Die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci wollen “wieder zu Pionieren” werden und verlassen ihr altes Unternehmen, um ein neues zu gründen. Die neue Firma soll sich auf mRNA-Technologien der “nächsten Generation” konzentrieren. BioNTech hatte 2025 einen milliardenschweren Verlust verbucht.
In den Corona-Jahren heimste BioNTech dank der rasch auf den Markt geworfenen Gentherapeutika und politisch forcierter Massenimpfungen Milliardenprofite ein. Nachdem die “Pandemie” nicht länger aufrechterhalten werden konnte, gingen die Umsätze allerdings stark zurück: 2025 verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 1,14 Milliarden Euro. Dabei war der Umsatz sogar leicht auf 2,87 Milliarden Euro gestiegen, unter anderem dank Erlösen aus einer Kooperation mit Bristol Myers Squibb. Doch Forschung und Entwicklung sind teuer und langwierig.
Die Prognosen für 2026 sind entsprechend vorsichtig. Erwartet wird ein Umsatz zwischen 2,0 und 2,3 Milliarden Euro, obwohl Analysten 2,75 Milliarden Euro prognostiziert hatten. Die Investitionen in Forschung und Entwicklung sollen bei 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro liegen. BioNTech konzentriert sich dabei vor allem auf mRNA-basierte Krebsmedikamente.
Ugur Sahin und Özlem Türeci haben nun bekannt gegeben, das Unternehmen verlassen zu wollen: Bis spätestens 2026 soll der Vorstand ausgetauscht werden. Die Suche nach Nachfolgern hat laut Pressemitteilung von BioNTech begonnen. Sahin und seine Ehefrau Türeci erklärten, sie wären bereit, wieder zu “Pionieren” zu werden. Das neue Biotech-Unternehmen soll zwar wieder an mRNA-Technologien forschen, doch man will sich jetzt auf die “nächste Generation” konzentrieren.
BioNTech soll voraussichtlich bestimmte mRNA-Rechte und Technologien in das neue Unternehmen einbringen: “BioNTech plant, entsprechende Rechte und mRNA-Technologien in das neue Unternehmen einzubringen, um eine priorisierte Entwicklung von mRNA-Innovationen der nächsten Generation mit disruptivem Potenzial zu ermöglichen und zu unterstützen”, heißt es in der Mitteilung.
Im Gegenzug soll BioNTech eine Minderheitsbeteiligung sowie Meilensteinzahlungen und Lizenzgebühren erhalten. Die Aktie des Unternehmens ist nach der Ankündigung prompt um fast 20 Prozent eingebrochen.
Sahin: “Richtiger Zeitpunkt” für nächste “bahnbrechende Innovation”?
Sahin kommentierte die Ankündigung der Firmengründung damit, dass BioNTech sehr gut aufgestellt wäre, um “seine Mission weiter voranzutreiben und sich zu einem kommerziellen Biopharma-Unternehmen mit mehreren zugelassenen Produkten zu etablieren”. Für das Gründer-Ehepaar sei aber der “richtige Zeitpunkt” gekommen, um die Übergabe des Staffelstabs vorzubereiten: „Gleichzeitig wollen Özlem und ich ein weiteres Mal als Pioniere neue Wege beschreiten. Schon immer war es unsere Vision, Wissenschaft in Fortschritte für Patientinnen und Patienten zu überführen. Jetzt bietet sich die Chance, die nächste Generation bahnbrechender Innovationen zu erschließen.“
Zur Erinnerung: Die mRNA-Technologie erlebte ihren Durchbruch einzig durch die sogenannte Pandemie. 2019 hatte man bei BioNTech noch mit mehreren verlustreichen Jahren der zähen Entwicklung gerechnet (wir berichteten). Dann kam “praktischerweise” SARS-CoV-2 – und plötzlich ging alles ganz schnell. Die WHO rief die Pandemie zwar erst am 30. Januar 2020 aus, doch Türeci gab später an, man habe schon Ende 2019 mit Pandemie-Vorbereitungen begonnen. Obendrein gönnten sich die BioNTech-Vorstände schon 2019 satte Gehaltserhöhungen – obwohl man heftigste Verluste machte. Wenn Sahin nun von einem “richtigen Zeitpunkt” spricht, könnte manchem kritischen Beobachter bange werden.
