Südafrikanische Behörden zu “Omicron-Variante”: Offenbar kein Grund zur Furcht

Bilder: freepik / Foto via nakaridore / Don't Panic via lanasham

Den südafrikanischen Gesundheitsbehörden zufolge ist die “Omicron-Variante” von SARS-CoV-2 kein Grund zur Besorgnis. Die Symptome sind demnach weitestgehend mild und haben bislang zu keinen Hospitalisierungen geführt. Und das, obwohl die neue Variante mittlerweile im Land dominiert.

Am Freitag, den 26. November, veröffentlichte das Südafrikanische Institut für übertragbare Krankheiten eine Erklärung zu der Covid-Variante, die jetzt als “Omicron” bezeichnet wird. Die Variante war erstmals am 12. November bei Proben aus der Provinz Gauteng (bei Johannesburg) entdeckt worden, und die Molekularstruktur wurde am 22. November charakterisiert. In der Erklärung des südafrikanischen Instituts vom 26. November hieß es, die Omicron-Variante erfülle weder die WHO-Kriterien für eine “Variante von Interesse” (variant of interest, VOI) noch für eine “bedenkliche Variante” (variant of concern, VOC). Doch weniger als 24 Stunden später stufte die WHO die Omicron-Variante als “bedenkliche Variante” ein. Warum? Das weiß niemand so recht.

Die WHO überreagiert offensichtlich

Denn die Definitionen für die Klassifizierung von Varianten sind von der WHO klar dargelegt. Die Einstufung einer “Variante” erfolgt in der Regel schrittweise, von VOI zu VOC. Für die Einstufung als VOI müssen Daten gesammelt werden, um verschiedene Auswirkungen der spezifischen Variante zu überprüfen, und für die Höherstufung als VOC muss nachgewiesen werden, dass die Variante definitiv die vorherige Immunität umgeht oder bei Menschen zu einem schwereren Unwohlsein führt als zuvor. Das heißt, es braucht stichhaltige Beweise dafür, dass die neuen Mutationen tatsächlich die Gefährlichkeit erhöhen.

In den öffentlich zugänglichen Quellen sind bisher keine Belege dafür zu finden, dass eine Infektion mit der Omicron-Variante ein höheres Risiko für Krankenhausaufenthalte oder Todesfälle birgt als die derzeit dominierende Delta-Variante. Ein offensichtlicher möglicher Grund für dieses Fehlen von Beweisen ist, dass die Variante erst vor kurzem identifiziert wurde. Angesichts der bekannten Zeitspanne zwischen der Infektion, der Entwicklung einer schweren Erkrankung und der Krankenhauseinweisung war nicht genügend Zeit, um zu beurteilen, ob dieser neue Stamm klinisch bedeutsam ist oder nicht.

Noch herrscht Unklarheit

Einfach ausgedrückt: Es ist noch nicht klar, ob diese neue Variante eine schlechte (infektiöser und tödlicher) oder eine gute (infektiöser, aber weniger schwer) ist. Die Meinungen darüber, wie sich diese Situation entwickeln wird, sind eindeutig geteilt. Dr. Angelique Coetzee, die Vorsitzende der südafrikanischen Ärztevereinigung, sagte am Sonntag, den 28. November, in der BBC-Sendung Marr, dass bisher alle bekannten Patienten, die mit Omicron infiziert waren, sehr milde Symptome hatten und keiner von ihnen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Die Panik im Vereinigten Königreich wegen der Variante betrachtete sie als völlig unnötig. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass in Südafrika lediglich rund 24 Prozent der erwachsenen Bevölkerung “vollständig” geimpft sind. Zudem ist die Bevölkerung im Schnitt relativ jung und deshalb auch kaum in Gefahr, wegen Covid-19 ins Krankenhaus zu müssen.

Aktuelle Daten zeigen, dass in Südafrika derzeit die “vierte Welle” zu beginnen scheint, was die positiven Tests anbelangt. Bei den Todesfällen durch/mit Covid-19 jedoch gibt es bislang noch keinen überdurchschnittlichen Anstieg. Dies liegt auch daran, dass diese zumeist mit ein paar Tagen Verzögerung auftreten. Angesichts der bisherigen Meldungen, dass die Omicron-Variante zwar leichter übertragbar ist, dafür jedoch weniger ausgeprägte Symptome mit sich bringt, dürfte der Anstieg bei den Todesfällen deutlich geringer als zuvor ausfallen. Insofern müsste man dann sogar glücklich darüber sein, wenn diese Mutation sich ausbreitet und so zu einer natürlichen Immunisierung der Bevölkerung führt.

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