Zehntausende Moldawier protestieren gegen die prowestliche Regierung

Bild: freepik / frimufilms

Weil es die pro-westliche Regierung des Landes verabsäumt habe, einen besseren Energiedeal mit Russland auszuhandeln, sind Berichten zufolge mehr als 10.000 Menschen in der moldawischen Hauptstadt Chisinau auf die Straßen gegangen.

In immer mehr Ländern in Europa regt sich der Unmut der Bevölkerung über die stark steigenden Energie- und Lebensmittelpreise. Das Protestpotential wächst immer weiter, auch in einem der ärmsten Länder des europäischen Kontinents, Moldawien. Die ehemalige Sowjetrepublik sieht sich infolge der Energiekrise mit einer hohen Inflation konfrontiert, was die Menschen zusehends auf die Straßen treibt.

Am Sonntag gingen Berichten zufolge bis zu 20.000 Menschen auf die Straßen und protestierten in der moldawischen Hauptstadt Chisinau gegen die Politik der pro-westlichen Regierung. Die größten regierungsfeindlichen Proteste seit Jahren, verdeutlichen das Unruhepotential des rund 3,5 Millionen Einwohner zählenden Landes, in dessen Osten die pro-russische abtrünnige Republik Transnistrien liegt. Ein sogenannter “eingefrorener Konflikt”, der das Land seit vielen Jahren spaltet.

Die Demonstranten haben bereits im Regierungsviertel der Hauptstadt eine Zeltstadt aufgebaut und verkündet, nicht wieder zu gehen, bevor die pro-westliche Regierung von Präsidentin Maia Sandu und Premierministerin Natalia Gavrilița den Rücktritt erklären. Seitens der Unterstützer der Regierung wird den Demonstranten jedoch vorgeworfen, unter anderem vom Oligarchen Ilan Shor bezahlt worden zu sein, der auch Vorsitzender der Shor-Partei ist und sich mit diversen Anklagen konfrontiert sieht.

Die Präsidentin erklärte im nationalen Fernsehen, sie hoffe, dass Gazprom die Gaslieferungen an das Land nicht einstellt. Denn es sei nicht nur schwierig, Gas zu finden, sondern vor allem bezahlbares Gas.

Sollte die Regierung das Problem der explodierenden Energiekosten nicht in den Griff bekommen, dürften sich die Proteste ausweiten und die politische Stabilität des Landes gefährdet sein.

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