Der freiheitliche EU-Abgeordnete Gerald Hauser hat die derzeitige Diskussion rund um die Predigt von Innsbrucks Bischof Hermann Glettler als „künstlich aufgeblasenen Skandal“ kritisiert. „Was wir hier erleben, ist eine inszenierte Empörungswelle. Sobald es gegen Freiheitliche geht, spielt sich die ÖVP als Sittenwächter auf.“ Viel problematischer sei der vereinfachte Zugang zu noch mehr Abtreibungen – doch da schweige die Kirche wieder einmal.
Redaktion / Aussendung FPÖ Hauser
In Tirol gibt es seit wenigen Tagen eine wesentliche Änderung beim Thema Schwangerschaftsabbruch: Erstmals sollen Abtreibungen künftig auch an den landeseigenen Tirol Kliniken in Innsbruck möglich sein. Die schwarz-rote Landesregierung präsentierte dazu Anfang Mai eine Einigung nach jahrelangen politischen Konflikten und gescheiterten Lösungsversuchen. Bisher war Tirol stark von einzelnen niedergelassenen Ärzten abhängig, nachdem mehrere angekündigte Erweiterungen des Angebots wieder scheiterten.
Fallweise Abtreibungen sogar mit „Ermäßigung“
Die Tirol Kliniken sollen den Eingriff künftig als Privatleistung an einem nicht öffentlich genannten Standort durchführen. Die Kosten müssen grundsätzlich von den betroffenen Frauen selbst getragen werden. Für soziale Härtefälle kündigte das Land Unterstützungsmöglichkeiten an. Laut Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele gehe es um ein „diskretes und qualitätsgesichertes Angebot“ innerhalb des gesetzlichen Rahmens.
„Diese ÖVP-Empörung ist an Heuchelei kaum zu überbieten“, erklärte der freiheitliche EU-Abgeordnete Hauser. „Denn wenn ein ÖVP-Grande einen Pfarrer öffentlich abkanzelt – wie im zu trauriger Berühmtheit gekommenen Video von Pröll –, dann ist das für dieselben Leute plötzlich kein Problem. Da wird weggeschaut, da wird relativiert, da wird gedeckelt.“ Hauser weiter: „Die Volkspartei misst mit zweierlei Maß. Respekt gilt bei ihnen nur, solange er dem eigenen Machtapparat nützt!“
Mehr Abtreibung in Innsbruck – doch die Kirche schweigt
Besonders „faktenwidrig und unerquicklich“ sei die Debatte, weil es in Innsbruck gleichzeitig eine Entwicklung gebe, die viel eher nach klaren Worten rufe. „In Innsbruck wird Abtreibung an einer Klinik neu ermöglicht – und darüber hört man von den ÖVP-Moralaposteln und von kirchlicher Seite kaum etwas“, sagte Hauser. „Wenn es wirklich um Werte geht, dann wäre das der Punkt, wo man hinschauen müsste. Wo bleibt der Mut zur bischöflichen Kritik, wenn es um den Schutz des Lebens geht?“
„Ich fordere klare Worte statt Show-Politik“, betonte Hauser. „Die ÖVP soll ihre Doppelmoral beenden, und die Verantwortlichen in Tirol sollen offenlegen, wer diese Abtreibungs-Ausweitung politisch ermöglicht hat. Seit 2021 brechen die Geburten massiv ein. Gleichzeitig sind Abtreibungen seit vielen Jahren die häufigste Todesursache weltweit. Es ist eine Schande, wie schwangere Frauen oft im Stich gelassen und faktisch in eine Abtreibung getrieben werden. Schwangere Frauen brauchen Hilfe, das System endlich Transparenz und Konsequenzen – nicht die nächste Ablenkungsnummer!“
Abtreibung sei „Sexuelle Gesundheit“ oder gar „Chill Out“
Linke Parteien freuen sich über die Möglichkeit, noch mehr Kinder zu töten – und das teilweise auf Kosten der Allgemeinheit. SPÖ, Grüne und NEOS, man ist geneigt, sie als sozialistische Einheitspartei zu bezeichnen, sprechen von einem „historischen Schritt“ beziehungsweise einem „Gamechanger“ für Tirol. Sie argumentieren, dass damit eine Versorgungslücke geschlossen werde. Kritiker verweisen hingegen auf die ideologische Dimension des Themas sowie darauf, dass öffentliche Kliniken nun faktisch in den Bereich der Abtreibungen einsteigen. Vermittelt werden die Eingriffe künftig über Beratungsstellen wie das „Zentrum für Sexuelle Gesundheit“ oder „Chill Out“ für unter 21-Jährige.
Besonders kritisierte Hauser das Verhalten des katholischen Diözesanbischofs Hermann Glettler, der sich mehr für Belange der Regierung und des linken Zeitgeists einzusetzen scheint als für den Schutz des Lebens. Bischof Glettler war intensiver Befürworter der Covid-19-Impfungen und hat die Bevölkerung zur Teilnahme an den mRNA-Covid-19-Impfungen aufgerufen. Hauser dazu auf seinem Telegram-Profil: „Ich warte immer noch auf die Entschuldigung von Bischof Glettler bei den vielen Impfgeschädigten!“.
In den letzten Tagen gab es Aufregung über einen Sager des FPÖ-Mandatars Christoph Steiner, der am vergangenen Sonntag bei der Feldmesse im Rahmen des Gauder Festes in Zell am Ziller im Zillertal in Richtung von Bischof Glettler gut hörbar gesagt hätte, er hätte besser „Politiker bei den Grünen“ werden sollen. Plötzlich entdeckten die sonst so atheistischen und den christlichen Glauben hassenden linken Medien wieder ihre Liebe zur katholischen Kirche und sparten nicht mit Kritik.
