Die dümmste Medien-Ente des Jahrhunderts: das Polonium-Fläschchen beim Ostereiersuchen

Bildquelle: KI

Für den staatlich verordneten Russenhass ist den Medien keine Lüge zu blöd. So titelte die deutsche Bild-Zeitung “Feuerwehr geht von echtem Gift aus: Polonium-Fund bei Ostereier-Suche“. Jeder Mensch mit grundlegenden Chemie-Kenntnissen wusste schon nach wenigen Worten: Das ist die Ente des Jahrhunderts, ein kapitaler Bär, den man den Lesern da aufbinden will. Lesen Sie hier, weshalb.

Inszeniert wie zu besten Corona-Zeiten rückten Feuerwehrleute mit grellroter Schutzausrüstung und Atemschutz aus. Die Story dazu ist abenteuerlich:

Zwei “Männer” wären beim Ostereiersuchen gewesen. Im selben Artikel wird von “im Garten” und “am Ortsrand” gesprochen, der Ort der Suche wäre Vaihingen an der Enz gewesen. Dort hätten sie dann ein weißes Kunststoff-Fläschen mit rotem Deckel und der Aufschrift “Polonium” gefunden. Auch weil das Fläschchen 200 Gramm gewogen hat, ging die Feuerwehr angeblich von der Echtheit des Fundes aus. Eine Untersuchung mit einem Geigerzähler wäre vermutlich zu viel verlangt gewesen.

Für die Bild-Zeitung war sofort eine Verbindung zu Putin klar. Schließlich hätten die Russen im Jahr 2006 den Putin-Kritiker Liwinenko mit Polonium vergiftet. Ja, warum nicht – vielleicht lebt in Vaihingen an der Enz, Baden Württemberg, rund 29.000 Einwohner, ein Putin-Kritiker, ist doch naheliegend, oder? Wie, Sie zweifeln? Dann leben dort gewiss russische Spione. Die Luftlinie nach Moskau beträgt 2.070 Kilometer, auch das ist verdächtig, wenn man Bild-Redakteur ist.

Genug gescherzt, sehen wir uns die Fakten an. Polonium-210 kostet in der Herstellung zwischen 30 und 100 Millionen US-Dollar pro Gramm. 200 Gramm Polonium hätten einen (Schwarz-)Marktwert zwischen 6 und 20 Milliarden Euro. Auf der ganzen Welt werden pro Jahr maximal 100 Gramm Polonium hergestellt (Angaben der IAEA). Und: Polonium hat eine Halbwertszeit von 138 Tagen. Der starke Alphastrahler zerfällt also sehr rasch.

Wie groß ist die Chance, dass der russische Geheimdienst in Vaihingen an der Enz ein Fläschchen mit der doppelten Jahresproduktion der gesamten Menschheit im Wert von 6-20 Milliarden Euro in einem privaten Garten “verlegt”? Da ist eher die Chance höher, dass die Bild-Zeitung einen bestellten Hass-Artikel gegen Russland liefern musste und / oder alle beteiligten Redakteure weder über Schulbildung verfügten, noch gewillt waren, den Stoff im Internet zu recherchieren und die Plausibilität ihrer Behauptung auf den Prüfstand zu stellen.

Man hätte aber schon ganz zu Beginn hinterfragen können, was das denn für “Männer” sind, die Ostereier suchen gehen. Ich persönlich kenne solche Männer nicht. Und auch die orientalischen Männer, die uns von den Medien oft als “Einmann” präsentiert werden, gehen nicht auf Ostereiersuche. In der Regel tun das Kinder.

Am Einsatz zur Bergung der gefährlichen Flasche sollen 41 Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr beteiligt gewesen sein, 138 Einsatzkräfte inklusive Strahlenschutzexperten wurden vor Ort mit der Sache befasst. Das ergibt für den Steuerzahler gewiss Sinn, weil 138 Menschen sicher viel besser Radioaktivität messen können als 13. Oder drei.

Natürlich musste auch der Boulevard-nahe ORF berichten. Ganz wichtig war dem zwangsgebührenfinanzierten Medium, den Absatz mit dem Russenhass unterzubringen. So war für jeden was dabei. Unbekannt ist, ob die angeblich “offizielle” Aufschrift des Fläschchens nun in kyrillischer Schrift oder doch in Deutsch oder Englisch ausgeführt war. In jedem Fall ließ sich gut vom mutmaßlich ukrainischen Sprengstoff an der Pipeline in Serbien ablenken.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: