für echten Wohlstand, sondern lediglich ein politischer Befehl, eine Zielnummer. Die Zahl wird im Vorfeld von den Parteikadern festgelegt und dann mit der Schuldenbrechstange durchgeprügelt. Wenn man die wirkliche Stärke Chinas messen will, muss man auf die sogenannte Incremental Capital Output Ratio (ICOR) schauen. Dieser Indikator misst, wie viel neues Kapital – also wie viel frisches Geld und Investitionen – in die nationale Ökonomie geworfen werden muss, um auch nur eine einzige Einheit Wirtschaftswachstum herauszubekommen.

In einer gesunden Marktwirtschaft bleibt dieser Wert niedrig. In China jedoch explodiert er, wie der Analyst Daniel Swift anmerkt. Ein rasant steigender ICOR bedeutet nämlich: Es fließt massig Kapital in Geisterprojekte, die sich niemals rechnen. Kredite fließen ins Nichts, und am Markt vorbeiproduzierte Überkapazitäten werden ins Ausland verramscht, um Verluste zu vertuschen. Ein Blick auf die nackten (und selbst auf Basis offizieller Daten abgeleiteten) Zahlen: In Chinas Highspeeds-Jahren (2000–2007) lag der Wert noch bei moderaten 3,9. Schon nach der Krise 2008 kletterte er auf 7,2. Heute, im Jahr 2024/2025, liegt Chinas ICOR selbst nach den geschönten offiziellen Angaben bei etwa 8,5 bis 9.

Planwirtschaft auf Steroiden

Doch es kommt noch dicker: Zieht man unabhängige und realistischere Wachstumszahlen (wie etwa die der Rhodium Group von realen 2,5 bis 3 Prozent) heran, katapultiert sich der wahre ICOR-Wert auf wahnwitzige 14 bis 17! Zum Vergleich: Taiwan und Südkorea brauchten in ihren Boom-Jahren Werte um die 3. Das Zeitalter von Chinas billigem Wachstum ist längst vorbei. Heute wird das System nur noch durch absurde Schuldenberge und massive staatliche Subventionen künstlich am Leben gehalten. Planwirtschaft auf Steroiden eben.

Peking erreicht seine „Traumzahlen“ durch eine völlig hemmungslose Kreditvergabe. Staatskonzerne und politisch vernetzte Akteure pumpen Milliarden in sinnlose Projekte, gänzlich befreit von jedem kommerziellen Risiko. Was am Ende herauskommt, sind Güter und Immobilien, die im eigenen Land niemand braucht. Da der chinesische Konsument ausfällt, exportiert das kommunistische Regime seine Probleme. Chinas gnadenlos subventionierte Überproduktion wird systematisch zu Dumping-Preisen auf die internationalen Märkte geworfen. Man ruiniert damit systematisch und sukzessive die westliche Wirtschaft.

Donald Trump nutzt sein Wissen über die Probleme

Das Narrativ vom „unaufhaltsamen China“ und den „schwachen USA“ ist ein Märchen. Ein Staat, der immer absurdere Summen an Kapital verbrennen muss, um auch nur minimales Wachstum zu simulieren, agiert nicht aus einer Position der Stärke heraus. Chinas System ist strukturell abhängig von diesem Schulden-Wahnsinn und dringend auf die Exporterlöse angewiesen, um das wackelige Konstrukt und damit die politische Legitimität von Xi Jinping aufrechtzuerhalten. Donald Trump weiß dies und handelt entsprechend.

Zölle und wirtschaftlicher Druck treffen Peking genau dort, wo es auch wirklich wehtut: bei den Exporterlösen, die den gigantischen chinesischen Schuldenberg bedienen. Doch ein einseitiger Alleingang der USA greift vielleicht zu kurz. Erst wenn die internationale Staatengemeinschaft aufwacht und dem chinesischen Überproduktions- und Dumping-Wahnsinn gemeinsam den Riegel vorschiebt, kann Pekings Erpressung gestoppt werden.

Steht China damit eigentlich kurz vor dem totalen Crash? Vermutlich (noch) nicht. Das kommunistische Regime hat weitreichende autoritäre Möglichkeiten, Verluste zu verstecken und die wirtschaftlichen Probleme in die Zukunft zu verschieben. Man nennt es den „kontrollierten Niedergang“. Aber es ist eben genau das: ein Niedergang – und kein unaufhaltsamer Aufstieg.

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