Holz verbuddeln, Zertifikate verkaufen: Das irre Geschäft mit dem CO2-Wahn

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Während deutsche Autofahrer und Hausbesitzer immer höhere CO₂-Abgaben bezahlen, lässt ein deutsches Start-up in Afrika Holz vergraben, um damit Klimazertifikate zu verkaufen. Ein Liefervertrag über 50.000 Tonnen CO₂-Entnahme eröffnet die Aussicht auf Millionenerlöse. Bis zu 150 Euro pro Tonne werden für solche Zertifikate verlangt. Gleichzeitig entsteht in Deutschland ein Kraftwerk, das jährlich 100.000 Tonnen Holz verbrennen soll – ebenfalls im Namen des Klimaschutzes.

Bis zu 18,6 Cent pro Liter Benzin und 20,5 Cent pro Liter Diesel entfallen 2026 auf die staatliche CO₂-Bepreisung. Hinzu kommen die Belastungen beim Heizen mit Öl und Gas. Seit 2021 ist der CO₂-Preis von 25 Euro auf einen Korridor zwischen 55 und 65 Euro pro Tonne gestiegen. Für Millionen Deutsche bedeutet die Klimawahnpolitik damit vor allem eines: höhere Rechnungen. Während Berlin die Bürger immer stärker zur Kasse bittet, entstehen rund um den CO₂-Handel immer neue Geschäftsmöglichkeiten.

Holz unter die Erde, Millionen in Aussicht

Das deutsche Start-up Carbonsate hat dafür ein ungewöhnliches Geschäftsmodell entwickelt. In Namibia werden Dornbüsche gerodet, gehäckselt und in riesigen Erdgruben eingelagert. Kunststofffolien sollen Sauerstoff und Feuchtigkeit fernhalten, damit das Holz nicht verrottet. So soll der darin enthaltene Kohlenstoff mindestens 100 Jahre gespeichert bleiben. Anschließend werden für die nachgewiesene CO₂-Entnahme Zertifikate ausgestellt, die Unternehmen für ihre Klimabilanz kaufen können. Laut MDR werden dafür 120 bis 150 Euro pro Tonne verlangt. Carbonsate-Mitgründerin Johanna Bröll erklärte Anfang September 2026, dass sich das Unternehmen noch nicht aus eigenen Umsätzen trägt. Innerhalb von zwei Jahren soll sich das ändern.

Die Aussichten sind jedenfalls verlockend. Im August verkündeten Carbonsate und der Berliner Zertifikatehändler Senken eine Vereinbarung über 50.000 Tonnen CO₂-Entnahme bis 2028. Bei den genannten Preisen entspräche das rechnerisch einem Geschäftsvolumen von sechs bis 7,5 Millionen Euro. Der tatsächlich vereinbarte Preis wurde nicht veröffentlicht.

Wie groß die Erwartungen sind, zeigt der Blick auf die bisherigen Ergebnisse. Im öffentlichen Register des Zertifizierers Puro.earth stehen für das namibische Projekt mit Stand vom 2. November 2026 insgesamt 799 ausgestellte CO₂-Entnahmezertifikate, davon 323 bereits stillgelegt. Zwischen dieser Menge und den vereinbarten 50.000 Tonnen liegt noch ein gewaltiger Ausbau. Hinzu kommt das Versprechen, den Kohlenstoff über mindestens ein Jahrhundert sicher unter der Erde zu halten. Die Speicherung wird unabhängig geprüft und überwacht. Ob die Lagerstätten tatsächlich bis ins nächste Jahrhundert halten, muss sich allerdings erst zeigen.

In Afrika vergraben, in Sachsen verbrannt

Richtig kurios wird die Geschichte beim Blick nach Chemnitz. Dort entsteht ein neues Holzheizkraftwerk, das ab Ende 2027 jährlich rund 100.000 Tonnen naturbelassenes Holz verbrennen soll. Damit sollen Strom und Fernwärme erzeugt werden. Der produzierte Strom profitiert von der Vergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz.

In Namibia soll Holz möglichst nicht verrotten, damit der Kohlenstoff gespeichert bleibt. In Sachsen wird Holz gezielt verbrannt, wobei CO₂ freigesetzt wird. Beides wird als Beitrag zum Klimaschutz vermarktet. Zwar handelt es sich um unterschiedliche Holzsortimente und Verwertungswege, doch die Gegenüberstellung zeigt, welche gegensätzlichen Geschäftsmodelle die Klimapolitik inzwischen hervorbringt.

Die Bürger zahlen, der Klimamarkt verdient

Für die Landwirte in Namibia kann die Entfernung übermäßig dichter Buschbestände durchaus sinnvoll sein. Auch die langfristige Speicherung von Kohlenstoff ist technisch möglich. Carbonsate nutzt diese politisch motivierten Voraussetzungen der Klimawahnindustrie, um daraus ein verkäufliches Klimaprodukt zu machen.

Die deutschen CO₂-Abgaben finanzieren dieses Projekt nicht. Die Zertifikate werden auf einem freiwilligen Markt verkauft. Dennoch könnte der wirtschaftliche Gegensatz kaum deutlicher ausfallen: Während Bürger und Unternehmen für ihren CO₂-Ausstoß bezahlen müssen, lässt sich mit der bilanzierten Entfernung desselben Gases Geld verdienen. Rund um die Klimaziele ist eine ganze Branche entstanden, die mit Zertifikaten, Berechnungen und langfristigen Klimaversprechen Geschäfte macht.

In Deutschland wird das Autofahren wegen des CO₂-Ausstoßes verteuert, in Afrika lässt sich mit dem Vergraben von Holz Geld verdienen, und in Sachsen wird dessen Verbrennung als Beitrag zum Klimaschutz gefeiert. Die moderne Klimawirtschaft hat offenbar für alles ein Geschäftsmodell. Selbst für ein Loch im Boden.

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