Künstliche Intelligenz soll Kriminalitätsmuster erkennen und der Polizei helfen, Verbrecher schneller zu fassen. Doch beim britischen Staatssender BBC stehen vor allem angebliche Diskriminierungen ethnischer Minderheiten im Mittelpunkt. Schließlich könnten Algorithmen von Ausländern dominierte Stadtviertel häufiger als Kriminalitätsschwerpunkte identifizieren. Offenbar bereitet die Vorstellung, dass Computer politisch unbequeme Zusammenhänge aufdecken könnten, den linken Umvolkungsfreunden erhebliches Kopfzerbrechen.
Da entwickelt man immer leistungsfähigere KI-Systeme, die riesige Datenmengen analysieren und Auffälligkeiten erkennen können. Doch ausgerechnet bei der Suche nach Kriminalitätsschwerpunkten schrillen beim britischen Staatssender BBC die Diskriminierungs-Alarmglocken. In einem am 25. Oktober veröffentlichten Beitrag des Nachwuchsautors Adrian Dredge wird unter Berufung auf wissenschaftliche Untersuchungen vor einer möglichen Benachteiligung ethnischer Minderheiten gewarnt.
Die Argumentation lautet: Weil die Polizei in bestimmten Vierteln häufiger kontrolliere, würden dort mehr Straftaten registriert. Die KI könne diese Zahlen anschließend als Grundlage für weitere Kontrollen verwenden. Damit gerät vor allem die Polizeiarbeit unter Verdacht. Den Linken kommt es offensichtlich nicht in den Sinn, dass die Polizei eben deshalb vor allem in solchen Gegenden unterwegs sein könnte, weil es dort einfach auch zu mehr Straftaten kommt. Man kann Probleme aus ideologischen Gründen ignorieren – doch einfach so verschwinden werden diese deshalb nicht.
Angst vor der Wahrheit?
Dabei investiert die britische Regierung kräftig in die computergestützte Verbrechensbekämpfung. Insgesamt 140 Millionen Pfund fließen über drei Jahre in KI-Technologien für die Polizei, davon 75 Millionen in das neue nationale Zentrum „PoliceAI“. Die Systeme sollen Ermittlungen beschleunigen, Beweismaterial auswerten und die Fahndung nach Kriminellen erleichtern. Bei einem Entführungsfall konnten bereits 800 Stunden Videomaterial binnen drei Stunden überprüft werden. Während die Regierung also auf eine effizientere Verbrechensbekämpfung setzt, rückt die BBC mit ihrem Essay die möglichen Nachteile für ethnische Minderheiten ins Rampenlicht, die eben überdurchschnittlich oft bestimmte Verbrechen begehen. Für die Opfer von Raubüberfällen, Körperverletzungen und anderen Gewalttaten dürfte allerdings vor allem entscheidend sein, dass die Polizei Täter möglichst rasch aufspürt.
Wie unangenehm Kriminalitätsstatistiken für die politische Linke werden können, zeigt ein Blick nach Deutschland. Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 hatten 42,9 Prozent der registrierten Tatverdächtigen im Bereich der Gewaltkriminalität keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das Bundeskriminalamt spricht selbst von einer deutlichen Überrepräsentation. Bereits bei der Veröffentlichung der Kriminalstatistik für 2023 suchten linke Politiker nach Erklärungen für solche Auffälligkeiten. Die Linken-Abgeordnete Gökay Akbulut sprach damals von einem verzerrten Bild der Sicherheitslage durch das Anzeigeverhalten der Bevölkerung und die Kontrollpraxis der Polizei. Eine Argumentation, die man auch aus der aktuellen KI-Debatte kennt. Selbstverständlich gehören solche Einflüsse untersucht. Doch die hohen Tatverdächtigenzahlen bei bestimmten Gruppen damit einfach beiseitezuschieben, wäre eine ziemlich bequeme Methode, sich vor unangenehmen Fragen zu drücken.
Eine nützliche Technologie – mit Missbrauchspotential
Im BBC-Beitrag kommt jedoch auch ein Wissenschaftler zu Wort, der der pauschalen Kritik an solchen Technologien widerspricht. Dimitrios Kollias von der Queen Mary University of London erklärt, dass moderne KI-Systeme historische Daten keineswegs bloß kopieren, sondern neue Zusammenhänge aufdecken und bestehende Verzerrungen sichtbar machen können. Eine solche Technologie könnte also sogar dabei helfen, zwischen tatsächlich erhöhter Kriminalität und einer durch Polizeikontrollen beeinflussten Statistik zu unterscheiden. Das wäre für eine sachliche Debatte über Kriminalität und öffentliche Sicherheit durchaus hilfreich.
Doch so sehr man den Einsatz solcher Systeme zur Verbrechensbekämpfung unterstützen kann – problematisch wird es dann, wenn die Regierung nicht nur Kriminelle, sondern auch Dissidenten und Oppositionelle damit ins Visier nimmt. Am Ende sind solche KI-Systeme auch nur Werkzeuge bzw. Waffen. Man kann sie entsprechend ihrer eigentlichen Bestimmung nutzen, oder sie für schlechte Zwecke missbrauchen.