Wirtschaftskrise, Kriege, Unruhen: Die größten globalen Risiken für 2022

Bild: freepik / panoramaphotos

Was erwartet uns im Jahr 2022? Vor allem in Bezug auf die Geopolitik und die Weltwirtschaft gibt es einige Entwicklungen, die mit großen Risiken verbunden sind. Erwartet uns ein Katastrophenjahr? Was wird neben dem Thema Covid-19 die großen Schlagzeilen der nächsten Monate prägen?

Bereits in den letzten Monaten haben sich einige Entwicklungen abgezeichnet, die bei einer konsequenten Fortführung der bisherigen Politiken weltweit zu gewaltigen Katastrophen führen könnten. Kriege, Unruhen/Bürgerkriege und Hyperinflation wirken geradezu unvermeidlich, wenn man die aktuellen Daten analysiert. Umso wichtiger ist es, einen Überblick zu behalten. Welche Risiken weisen eine hohe Wahrscheinlichkeit auf, real zu werden und mit welchen Auswirkungen hätten wir zu rechnen?

Hyperinflation

Infolge der ganzen Corona-Maßnahmen wie Lockdowns kam es zur Behinderung des grenzüberschreitenden Flusses von Waren und Dienstleistungen sowie gestörten Lieferketten, sodass die Preissteigerungen rund um den Erdball bereits sehr hohe Werte erreicht haben. Die (teils hausgemachte) Energiekrise, insbesondere in Europa, trägt ihren Teil dazu bei. Zwar ist das Vertrauen der Menschen in ihre Währungen noch nicht ganz verloren, doch immer mehr Leute sehen ihre Kaufkraft dahinschwinden. Ihre Einkommenszuwächse halten mit den steigenden Preisen einfach nicht mehr Stand. Da jedoch die globalen Lieferketten weiterhin gestört sind und durch die allgemeine Panikmache bezüglich der sogenannten „Omicron“-Variante wahrscheinlich kaum so schnell wieder in Ordnung gebracht werden können, sorgen weitere Verknappungen für zusätzliche Kostensteigerungen bei der Produktion von Gütern. In manchen Ländern könnte dies das Vertrauen so weit erschüttern, dass sie in eine Phase der galoppierenden Inflation (also mehr als 20 Prozent) und dann sogar in die Hyperinflation schlittern könnten.

Der Kernpunkt der Stabilität einer Währung ist das Vertrauen der Menschen. Währungen wie der Euro, der Schweizer Franken oder der US-Dollar haben dieses weitestgehend noch. Die Türkische Lira beispielsweise bewegt sich momentan in den Zustand der galoppierenden Inflation, von wo aus es nicht mehr weit bis zur völligen Entwertung ist. Die Frage ist nur: Kann das auch den Euro oder den Dollar treffen? Und die Antwort lautet: Ja, natürlich kann es diese Währungen auch treffen. Je größer die wirtschaftlichen und finanziellen Verwerfungen als Folge der Corona-Maßnahmen werden, umso wahrscheinlicher werden Kettenreaktionen in Gang gesetzt, die von den Zentralbanken und der Politik nicht mehr kontrolliert werden können. Insbesondere auch deshalb, weil das ganze System seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/2009 immer noch stark angeschlagen ist.

Fazit: Auch wenn es eher unwahrscheinlich ist, so besteht doch ein gewisses Risiko einer totalen Geldentwertung. Allerdings dürfte man versuchen, dies bis zur technischen Reife der Einführung von digitalem Zentralbankgeld zu verzögern.

NATO-Russland-Krieg

Die Spannungen zwischen der NATO bzw. den Vereinigten Staaten von Amerika auf der einen und Russland auf der anderen Seite sind so hoch wie schon lange nicht mehr. Inzwischen hat Moskau dem Westen (also der NATO und den USA) bereits ein Ultimatum gestellt und klargemacht, dass es auch rote Linien hat. Vereinfacht gesagt, haben die Russen gewarnt, dass sie selbst keinen Krieg wollen, diesen aber auch nicht scheuen. Doch das russische Angebot zur Deeskalation wird in Washington und Brüssel argwöhnisch betrachtet. Man will beispielsweise die NATO-Expansion nach Osten weiter vorantreiben, obwohl diese von Moskau als direkte Bedrohung angesehen wird. Auch ist Moskau daran interessiert, die Konflikte im Donbass (Ukraine) und in Abchasien bzw. in Südossetien (Georgien) köcheln zu lassen. Diese verhindern einen NATO-Beitritt der Ukraine und Georgiens.

