Die Inflation schießt in der Eurozone wieder nach oben. Im September sprang die Teuerungsrate von 3,2 auf 3,8 Prozent, Energie kostete satte 18,8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Doch in Brüssel wird mit ETS2 schon die nächste Verteuerung von Heizen und Autofahren vorbereitet. Der Klimawahn wird die Teuerung noch weiter antreiben.
Das Leben in der Europäischen Union wird immer teurer. Weltwirtschaftliche Effekte und geopolitische Krisen gehören dabei ebenso zu den Preistreibern wie die Klimawahn-Maßnahmen Brüssels und der nationalen Regierungen. Besonders stark auf die Teuerung wirkt sich dabei vor allem der Bereich Energie aus. Gerade das Schmiermittel einer jeden Volkswirtschaft verteuerte sich extrem – und treibt damit auch andere Sektoren in eine sich beschleunigende Teuerungsspirale. Ohne Energie läuft nämlich nichts.
Eurostat schätzt die Inflation für September auf 3,8 Prozent. Gegenüber August verteuerten sich die Verbraucherpreise allein binnen eines Monats um 0,6 Prozent. Vor einem Jahr lag die Jahresrate noch bei 2,2 Prozent. Bei Energie beschleunigte sich der Anstieg binnen eines Monats von 14,3 auf 18,8 Prozent. Dienstleistungen verteuerten sich um 3,2 Prozent, Lebensmittel, Alkohol und Tabak um 1,4 Prozent. Auch die Kerninflation zog wieder leicht von 2,4 auf 2,5 Prozent an.
In mehreren Euroländern sind die Zahlen noch wesentlich höher. Litauen kommt auf 6,1 Prozent Inflation, Bulgarien auf 5,6 Prozent. Zypern und Luxemburg liegen bei jeweils 5,2 Prozent, Griechenland bei 5,1 und Spanien bei 5,0 Prozent. Österreich sprang innerhalb eines Monats von 2,9 auf 3,5 Prozent, Deutschland von 2,9 auf 3,3 Prozent. Frankreich erreicht 3,4 Prozent, Italien 4,1 Prozent. Unter dem Zwei-Prozent-Ziel der EZB liegt derzeit kein Euroland.
Eurozone inflation jumps to highest level in three years https://t.co/7boHfcqG9Y
— Financial Times (@FT) October 2, 2026
Geopolitik trifft auf Klimawahn
Der aktuelle Energieschock kommt vor allem aus dem Nahen Osten. Die weitgehende Schließung der Straße von Hormus hat Öl und Gas verteuert, zugleich ist das Angebot an Raffinerieprodukten knapp. Die EZB verweist zusätzlich auf Ausfälle russischer Raffineriekapazitäten nach ukrainischen Angriffen. Vor allem Diesel verteuerte sich dadurch stärker als Rohöl. Doch Europas Politik verteuert Energie zusätzlich selbst. Im bestehenden Emissionshandel müssen Kraftwerke und energieintensive Unternehmen für ihren CO2-Ausstoß Zertifikate kaufen. Deren Menge wird politisch verknappt. Diese Zertifikate kosten Geld – und diese Kosten werden auf die Preise aufgeschlagen.
Ab 2028 greift Brüssel noch tiefer in den Alltag der Bürger ein. Dann wird ETS2 voll wirksam und erfasst Brennstoffe für Gebäude und Straßenverkehr. Zahlen müssen zunächst die Brennstofflieferanten. Dass die Rechnung dort hängen bleibt, darf allerdings bezweifelt werden: Die CO2-Zertifikate werden Teil ihrer Kosten für Benzin, Diesel, Heizöl und Gas.
Wie groß der Effekt werden kann, steht bereits in den ohnehin schon eher wohlwollenden Berechnungen der EZB. Für 2028 setzt sie beim ETS2 einen CO2-Preis von 46 Euro je Tonne an. Mit dem neuen Emissionshandel erwartet sie eine Inflationsrate von 2,1 Prozent. Ohne ETS2 wären es 1,9 Prozent. Allein die neue CO2-Bepreisung schlägt in dieser Rechnung also mit rund 0,2 Prozentpunkten auf die Inflation durch. Die September-Prognose der EZB wurde von der Preisentwicklung inzwischen ohnehin schneller eingeholt als erwartet. Ihre Ökonomen gingen davon aus, dass die Energieinflation gegen Jahresende ihren Höhepunkt bei knapp 15 Prozent erreichen würde. Eurostat kommt bereits für September auf 18,8 Prozent.
Bürger und Unternehmen zahlen die Zeche
Einige dieser Probleme hätten schon vor Jahren abgemildert werden können. So beispielsweise als die Ukraine-Krise eskalierte. Anstatt eine rasche Friedenslösung zu finden, wurden die Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau sabotiert. Nun fließt kein russisches Erdgas mehr nach Europa und auch kein russischer Diesel. Die russischen Raffinerien werden immer wieder angegriffen und beschädigt. Auch das treibt die Preise deutlich nach oben.
Hinzu kommen die abgeschalteten Kernkraftwerke in Deutschland, die extrem hohen Kosten der „Energiewende“ in Sachen Netzausbau und Subventionen. Nicht zu vergessen die zunehmende Überregulierung von Unternehmen und ein immer gieriger werdender Staat, der die wachsenden Kosten für die Versorgung von Asylforderern, Aufrüstung und Bürokratisierung auf Bürger und Unternehmen abwälzt. Und dann will die EU über einen „Sozialfonds“ mit Geld, welches sie den Bürgern und den Unternehmen zuvor abgeknöpft hat, die Auswirkungen der eigenen Politik des Versagens wieder abmildern. Über die stark steigende Inflation braucht man sich jedenfalls nicht mehr zu wundern.
