Linke Oma gegen Lieferroboter: „Sie übernehmen die Weltherrschaft!“

Symbolbild: KI

Fehlgeleiteten Aktivismus im Alter kennt man bereits von den „Omas gegen Rechts“. In den USA wurde nun eine 78-Jährige festgenommen, weil sie die feindliche Übernahme der Welt durch Roboter verhindern wollte – indem sie einen einzelnen Lieferroboter blockierte. Am Ende dürfte ihr einziger Erfolg wohl darin bestanden haben, dass irgendjemand kaltes Essen geliefert bekommen hat.

„Du kommst nicht vorbei“: Dieses Spielchen spielte die 78-jährige Carolyn Marvin, eine ehemalige Kommunikationsprofessorin an der Universität von Pennsylvania, am 14. Oktober im Zentrum von Philadelphia mit einem Lieferroboter. Und das nicht zum ersten Mal.

Videoaufnahmen des vermeintlich heroischen Protests gegen die Robo-Übernahme verbreiteten sich in den sozialen Netzen. Eine Frau filmte Marvins Aktion und wies sie darauf hin, dass sie den Roboter nicht blockieren dürfe – da wäre immerhin jemandes Essen drin, für das er bezahlt hat. Doch die Seniorin weigerte sich, beiseitezugehen und die fahrende Lieferbox passieren zu lassen. Die Frau mit dem Handy argumentierte, dass die Person doch auf ihr Essen warte und krank sein könnte – aber keine Chance. Marvin blieb stehen. Ebenso wie der Roboter (zwangsweise).

Gegenüber lokalen Medien berichtete eine Augenzeugin: „Ich dachte eigentlich, der Roboter hätte sie angefahren, deshalb fragte ich sie zuerst: ‚Geht es Ihnen gut? Hat der Roboter Sie angefahren?‘ Und sie sagte: ‚Nein, ich muss das stoppen. Sie übernehmen die Weltherrschaft.‘“

Kaltes Essen ist nun Protest gegen Reiche

Marvin selbst gab an: „Ich weiß, dass sie die Arbeitsplätze von Lieferanten übernehmen, und deshalb habe ich immer protestiert, wenn ich sie gesehen habe, indem ich mich vor sie gestellt und sie am Weiterfahren gehindert habe.“ Einem anderen Medium gegenüber sagte sie, es gehe ihr „um die rücksichtslose Art und Weise, wie reiche Konzerne menschliche Arbeitskräfte beiseiteschieben, um ihre Gewinne zu steigern“.

Andere empfinden das weniger heroisch. Ein X-User kommentierte beispielsweise: „Stellen Sie sich vor, Sie erreichen die 70 und liefern sich einen wütenden Streit mit einer ferngesteuerten Box, die autonom den Bürgersteig entlangrollt…“ In den sozialen Netzen betrachtet man ihren Aktivismus als nächsten Spleen „liberaler weißer Frauen“, die vor allem im gehobenen Alter auf dumme Ideen kämen, wenn sie nichts zu tun hätten. In Deutschland und Österreich kann man dieses Phänomen bei den „Omas gegen Rechts“ beobachten – in Wien etwa scheint das Campieren vor dem Bundeskanzleramt mit einem Transparent eine beliebte Beschäftigung für linke Seniorinnen zu sein:

Foto: Redaktion

Oma gegen Robos wurde festgenommen

Carolyn Marvin in Philadelphia betrachtet auch ihr „Einschreiten“ als legitime öffentliche Demonstration. Dass irgendwer dank ihr sein bestelltes Essen nicht (oder nur verspätet) bekommt, ist ihr offenkundig herzlich egal. Man darf sich wieder einmal fragen, warum unter linken Protestaktionen so oft unbeteiligte Normalbürger leiden dürfen – und nicht die bösen „Reichen“, gegen die man angeblich kämpfen will. Dass Uber und Co. nun einen neuen menschlichen Lieferanten einstellen, muss jedenfalls bezweifelt werden.

Den „Protest“ Mitte Oktober beendete schließlich die Polizei: Marvin wurde festgenommen und wegen Störung des öffentlichen Friedens angezeigt. Sie will aber weiterhin „demonstrieren“, sprich: Lieferroboter blockieren. Das mache sie immer, wenn sie einen Roboter zu Gesicht bekomme und Zeit habe. Sie betrachtet das als ihr Recht gemäß dem Ersten Verfassungszusatz. Gegen die Anzeige will sie rechtlich vorgehen.

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