Die anhaltend aggressive Haltung der USA und der NATO gegenüber Russland und die zunehmend aggressiv-passive Haltung Moskaus sorgen jedoch für ein wachsendes Konfliktpotential. Je mehr Kriegsgerät und Soldaten nach Osteuropa geschafft werden, umso größer ist das Risiko eines Zusammenstoßes. Ob nun durch „menschliches Versagen“, gewollt oder in Form einer „False Flag“-Aktion spielt hierbei keine Rolle. Sprichwörtlich gesagt: Je mehr Steine durch die Luft fliegen, desto wahrscheinlicher ist ein Treffer. Und momentan fliegen wieder sehr viele solcher Steine durch die Luft. Zudem darf man nicht vergessen, dass die regierenden Demokraten in den USA seit Jahren eine höchst scharfe und aggressive Rhetorik gegenüber Russland verwenden. Doch will man tatsächlich einen militärischen Konflikt mit Russland wagen? Immerhin hat Russland mit der S-400 und der S-500 sehr effektive Luftabwehrsysteme und zudem enorme Fortschritte in Sachen Hyperschallraketen gemacht. Außerdem sind die europäischen NATO-Partner nicht einmal ansatzweise für einen größeren Krieg bereit und wären wohl innerhalb weniger Tage dank der russischen Raketentechnik „ausgeknockt“.

Fazit: Die Risiken eines militärischen Konflikts zwischen dem Westen und Russland sind derzeit so groß wie schon seit vielen Jahren nicht mehr. Wie weit die Lage eskaliert, hängt vor allem vom Verhalten Washingtons und der NATO ab.

Krieg um Taiwan

Peking hat in den letzten Monaten immer deutlicher gemacht, dass es die Wiedervereinigung Taiwans mit dem Festland anstrebt. Wortmeldungen von Präsident Xi Jinping und Editorials des Sprachrohrs der Kommunistischen Partei Chinas, der Global Times, sind hier eindeutig. Die selbstverwaltete Insel gilt für Peking als „abtrünnige Provinz“, die wieder in das Reich der Mitte eingegliedert werden muss. Besonders problematisch ist allerdings der Umstand, dass sich sowohl Peking als auch Teipeh als „alleinige Regierung ganz Chinas“ betrachten (wobei die Taiwanesen da eindeutig die schlechteren Karten haben). Da es jedoch in der Volksrepublik China keine freien und unabhängigen Umfragen und Wahlen gibt, ist es völlig unklar, was die Festlandchinesen selbst eigentlich wollen.

Allerdings haben die Manöver der Luftwaffe der chinesischen Volksbefreiungsarmee und diverser anderer militärischer Einheiten in der Taiwan-Straße während der letzten Monate verdeutlicht, dass Peking auch einen Waffengang nicht scheut. Gleichzeitig arbeiten die Amerikaner zusammen mit den Japanern (und eingeschränkt auch mit den Koreanern) daran, eine militärische Operation vorzubereiten, sollte Peking tatsächlich eine Invasion in Taiwan wagen. Es ist zwar davon auszugehen, dass diese Hilfstruppen im Ernstfall faktisch nur Kanonenfutter sein werden, doch sollte es so weit kommen, wäre ein großer Asien-Krieg unvermeidlich. Ungeachtet dessen, dass sämtliche Pentagon-Studien eine Niederlage der Vereinigten Staaten in solch einem Kriegsfall vorhersagen, hält Washington nach wie vor am Verteidigungsversprechen fest.

Fazit: Sollte sich Peking tatsächlich für eine „militärische Lösung“ entscheiden, würde alles von der Reaktion Washingtons abhängen. Die Frage lautet, ob die kommunistische Führung in Peking wegen innenpolitischer Probleme (Evergrande und die Immobilienblase?) eine entsprechende „Ablenkungsmaßnahme“ braucht, um das Volk hinter sich zu vereinen.

