Angesichts des linken Sumpfes, der sich nach den Landtagswahlen in Berlin auftut, ist ein Skandal der Linken-Partei wieder hochgekocht: 2020 postulierte ein Linker bei einer Strategiekonferenz der Partei die „Aufgaben einer Linken“. Man müsse den „parlamentsfixierten Abgeordnetenbetrieb schwächen“ und „Staatsknete im Parlament“ sowie „Informationen aus dem Staatsapparat abgreifen“ und an die linksextreme Antifa weitergeben. Damals distanzierten sich eine Handvoll Politiker. In der linksextremen und vom Verfassungsschutz beobachteten Strömung innerhalb der Partei war diese Personalie aber emsig weiter aktiv – und der Mainstream feierte ihn noch dieses Jahr als Kämpfer gegen Rechts.
Auf einer Strategiekonferenz der Linken in Kassel Ende Februar bzw. Anfang März 2020 wirkte ein Linkenpolitiker allzu ehrlich: In einem Redebeitrag befand er unter anderem, man müsse den „parlamentsfixierten Abgeordnetenbetrieb schwächen“, „Staatsknete im Parlament abgreifen“, Informationen aus dem Staatsapparat holen und diese „der Bewegung zuspielen“, also der linksextremen Antifa. Das Parlament solle man als Bühne nutzen, weil die Medien „so geil“ darauf seien. Das entsprechende Video geht aktuell wieder viral:
Wenn solche Versammlung von einer AfD aufgezeichnet worden wäre, wäre die Hölle in Deutschland los. Aber linke Faschisten dürfen sich auf diese Art öffentlich äußern. Das ist absolut unfassbar.
— Ella Bukowski (@ella_bukowski) September 23, 2026
1933 ist wieder zurück! Das hier hätte auch eine Versammlung der NSDAP sein können.…
Eine längere Fassung ist etwa hier zu sehen:
Die Linke vergisst dabei festzustellen, dass, wenn man in einen Regierungszug einsteigen möchte, dann muss man ein Ticket lösen und auf dieses Ticket gibt es allgemeine Geschäftsbedingungen und die muss die Linke akzeptieren. Zu diesen Geschäftsbedingungen gehört die Akzeptanz zur Schuldenbremse, die Akzeptanz zu NATO, zur EU, zu Stacheldraht, dazu gehört die Akzeptanz zu Abschiebungen und dazu gehört auch die Akzeptanz zum Bestehenden. Und daran sollte sich die Linke meiner Meinung nach nicht beteiligen. Gleichzeitig will ich euch sagen, wie es besser gehen könnte. Wir müssen diesen parlamentsfixierten Abgeordnetenbetrieb schwächen. Und das machen wir damit, dass wir feststellen, was die Aufgaben einer Linken sind: Staatsknete im Parlament abgreifen, Informationen aus dem Staatsapparat abgreifen, der Bewegung zuspielen, den außerparlamentarischen Bewegungen das zuspielen und dann braucht man natürlich noch das Parlament als Bühne, weil die Medien sind so geil auf dieses Parlament, das sollten wir doch nutzen. Aber alles, was darüber hinausgeht, brauchen wir nicht unbedingt. Mann, ich bin noch damit bereit, dass man Götzer vielleicht in so eine Weste steckt und sie dann übers Kohlefeld laufen lässt (Lachen bei den Zuhörern). Das können wir auch machen als parlamentarischer Beobachter, das ist auch gut. Aber grundsätzlich bin ich der Meinung, weil jetzt hier auch gerade der Kampf, wie geht’s denn gegen Rechts weiter: Abgeordnetengehälter gehören beschränkt (Applaus) und ich glaube, dass ein Facharbeiterlohn ausreicht. Die Differenz davon, es gibt in jeder Stadt eine vernünftig operierende Antifa, und da könnt ihr mal die gesamte Kohle hinpacken, anstatt mit SPD, Grünen und CDU eine Einheitsfront zu bilden. Ich glaube, da hat die Antifa mehr von und wir haben den Nazi-Dreck immer noch weg.“
Transkript des Videos
Die AKL: eine vom Verfassungsschutz beobachtete Parteiströmung der Linken
Der Name dieser Personalie ist Tim Fürup. Er war damals Bundessprecher der „Antikapitalistischen Linken“ (AKL). Die AKL ist eine anerkannte Strömung und Bundesarbeitsgemeinschaft innerhalb der Partei Die Linke und parteiintern organisiert. Das Bundesamt für Verfassungsschutz und mehrere Landesämter bewerten die AKL seit Jahren als linksextremistische Bestrebung: Sie strebt einen „grundsätzlichen Systemwechsel“ und die „Überwindung der bestehenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung durch einen Bruch mit den kapitalistischen Eigentumsstrukturen“ an. Sprich: Sie richtet sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung. Spannend, dass solche Strömungen innerhalb der Linken agieren und es niemanden im Staatsapparat zu kümmern scheint, oder?
