Volkswille als Rückschlag: Gekaufte Berichte zu Windenergie?

Symbolbild: KI

Es geht hier um Wahrheit in der Berichterstattung. Die möchte ich an einem Beispiel beschreiben: Die Volksbefragung zu 3 Windindustrieanlagen bei Zogelsdorf und Burgschleinitz ging gegen den Bau aus. 13 Stimmen gaben den Ausschlag. Unmittelbar nach der Wahl wurde in extrem vielen Medien, darunter dem ORF, die Perspektive des Betreibers Verbund eingenommen. Sie alle stellten unisono den Ausgang der Wahl als Rückschlag für die Energiewende dar. Warum?

Ein Gastkommentar von Angelika Starkl

Wie geht Manipulation, wie funktioniert Propaganda? Doch immer mit viel Geld!

Die Methode: Gegner der Windindustrie werden als ewiggestrige Blockierer dargestellt, man spricht ihnen das Wissen ab und behandelt sie wie „Youtube-Verbildete“, während die Betreiber als Pioniere der Energiewende glänzen dürfen. Naturschutzorganisationen weisen auf die Zerstörung von Landschaften, der Lebensqualität, der Vogelwelt hin. Aber die Medien der Betreiber preisen fast ausschließlich CO2-Einsparungen und den ökonomischen Vorteil für Stromkunden. Was wird da propagiert? Da die IG Windkraft mit ihren Medienprofis die detailliertesten Daten zum Ausbau liefert, greifen fast alle Redaktionen inklusive ORF und APA auf deren Material zurück. Das sichert der Windlobby die Kontrolle über das primäre Narrativ. Einige Journalisten haben sich sogar im „Netzwerk Klimajournalismus Österreich“ zusammengeschlossen. 

Wer zahlt, schafft an

Das Geld für Wind-Propaganda fließt in Österreich vor allem an PR-Agenturen und Zeitungsverlage. Journalisten in den Redaktionen werden durch ihre Verlage bezahlt. Die Inseratenabhängigkeit der Zeitungsverlage von großen Landesenergieversorgern wie EVN, Wien Energie, Energie AG wirkt wie ein Druckmittel. Die EVN investiert massiv in ihre Landesmedien wie NÖN, Bezirksblätter und Regionalzeitungen. Da Niederösterreich das „Windkraftland Nr. 1“ ist, soll diese Werbung Akzeptanz für neue Windindustriezonen in den betroffenen Regionen schaffen. Im Jahr 2024 erreichten Investitionen in die Erzeugung von Strom durch Windenergie Rekordwerte. Das wurde synchron von massiven Werbekampagnen begleitet, um die Alternativlosigkeit von Windenergie medial zu zementieren.

Kleines Dorf, medial plötzlich ganz groß

Burgschleinitz-Kühnring ist ein Paradebeispiel. Dort warb der Verbund trotz lokaler Ablehnung massiv für eine „stabile Energiezukunft“. Burgschleinitz-Kühnring, wo sich eine Mehrheit gegen das geplante Windkraftprojekt des Verbund aussprach, ist ein Lehrstück für das Spannungsfeld zwischen lokalem Bürgerwillen und medialer Macht. Dass die Berichterstattung in fast allen großen Tageszeitungen und im ORF von Kritikern als einseitig oder gar manipulativ wahrgenommen wird, dürfte auf eine tiefgreifende finanzielle Abhängigkeit zurückzuführen sein, die weit über klassische Bestechung hinausgeht. Die Medien agieren hier offenkundig nicht als neutrale Beobachter des „Souveräns“, sondern als Multiplikatoren einer staatlich verordneten Energiewende. Die großen Energieerzeuger wie der Verbund oder die EVN sind die mächtigsten Inseratenkaiser des Landes.

Mit Millionenetats für Werbekampagnen, die unter dem Deckmantel von „Informationskampagnen zur Klimaneutralität“ laufen, sichern sie das Überleben zahlreicher Redaktionen. Ein Medium, das von den Anzeigengeldern eines Energiekonzerns lebt, wird dessen Prestigeprojekte kaum als Naturzerstörung framen. Stattdessen wird der Widerstand der Bevölkerung oft als „NIMBY-Phänomen“ (Not In My Backyard) abgetan. Oder man stellt die Kritiker als unsolidarisch gegenüber dem propagierten Klimaschutz hin.

Bezahlte Loyalität führt zu gefährlicher Verzerrung

Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist der ORF ein Hauptempfänger von Informations- und Werbekampagnen der großen Energieversorger. Während der Verbund seine Argumente in Sendungen des ORF so sehr gut platzieren kann, bleibt den lokalen Bürgerinitiativen in den Medien nur die Rolle eines lästigen Störfaktors. In einem Beitrag des ORF Niederösterreich vom 17. März sprach man sogar schon von den „störenden Bürgerinitiativen, die nur Spaltung provozieren“, und stellte allen Ernstes die direkte Demokratie in Frage. Wenn also der Souverän – das Volk – in einer demokratischen Abstimmung „Nein“ sagt, passt das so ganz und gar nicht in das Narrativ der Energiewende. Dieses Wort wird nur von den PR-Abteilungen der Windlobby und der Politik vorgegeben und dann von den finanziell abhängigen Medien völlig kritiklos übernommen.

Journalismus oder Propaganda?

So verschwimmen die Grenzen zwischen Journalismus und Propaganda, da der politische Druck die journalistische Objektivität massiv verdrängt. Die Berichterstattung dient dann nicht mehr der Aufklärung, sondern der Disziplinierung jedes Bürgers, der es wagt, sich gegen die Interessen der Politik und Windindustrie-Betreiber zu stellen. In der Folge werden Mitbestimmung, freie Meinungsäußerung, offener Diskurs und die Demokratie zu Grabe getragen. Der mündige Bürger wird mundtot gemacht. Er darf nicht mehr mitdenken, mitbestimmen, etwas sagen. Er hat zu kuschen! Deshalb: Bericht- Bestattung.

Wahrheit – Ruhe in Frieden

Die journalistische Pflicht dient so nicht länger der Aufklärung der Bürger! Sie will die Disziplinierung des Souveräns – des Volkes, das es wagt, sich gegen die vornehmlich finanziellen Interessen der „Windlords“ zu stellen. Das ist eine neue Form der Feudalherrschaft über ein Land. Und ihre sichtbaren Symbole sind die scharfen Spießrotoren, die die höchsten Punkte in der Landschaft überragen – von Stephansdom bis Donauturm – wie Wahrzeichen einer technokratischen Diktatur, die Widerständler hochmütig als lästigen Pöbel betrachtet. Aber nicht mit uns!

Der Club der souveränen Niederösterreicher hat eine Broschüre erstellt. Sie trägt den Titel: Landschaft oder Industriegebiet? Fakten, die Sie kennen sollten.

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