Der Iran & der Nahe Osten

Seit der einseitigen Aufkündigung der Atomdeals durch die USA unter Präsident Donald Trump wachsen die Spannungen mit dem Iran wieder deutlich an. Vor allem Israel, welches dieses Abkommen von Anfang an opponierte, agiert immer aggressiver und lässt den Geheimdienst Mossad im Land des Erzfeindes Attentate, Anschläge und Sabotagen durchführen. Jerusalem fürchtet sich vor einer „iranischen Atombombe“, obwohl man selbst entgegen des Atomwaffensperrvertrags eine ganze Ladung solcher Waffen besitzt. Andererseits lässt die iranische Führung auch keine Möglichkeit aus, Jerusalem verbal und mittels Raketentests zu drohen. Selbst ein iranischer Angriff auf die Nuklearanlage Dimona in Israel wird nicht ausgeschlossen. Gleichzeitig drängt Jerusalem Washington dazu, massiver gegen den Iran und dessen Stellvertreter im Nahen Osten vorzugehen. Angesichts dessen, dass bereits unter der Trump-Administration eine Verschiebung des militärischen Gewichts, weg aus der Region hin nach Ostasien stattfand, scheint für manche Entscheider in Israel eine Eskalationsstrategie die beste Option zu sein, die Amerikaner wieder zurückzubekommen.

Indessen arbeiten die Israelis an einer NATO-ähnlichen Allianz in der Region, die bislang neben dem jüdischen Staat auch Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) einschließt. Man hofft darauf, noch weitere antiiranische Staaten (z.B. Saudi-Arabien) für sich zu gewinnen, um so den Druck auf Teheran zu erhöhen. Doch das große Problem an diesem Konflikt ist die Unvorhersehbarkeit von Aktionen. Ein kleiner Fehler genügt, um eine Kettenreaktion hervorzurufen. Und dann? Dann brennt der Nahe Osten – dieses Mal aber wirklich. Dies würde dann zudem die Ölpreise in ungeahnte Höhen steigen lassen und (siehe oben) auch die Inflation weltweit massivst antreiben. Für die ohnehin angeschlagenen Volkswirtschaften weltweit wäre dies ein Horrorszenario.

Fazit: Wenn es in Sachen Atomdeal nicht bald zu einer Einigung kommt, die auch den Interessen Israels entspricht, ist eine Eskalation durchaus wahrscheinlich. Von all den Kriegsrisiken mit geopolitischen und weltwirtschaftlichen Auswirkungen ist dieser Konflikt jener, der die höchste Wahrscheinlichkeit aufweist.

Bürgerkrieg / Unruhen

Die Zwangsmaßnahmen der Regierungen, angeblich zur Eindämmung von Covid-19, sorgen bei immer mehr Menschen für Unmut. Nicht nur unter jenen, die sich bis dato nicht die experimentellen Vakzine verabreichen lassen wollen, auch unter jenen, die sie mehr oder weniger unfreiwillig erhalten haben und inzwischen zu Auffrischungsimpfungen gezwungen werden sollen. Ganz zu schweigen von den anhaltenden Einschränkungen der Freiheit, die sowohl Geimpfte als auch Ungeimpfte betreffen. Selbst wenn man „geboostert“ ist und bereits die dritte oder vierte Spritze bekommen hat. Das zehrt an den Nerven und der Geduld vieler Menschen. Bereits jetzt nehmen die Protestaktionen immer weiter zu. In manchen Städten Europas kam es schon zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Demonstranten und der Polizei.

Nun stellt sich die Frage, ob der wachsende Unmut in der Bevölkerung – egal ob geimpft oder nicht – ausreicht, um ein „Covid-1989“ zu erreichen. Auch darf die Frage gestellt werden, ob die Regierungen einzelner Länder zu repressiven Maßnahmen und Polizeigewalt (bzw. zum Einsatz des Militärs im Inneren zur Aufstandsbekämpfung) bereit wären, um die Proteste zurückzudrängen. Dies könnte dann zu einer Eskalation – und unter Umständen zum Sturz von Regierungen führen. Letzteres insbesondere dann, wenn sich große Teile der Exekutive auf die Seite der Bevölkerung stellen würden.

Fazit: Je nachdem, wie strikt die einzelnen Regierungen in den kommenden Monaten agieren, wird sich auch das Konfliktpotential entwickeln. Je strikter die Maßnahmen, desto größer der Unmut. Wenn ein Land durch die Proteste „fällt“, wird dies einen Dominoeffekt haben.

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