Man selbst muss das Elend nach dem eigenen Tod zwar nicht mehr erleben, doch wehe den geliebten Angehörigen: Auch das Sterben wird teurer und teurer. Laut Statistischem Bundesamt sind die Kosten für Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühren 2025 überdurchschnittlich gestiegen. Immerhin: Die Kommunen mit ihren chronisch klammen Kassen freuen sich.
Passend zum nahenden November als üblichem Gedenkmonat hat das Statistische Bundesamt aktuelle Daten zum Bestattungswesen veröffentlicht. Rund 1,0 Million Menschen sind 2025 in Deutschland verstorben: 9 Prozent mehr als noch im Jahr 2015, als es rund 925.000 Sterbefälle gegeben hat. Verwiesen wird in diesem Kontext auf die Alterung der Bevölkerung.
In der Konsequenz boomt das Bestattungshandwerk. 2024 waren rund 4.200 Unternehmen mit insgesamt rund 32.000 Mitarbeitern im Bestattungshandwerk tätig. Die Umsätze lagen bei stolzen 2,37 Milliarden Euro.
Diese Umsätze gehen freilich auf Kosten der Bürger, die fürs Sterben immer mehr Geld hinlegen müssen. Die Preise für Särge, Urnen, Grabsteine und andere Begräbnisartikel sind im Jahr 2025 um 1,9 % gegenüber 2024 gestiegen, die Preise für Bestattungsleistungen und Friedhofsgebühren um 3,2 %. Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen in diesem Zeitraum „nur“ um 2,2 %.
Wenn das Geld bei Angehörigen nicht eingetrieben werden kann, muss der Staat einspringen: 2025 gab es demnach rund 15.400 Angehörige oder testamentarisch eingesetzte Erben, die zur Bestattung verpflichtet waren und bei denen die beantragten Bestattungskosten von Sozialhilfeträgern übernommen wurden. Der Staat springt aber deutlich seltener ein als früher: 2015 waren es noch 23.400 Empfänger. Die Ausgaben der Sozialhilfeträger sanken 2025 auf 51,6 Millionen Euro (2015: 61,7 Millionen Euro).
Zumindest für die Kommunen bedeutet das Sterben aber satte Finanzspritzen: 2024 erzielten die Kernhaushalte der Städte und Gemeinden in den Flächenländern Einnahmen von 951,9 Millionen Euro aus Verwaltungs- und Benutzungsgebühren und weiteren Entgelten im Friedhofs- und Bestattungswesen. Das waren 2,4 % mehr als im Jahr zuvor (929,8 Millionen Euro) und gut ein Drittel (34,1 %) mehr als zehn Jahre zuvor (2014: 710,1 Millionen Euro).