Linksextreme AKL-Richterin am Verfassungsgericht
Die AKL ist nach wie vor aktiv. Trotz Beobachtung durch den Verfassungsschutz nimmt man die linksextreme Gefahr nicht ernst: Das zeigte sich schon in der Wahl von AKL-Mitglied Barbara Borchardt zur Richterin am Landesverfassungsgericht (!) Mecklenburg-Vorpommern durch den Landtag Mecklenburg-Vorpommerns im Jahr 2020. Linksextreme im Verfassungsgericht! Weit hat man es gebracht. Thomas Haldenwang bezeichnete das damals als „unerträglich“. Borchardt blieb bis zu ihrem Tod 2023 trotzdem Richterin dort.
Beurlaubung für Fürup auf „unbestimmte Zeit“ bei vollem Gehalt
Und was geschah mit Fürup? Der arbeitete im Frühjahr 2020 auch im Deutschen Bundestag als wissenschaftlicher Mitarbeiter. Es gab halbherzig anmutende Distanzierungen von Abgeordneten. Seine Arbeit im Bundestag ruhte seinerzeit nach dem Skandal vorübergehend – wie lange und ob er zurückkehrte oder gekündigt wurde, ist unklar. Der Spiegel berichtete 2020:
Seit mehreren Tagen ist Fürup auf unbestimmte Zeit beurlaubt, wie der Abgeordnete Hubertus Zdebel dem SPIEGEL bestätigte. Er erhält weiter sein Gehalt. Ob er noch einmal in den Bundestag zurückkehren kann, ist unklar. „Wir prüfen weitere arbeitsrechtliche Schritte“, sagte Zdebel.
Ein Schelm, wer hier davon ausgeht, dass man lediglich ein wenig Gras über die Sache wachsen lassen wollte.
Bis mindestens Juni 2026 war Fürup Ansprechpartner der AKL
In der linksextremen „Antikapitalistischen Linken“ hatte der Skandal jedenfalls keinerlei Konsequenzen. Aktuell wird Fürup auf der Website nicht mehr als Ansprechpartner für Berlin aufgeführt, doch ein Blick in die Wayback Machine zeigt: Das war bis mindestens Mitte Juni 2026 noch anders. Wer führende Posten im Flügel einnimmt, spricht gemeinhin nicht nur für sich selbst. Ob man Fürup nun womöglich angesichts der neuerlichen Viralität seiner Skandalaussagen frisch von der Website gelöscht hat, ist hier leider nicht nachvollziehbar.

Mainstream feiert ihn heute noch als Kämpfer gegen Rechts
Und auch der Mainstream pfeift auf seine Vergangenheit. Das Medium „Watson“ hat im Februar 2026 ein Interview mit ihm als Lehrer geführt, in dem er sein Leid über angeblichen Rechtsextremismus im Schulalltag klagte. Er wird als Held präsentiert, der sich diesem Problem wacker entgegenstellt. Praktischerweise legte man Fürups Vergangenheit nicht offen – er selbst erwähnt lediglich sein eigenes Antifa-Engagement.

Damit wird die gefährliche linke Schieflage nicht nur im Staatsapparat deutlich, der nicht einmal dann auf linksextreme Parteiströmungen reagiert, wenn sie offen die Schwächung des Parlaments und das „Abgreifen“ von „Staatsknete“ und Informationen ankündigen. Der Mainstream agiert wacker als Steigbügelhalter und stilisiert solche Charaktere zu Heldenfiguren. Ob Berlin weiß, was es da gewählt hat?
