Nach Unruhen: Chinesische Behörden reagieren in iPhone-City mit scharfen Maßnahmen

In China kam es zu gewalttätigen Aufständen durch Foxconn-Mitarbeiter. Modell: Freepik; Hintergrund: Twitter-Video

In der südchinesischen Stadt Zhongzhou wo Foxconn iPhones produziert, gab es wegen der ständigen Lockdowns und Covid-Beschränkungen Unruhen und Ausschreitungen bei den Mitarbeitern. Nun reagieren die Behörden scharf.

Offiziell werden die neuen Bewegungsbeschränkungen in acht Bezirken der Stadt Zhongzhou auf neue Covid-Fälle zurückgeführt. Doch in Wirklichkeit dürfte es sich hierbei um eine scharfe Reaktion auf die jüngsten Ausschreitungen von Foxconn-Mitarbeitern handeln. Diese wollen nicht mehr ständig auf dem Unternehmensgelände eingesperrt sein. Auf “WeChat” haben die lokalen Behörden nämlich angekündigt, dass von Freitag bis Sonntag entsprechende Restriktionen durchgesetzt werden. “Derzeit ist die epidemische Situation in unserer Stadt immer noch ernst und kompliziert”, heißt es in der Erklärung. Die Gesundheitsbehörden werden täglich PCR-Massentests durchführen und die Bewohner von “Hochrisikogebieten” auffordern, in ihren Häusern zu bleiben.

Bei den Unruhen am Mittwoch lieferten sich offensichtlich Hunderte von Foxconn-Mitarbeitern Straßenschlachten mit den lokalen Sicherheitskräften. Nach einem Monat an einem Leben wie in einem Arbeitslager, ohne physischen Kontakt mit der Außenwelt, gab es wohl einen kollektiven Lagerkoller unter den rund 200.000 Arbeitskräften.

Dabei gingen die Sicherheitskräfte auch nicht sonderlich zimperlich mit den Protestierenden um:

Ein weiterer Grund für die Unruhen dürfte auch der Umstand sein, dass die Neuankömmlinge unter den Mitarbeitern befürchten, ihren Bonus nicht zu erhalten. So heißt es in einer Erklärung zu den Vorkommnissen: “Sie sind auch wegen der Vertragsänderungen frustriert: Ursprünglich seien ihnen 6.000 Yuan Prämie für zwei Monate Arbeit versprochen worden, sagte er, aber jetzt habe die Geschäftsführung gesagt, die Arbeiter müssten bis März bleiben. “Wenn wir uns mit Covid anstecken und unter Quarantäne gestellt werden, würden wir das Geld nicht bekommen.””

Wie lange wird es wohl noch dauern, bis der kommunistischen Führung die “Null Covid”-Politik auf den Kopf fällt? Das Unruhepotenzial in dem autokratisch geführten Land wächst jedenfalls immer weiter an.

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