Demo 26. Juni, Wien: Wehret den Anfängen! Kreative Köpfe gesucht!

Nach der erfolgreichen Demo am 15. Mai ist die nächste große Kundgebung in der Bundeshauptstadt für den 26. Juni 2021 angepeilt. Dabei sollen möglichst viele kluge Köpfe und helfende Hände eingebunden werden. Es soll nicht nur um Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen gehen sondern auch um Protest gegen die Regierung, den Abbau von Demokratie und Grundrechten. Neben Widerstandsgeist wird auch gute Laune gefragt sein – auch Künstler und Musiker werden zur Beteiligung aufgerufen.

Von Siri Sanning

Veranstalter Thomas Schaurecker blickt auf einen großen Erfolg zurück. Gemeinsam mit Manuel Müllner war er verantwortlich für Organisation und Ablauf der Demonstration „Wehret den Anfängen“ am 15. Mai 2021 in Wien. Hatten sich zur damaligen Kundgebung im Resselpark rund 1.500 Teilnehmer versammelt, war ihre Zahl im Zuge des Marsches zum Augarten wohl auf das Doppelte angewachsen. Die Stimmung war trotz des ernsten Mottos ausgelassen und fröhlich, die Demonstrierenden zogen unter Musikbegleitung in einer Art Freiheits-Party-Umzug durch die sonnigen Straßen der Bundeshauptstadt (Report24.news berichtete). Es war ein gelungenes Event. Friedlicher Protest bei guter Laune. Ohne grobe Ausschreitungen durch Teilnehmer und nennenswerte Repressalien seitens der Polizei.

Beobachter sprechen inzwischen vom „Wien-Effekt: wenn von allen Seiten plötzlich Leute dazukommen.“ So geschehen in beeindruckender Weise bei der verbotenen Demo am 31. Jänner 2021 und auch an besagtem Tag im Mai.

„Von uns allen, für uns alle“

Am Samstag, dem 26. Juni 2021 soll sich alles in noch bessere Form wiederholen. Um das zu schaffen, will man neue Wege beschreiten. Im Sinne eines „Gemeinschaftsprojekts Demo“ soll jeder die Möglichkeit haben, mitzuhelfen und mitzugestalten. „Es ist eine Demo von uns allen. Nicht nur von einigen wenigen Organisatoren,“ erzählt Schaurecker in einem Facebook-Video.

https://www.facebook.com/thomas.schaurecker/videos/4388427624510488/

Kreative Unterstützung ausdrücklich erwünscht!

Schaurecker sieht ausreichend Gründe gegeben, wegen derer es angemessen ist, seinem Protest auf der Straße Ausdruck zu verleihen. Diese müssen nicht zwangsläufig mit der herrschenden Corona-Willkür zu tun haben. Die immer weitere Kreise ziehenden Skandale innerhalb der Österreichischen Volkspartei sind nur ein Beispiel dafür. Der Datenschutz bzw. seine Verletzung ein anderes. Ein weiteres ist der zunehmende Abbau von Demokratie und Grundrechten. Es gilt: Egal, ob links oder rechts, schwarz oder weiß, Jude oder Palästinenser – jetzt ist der Zeitpunkt, um Brücken zu bauen und zueinander zu finden, ist der Organisator überzeugt. „Es geht um uns, unser Österreich, die Freiheit, unser Grundgesetz und um unsere Kinder.“

Aufruf an Künstler und Musiker

Deswegen ist jeder einzelne aufgerufen, aktiv zu werden. Auf Leute zuzugehen, sich einzubringen. Der 26. Juni soll für alle ein besonderer Tag werden. Gesucht werden Künstler, Musiker und alle anderen kreativen Köpfe, um sie in die Organisation mit einzubeziehen. Ideen und Anregungen zur Gestaltung des Demotages werden ausdrücklich erbeten – vom Vorschlag für Redner über Musikbeiträge und Sprüchen für Parolen ist alles willkommen.

Helferin Isabelle konkretisiert die Frage der Parolen. Man möchte diesmal weniger von grundsätzlich negativ behafteten Begriffen wie z.B. „Diktatur“ verwenden. Gefragt sind stattdessen kurze, knackige Sprüche, die ausdrücken, was man anstrebt und sich wünscht: Freiheit, Selbstbestimmung, Liebe, Grundrechte, Eigenverantwortung und dergleichen mehr.

Viele Menschen wüssten noch nicht, so Isabelle, warum auf die Straße gegangen und demonstriert wird. Man habe dabei aber die Gelegenheit, deutlich zu machen, worum es geht, was die Anliegen sind. Diese Option wolle man nutzen.

Wehret den Anfängen

Die Anmeldung der Veranstaltung wurde laut Thomas Schaurecker bereits erledigt.

Geplant ist eine Versammlung am Maria Theresien – Platz mit anschließendem Marsch um den Ring. Falls dies nicht genehmigt wird, wäre der Resselpark eine mögliche Alternative.

Fix im Programm ist das Einspielen von Charlie Chaplins Rede aus dem Film „Der große Diktator“. Mindestens drei Autos mit Lautsprechern sollen den Demozug begleiten und sowohl Parolen und Sachthemen, aber auch Stimmungsmusik abspielen – auf dass sich im Sinne des „Wien-Effekts“ wieder möglichst viele Menschen dem Geschehen anschließen. Denn es geht um vieles. Wenn nicht sogar um alles.

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