Gerade erst sammelte die Universität Cambridge wegen Jason Arday Negativschlagzeilen. Nun gerät ausgerechnet dieselbe Bildungsfakultät erneut in Erklärungsnot: Dort arbeitet eine gewisse Farah Ahmed als Assistant Research Professor, eine Wissenschaftlerin, die einst für die Terrororganisation Hizb ut-Tahrir schrieb, westliche Bildung als „Bedrohung“ bezeichnete, Demokratie ablehnte und Ingenieurwissenschaften als Mittel zur Entwicklung von Waffen für den Dschihad und zur Welteroberung des Islams beschrieb.
Erst trat der gefeierte DEI-Star Jason Arday nach massiven Plagiatsvorwürfen zurück und nahm sich schließlich das Leben, nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf eine weitere Personalie derselben Fakultät für Erziehungswissenschaften der Universität Cambridge: Farah Ahmed ist dort Assistant Research Professor. Laut ihrer offiziellen Cambridge-Biografie (inzwischen interessanterweise nicht mehr öffentlich einsehbar) beschäftigt sie sich unter anderem mit islamischer Bildung, Identitätsbildung und Lehrerausbildung, unterrichtet Studenten und betreut gemeinsam mit Kollegen Doktoranden. Zuvor arbeitete sie mehr als 25 Jahre an islamischen Schulen in Großbritannien. So weit, so bezeichnend. Es kommt aber noch schlimmer.
Wie der Journalist Andrew Gilligan in einer inzwischen vierteiligen Recherche für den Spectator dokumentiert, schrieb Ahmed 2002 für eine Publikation von Hizb ut-Tahrir. Die islamistische Organisation strebt ein Kalifat an und wurde 2024 in Großbritannien als Terrororganisation verboten.
Ahmed bezeichnete westliche Bildung damals als „Bedrohung“ für muslimische Überzeugungen und Werte. Versuche, muslimische Kinder zu integrieren, kritisierte sie ebenfalls. Demokratie bezeichnete sie in diesem Zusammenhang als „korrupte Tradition“. Die Aussagen waren bereits 2009 Gegenstand einer Debatte im britischen Unterhaus.
Noch bemerkenswerter ist ein weiteres Kapitel derselben Publikation, das Ahmed gemeinsam mit der Hizb-Funktionärin Nazreen Nawaz verfasste. Darin wird ein islamisches Bildungssystem für ein künftiges Kalifat beschrieben. Freiheit, Nationalismus, Demokratie und Evolution sollten demnach keineswegs positiv im Lehrplan vermittelt werden. Man liest dort: „Fächer wie ausländische Philosophien und Religionen, Kapitalismus, Kommunismus, Sozialismus, Nationalismus, Soziologie, Psychologie, ausländische Geschichte, Fremdsprachen und ausländische Literatur sollten nur auf der höheren Bildungsebene unterrichtet werden, um deren Ideen zu widerlegen und deren Falschheit aufzudecken.“
Ingenieurwissenschaften sollten nach der Vorstellung der beiden Autorinnen dazu dienen, Maschinen und Waffen für den Dschihad zu entwickeln: „Die Motivation für ein Ingenieurstudium wäre, zur Entwicklung von Maschinen für den Dschihad beizutragen, und Allahs Belohnung dafür ist unermesslich. Die Motivation für ein Studium der Computertechnik wäre, die islamische Gesellschaft über alle anderen Gesellschaften der Welt zu erheben, sie als leuchtendes Vorbild zu präsentieren und fortschrittliche Waffen für den Dschihad herzustellen, damit der Din [Islam] über alle anderen Dins herrscht, wie es der Schöpfer befohlen hat.“
Cambridge asst professor Farah Ahmed wrote that Muslims should study computers to produce "weaponry for jihad." Here are scans of the Hizb ut Tahrir pamphlet chapter (co-written with Nazreen Nawaz) in which she said this. The jihad quote is on page 10. pic.twitter.com/AgL4vwMQdP
— Andrew Gilligan (@mragilligan) August 25, 2026
Angeblich teilt sie heute nicht mehr alle Ansichten der Terrororganisation
Ahmed erklärte 2010 gegenüber der britischen Charity Commission, sie sei seit mehreren Jahren nicht mehr für Hizb ut-Tahrir tätig und teile „nicht alle“ (!) politischen Ansichten der Organisation. Die Gruppe war zum Zeitpunkt der Texte noch legal und wurde in Großbritannien erst 2024 verboten.
Fraglich bleibt, welche Ansichten der Islamisten sie denn nun ablehnt. Gilligan zufolge reagierte Ahmed nicht auf die konkrete Frage, ob sie die Aussagen aus der damaligen Publikation noch teile. Ahmed beschäftigt sich wohlgemerkt ausgerechnet mit Bildung, Lehrplänen, muslimischer Identität und Lehrerfortbildung. Es ist also nicht so, dass zwischen ihrer Ideologie und ihrem Fachbereich keine Berührungspunkte existieren würden. Im Gegenteil. Sie sitzt am perfekten Ort, um die Agenda der Islamisten voranzutreiben.
Cambridge says Farah Ahmed has told them the statement about producing "advanced weaponry for Jihad" is "not her words." She is, in fact, the co-author of this statement and of the book chapter where it appears. We asked her 4 days ago whether she now repudiated it. No reply. pic.twitter.com/dI7ru1FXon
— Andrew Gilligan (@mragilligan) August 25, 2026
Sehr bezeichnend: Ein von Ahmed geleitetes Projekt an der Universität Cambridge wirbt laut Spectator für einen „islamischen Lehrplan“, der 12-Jährigen vermittelt, die Hamas sei ein „Vorwand, den Israel nutzt, um seine Angriffe auf den Gazastreifen zu rechtfertigen“, die am 7. Oktober von der Terrororganisation entführten zivilen Geiseln als „Kriegsgefangene“ bezeichnet und in den Unterrichtsmaterialien der Schüler eine Karte der Region veröffentlicht, auf der Israel ausgelassen wurde. Man könnte glatt zu dem Schluss kommen, Ahmed sei ein antisemitisches Hamas-Fangirl. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich dann seit ihren Texten von 2002 deradikalisiert hat?
Gilligan schloss seinen jüngsten Artikel mit den Worten: „Wir wussten natürlich bereits, dass die Erziehungswissenschaftliche Fakultät in Cambridge ein moralischer und intellektueller Skandal ist. Aber stellt sie auch eine Bedrohung für die nationale Sicherheit dar?“
Dieser Skandal reicht damit noch deutlich weiter als jener um Jason Arday.
