Windradflügel-Crash: Zwei Verletzte, Millionen Euro Schaden! 135 Tonnen krachen in Waldstück

Symbolbild: KI

Sagte der Berg nein? Die Arbeiten am Windpark „Hohe Molmert“ im Sauerland laufen auf Hochtouren – doch beim Transport eines Windradflügels kam es zum folgenschweren Unfall. Das tonnenschwere Rotorblatt krachte in ein Waldstück. Wie man es dort wieder herausbekommen soll, ist noch unklar.

Aus fünf Windrädern auf der Hohen Molmert, dem höchsten Berg der Stadt Plettenberg im Märkischen Kreis (NRW), soll der im Bau befindliche Windpark am Ende bestehen: Die Anlagen haben jeweils eine Gesamthöhe von 250 Metern und einen Rotordurchmesser von 172 Metern. 36 Megawatt Gesamtleistung sollen hier installiert werden.

Einfach ist das alles aber nicht. Wir haben erst kürzlich gezeigt, wie gigantische Windradflügel mit sogenannten BladeLiftern in Zentimeterarbeit durch Ortschaften transportiert werden:

Leider ist diese Technologie nicht vor Unfällen gefeit. So kam es vergangene Woche zu einem folgenschweren Crash. In der Nacht auf Freitag schleppte ein Transporter ein knapp 85 Meter langes Rotorblatt zum Windpark „Hohe Molmert“ hinauf. Auf einem geschotterten Waldweg geschah das Unglück: Der Auflieger kippte aus bislang unklaren Gründen und fiel um – und der Windradflügel krachte in den Wald. Flügel und Auflieger sollen zusammen rund 135 Tonnen auf die Waage bringen, der Flügel allein wiegt um die 25 Tonnen.

Zwei Verletzte, Millionenschaden

Zwei Mitarbeiter (Berichten zufolge Italiener im Alter von 38 und 56 Jahren) wurden verletzt und mit Rettungswagen zur ambulanten Behandlung in ein Krankenhaus gebracht. Ihre Verletzungen waren glücklicherweise nicht schwer.

Der Sachschaden soll allerdings im Millionenbereich liegen. Zwar wurde das Transportfahrzeug samt Auflieger bereits aus dem Waldstück geborgen: Dafür rückten am Sonntag insgesamt 30 Spezialisten an, darunter Fachleute aus Dänemark, England, den Niederlanden und aus dem Sauerland selbst. Zum Einsatz kamen außerdem ein Mobilkran und Mobilbagger.

Auch für die Umwelt hat ein solches Desaster Folgen: Beim Unfall waren Diesel und Öl aus dem Auflieger („selbstfahrende Einheit“ genannt) ausgelaufen. Die verunreinigte Erde soll abgetragen und im Anschluss frische Erde aufgeschüttet werden.

Wie kommt das Rotorblatt aus dem Wald?

Doch was ist mit dem Windradflügel? Der liegt noch immer im Wald. Ob er repariert werden könnte, ist unklar. Selbst wenn das der Fall wäre, bleibt die Frage, wie man das tonnenschwere Teil aus der Botanik gehievt bekommt.

„Man könnte den Flügel vielleicht am Stück aus dem Waldstück herausheben, was aber aufgrund der Länge des Flügels wahrscheinlich eher schwierig wird. Aus dem Grund wird es wahrscheinlich so sein, dass man den Flügel vor Ort in Teile schneidet und dann mit dem Kran aus dem Waldstück heraushebt, aber auch das ist alles noch sehr vage“, kommentierte der Besitzer einer Bergungsfirma. Sein Kollege fügte hinzu: „Die Herausforderung besteht in den Platzverhältnissen, einem sehr hohen Technikbedarf und einem sehr überlegten Handeln, um Materialschäden, Personenschäden und Umweltschäden zu vermeiden.“ Wie viele schädliche Fasern beim Zersägen des 400.000-Euro-teuren Windradflügels wohl freigesetzt werden?

Der Windpark, zu dem der Flügel gekarrt werden sollte, soll eigentlich noch in diesem Jahr in Betrieb gehen. Ersatz für das Rotorblatt wäre wohl verfügbar, doch ob der Zeitplan eingehalten werden kann, steht angesichts der bevorstehenden komplizierten Bergungsarbeiten in den Sternen. Für die aufwendigen Transporte der gigantischen Windradteile waren zuvor bereits Strecken mühsam hergerichtet worden: Unter anderem richtete man Rangierflächen ein und baute Ampelmasten und Verkehrsschilder ab.

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