Waffenkooperationen: EU wird zum strategischen Hinterland der Ukraine – und zur Zielscheibe

Symboilbild: KI

Da Brüssel und Berlin immer enger mit der Ukraine bei der Waffenproduktion zusammenarbeiten, sieht Moskau die EU längst nicht mehr als neutralen oder zivilen Akteur. Die russische Regierung hat klargestellt: Wer zum Hinterland der Ukraine wird, riskiert, selbst ins Visier zu geraten.

Am 14. April 2026 haben Bundeskanzler Friedrich Merz und der ukrainische Präsident Volodymyr Selenskyj in Berlin weitreichende Vereinbarungen getroffen (Report24 berichtete). Deutsche und ukrainische Firmen gründen Joint Ventures, um Drohnen mittlerer und auch langer Reichweite herzustellen, darunter Modelle wie die WIY Strila oder die Linza 3.0. Unternehmen wie Quantum Systems bauen in München und an anderen Standorten Produktionskapazitäten auf, finanziert mit einem Paket von rund vier Milliarden Euro. Mit diesen Drohnen soll die Ukraine künftig Nachschublinien und Waffenfabriken tief im russischen Hinterland treffen können.

Deutschland nimmt damit immer mehr die Rolle des ukrainischen Waffenschmieds ein. Das russische Verteidigungsministerium hat darauf mit einem ungewöhnlich konkreten Statement geantwortet. In der Veröffentlichung heißt es wörtlich: „Wir betrachten diese Entscheidung als bewussten Schritt, der zu einer scharfen Eskalation der militärisch-politischen Lage auf dem gesamten europäischen Kontinent führt und die schleichende Transformation dieser Länder in das strategische Hinterland der Ukraine.“ Das Ministerium veröffentlichte sogar eine Liste mit Namen und Adressen europäischer Produktionsstätten, darunter Standorte in Deutschland, Großbritannien, Polen und weiteren EU-Staaten. Diese Einrichtungen machen die beteiligten Länder in den Augen Moskaus zum verlängerten Arm der ukrainischen Kriegsmaschinerie.

Der ehemalige russische Präsident und jetzige stellvertretende Sicherheitsratsvorsitzende Dmitri Medwedew formulierte es noch deutlicher auf X: „Die Erklärung des Verteidigungsministeriums muss wörtlich genommen werden: Die Liste der europäischen Einrichtungen, die Drohnen und anderes Gerät herstellen, ist eine Liste potenzieller Ziele für die russischen Streitkräfte. Wann die Angriffe Realität werden, hängt davon ab, was als Nächstes passiert. Schlaft gut, europäische Partner!“

Kreml-Sprecher Dmitri Peskow griff das Statement am 17. April auf und bestätigte die Linie der Regierung: „Diese Länder werden zunehmend direkt in den Konflikt, in den Krieg um die Ukraine, einbezogen. Die Einzelheiten sind alle im Statement des Verteidigungsministeriums dargelegt.“ Peskow ließ die Frage offen, ob Russland tatsächlich europäische Ziele angreifen würde.

Die russische Argumentation zum möglichen Kriegseintritt der EU dreht die Logik um, die die EU selbst anwendet. Wenn die Ukraine mit westlicher Hilfe russische Nachschubwege und Fabriken im Hinterland angreifen darf, dann gilt dieselbe Regel auch andersherum. Wer Waffen produziert, die das russische Hinterland angreifen, verliert den Status des Zivilisten und wird zum legitimen militärischen Ziel. In Berlin und Brüssel wird diese Warnung als bloße Propaganda abgetan. Stattdessen feiert man die neuen Joint Ventures als Erfolg der steuerfinanzierten „Build with Ukraine“-Initiative.

Aber die EU-Staaten machen sich durch diese Kooperationen militärisch angreifbar. Fabriken in München oder anderswo liegen nicht in einem luftleeren Raum. Die EU will die Ukraine militärisch stärken, ohne selbst Kriegspartei zu werden. Aber offenbar sieht der Kriegsgegner das anders. Wer Fabriken baut, die Drohnen für Angriffe auf russisches Territorium liefern, der wird für Moskau zum strategischen Hinterland des Kriegsgegners, mit allen Konsequenzen. Die russische Regierung hat diese rote Linie klar gezogen. Ob die europäischen Hauptstädte die Warnung ernst nehmen oder weiter auf Eskalation setzen, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden. Brüssel setzt darauf, dass der russische Bär nur brüllt und nicht beißt.

Es stellt sich nur die Frage, ob es das Regime Selenskyj wert ist, dieses Risiko einzugehen. Die USA haben klargestellt: Sie sind draußen aus dem Ukraine-Konflikt. Wenn die Europäer den Krieg wollen, dann mögen sie ihn selbst finanzieren und führen. Der Schutz durch die USA ist Geschichte. Das Risiko eines russischen Gegenschlages tragen übrigens nicht Frau von der Leyen, Herr Merz oder Frau „NATO“ Meinl-Reisinger. Das Risiko des Kriegseintritts im Konflikt Russland–Ukraine tragen die europäischen Bürger. Die wurden aber bisher nicht zu ihrer Meinung befragt. Das sollte man schnellstmöglich nachholen. Die Frage wäre einfach: „Wollen Sie für die Ukraine in den Krieg ziehen? Ja oder nein.“ Die Antwort dürfte eindeutig ausfallen.

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