Nächste Kampagne für die Windindustrie in NÖ: Werbekabarett will Marsch blasen

Für die Windindustrie schallt's inzwischen aus allen Rohren. Symbolbild: KI

Mit einer neuen Werbekampagne soll das „Land der 1000 Landschaften“ noch schneller zum 1000-Windrad-Land werden. Mit einer landesweiten Kampagne rückt die Windindustrie nun in NÖ den vielen Bürgerinitiativen und immer aufmüpfigeren Bürgern auf den Pelz. Der Präsident von „WINDKRAFT Österreich“ sagt Menschen pauschal vereinnahmend: „‚Danke‘, weil sie für Windenergie sind.“ „WINDKRAFT Österreich“, vormals „IG Windkraft“, ist die Interessensvertretung der österreichischen Windbranche. Ihr bläst im ganzen Bundesland heftiger Gegenwind ins Gesicht.

Gastkommentar von Angelika Starkl

Anscheinend hat die österreichische Windbranche den Flopp im Horner Becken mit ihren „Energiestammtischen“ der gebrieften Klimakinder nicht so gut verkraftet. Denn man setzte einen Tag später gleich mit einer neuen Werbekampagne nach: „Heimat mit Rückenwind für noch mehr ÖKO-Energie“ als Überschrift, am Bild darunter eine zünftige Trachtenkapelle. Der Startschuss für die Kampagne fiel am Montag, 5. Oktober 2026, im Klangturm in St. Pölten.

„Die WINDKRAFT Österreich ist ein Verein nach dem Vereinsgesetz. Sie finanziert sich nur aus Mitgliedsbeiträgen. Die Arbeit des Vorstands erfolgt ehrenamtlich und unentgeltlich“, heißt es auf der Homepage vorsorglich. Daran kann man zweifeln, wenn man sich die Liste der Mitglieder anschaut. Sie kommen überwiegend aus der Windbranche, die am meisten Geld am Windstrom abräumt.

  • Präsident: DI Josef Plank
  • Vizepräsident: Herbert Stava, Bio-Bauer, Energiepark Bruck/Leitha
  • Schriftführer: DI Dr. Michael Weixelbraun, BE Energy GmbH
  • Schriftführer-Stellvertreter: Markus Winter, MSc, MAS, WK Simonsfeld AG
  • Kassier: DI Martin Krill, PROFES GmbH 
  • Kassier Stellvertreter: DI Fritz Herzog, Ökoenergie Wolkersdorf
  • Vernetzung: Mag. Stefan Hantsch, Benevento Beteiligungs GmbH
  • Vorstandsmitglieder:
    • Olga Kreuzer, MSc, Enercon Service Austria GmbH
    • Branislav Savic, Enercon Service Austria GmbH
    • DI (FH) Wolfgang Neuhofer, EWS Consulting GmbH
    • DI Stephan Parrer, TB Parrer GmbH
    • Mag. Lukas Püspök, PÜSPÖK Group
    • Dipl.-Ing. Karl Gruber, MBA, ImWind / Wien Energie
    • Dipl.-Ing. Andreas Krenn, MBA, Energiewerkstatt Verein
    • Mag. (FH) Christoph Manseder, MSc, Vestas Österreich GmbH
    • DI Arnold Kainz, WEB Windenergie AG
    • Dipl.-Ing. Helwig Überacker, EVN
  • Vertreter des Firmenbeirats im Vorstand: Dr. Reinhard Schanda, Sattler&Schanda RA
Quelle: WINDKRAFT Österreich / wind.at

Und weiter heißt es auf der Homepage: „WINDKRAFT Österreich ist Mitglied bei der WindEurope und bei der European Renewable Energies Federation (EREF), die beide ihren Sitz in Brüssel haben.“ Daher weht also der Wind!

Windbranche überlebt nur durch „Förderungen“

Wenn es die Landes-, die Bundes- und die EU-Förderungen nicht gäbe (Förderungen sind umverteilte Gelder von uns Bürgern), gäbe es keine Windenergie in Österreich. Die Abnahmegarantien für die Betreiberfirmen wie Simonsfeld, WEB, EVN, Verbund, ImWind, WienEnergie, Püspök und wie sie alle heißen, stellen sie vom unternehmerischen Risiko frei. Es ist eine nahezu risikolose Gelddruckmaschine mit den Mitteln von uns Bürgern. Mit den höchsten Strompreisen, die wir jemals hatten, blasen wir dieses Betrugsmodell weiter auf. Denn normalerweise entsteht ein fairer Gewinn aus bewältigtem unternehmerischem Risiko. Hier steht das zu erwartende Plus sprichwörtlich wie zementiert.

Wieder einmal werden Gewinne privatisiert, Risiken und Verluste auf die Allgemeinheit verteilt. Denn der notwendige Rückbau am Ende der Nutzbarkeit mitsamt den ungeklärten Problemen der Abfallentsorgung wird uns noch allen auf den Kopf fallen. Die, die sich jetzt die Säcke vollstopfen, werden sich längst aus dem Staub gemacht haben, wenn die ganz teuren Probleme zur Aufarbeitung anstehen.

Laut „WINDKRAFT-Österreich“ hängen rund 3500 Arbeitsplätze und über 700 Millionen Euro an jährlicher Wertschöpfung an der heimischen Windenergie. Gemessen an den Milliarden von uns Stromkunden und Steuerzahlern ist diese Bilanz eine Lachnummer. Denn wenn woanders derartig viel fremdes Geld in eine Branche gesteckt wird und so wenig herauskommt, würde der Kapitalstrom sofort unterbunden werden.

Obendrein, erinnern wir uns: Es sind lediglich 4 Prozent der nationalen Energiebilanz, die durch den Zappelstrom erzeugt werden. Diese Branche bläst sich selbst auf. Das steht ihr nicht zu. Sie lässt die Menschen durch die Dominanz ihrer Spießrotoren und das mediale Getöse glauben, fast der gesamte Strom käme von ihnen. Das ist eine Irreführung der Bevölkerung. Die jetzigen Werbesujets, die eine sichere Stromversorgung durch die sogenannten „Erneuerbaren“ den Bürgern aufs Auge drücken wollen, sind eine Täuschung: Die enorm gestiegenen Aufwendungen für die Erhaltung der Netzstabilität sprechen da eine eindeutige Sprache. Die Erneuerbaren bringen uns durch ihre Schwankungen immer näher an den Stromkollaps, anstatt die Versorgung sicherer zu machen. Dabei ist der Aspekt der KI‑Rechenzentren, die uns den gesamten stabilen Strom wegfressen werden, noch gar nicht beleuchtet.

Deswegen ist der Slogan „Heimat sicherer Energie“ nichts weiter als eine Augenauswischerei. Sowohl für Windenergie als auch Photovoltaik muss eine konventionelle Energiequelle für den sofortigen Ersatz zur Verfügung stehen, um einen Netzkollaps zu vermeiden. Der exorbitant gestiegene Widerstand der Bevölkerung zwingt die Betreiberfirmen nun zu einer Gegenstrategie, natürlich mit neuer Propaganda. Eigenlob und widerwärtige Vereinnahmung der Bevölkerung sind ihre aktuellen Stilmittel. Das gelingt mit einer bezahlten, gelenkten Presse auch hervorragend.

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