Klarer Kopf und starke Seele: Sind wir gerüstet für eine Zeit in Not?

Symbolbild: KI

Wir leben in unsicheren Zeiten. Massenkrawalle in den Großstädten, Kriegsgeplärr von Regierenden, hohe Strom-, Gas- und Spritpreise, hohe Lebenskosten und zahlreiche Bedrohungen. Viele Menschen haben das Gefühl, dass es bald „krachen“ wird. Wann, wissen wir nicht. Vielleicht bleibt uns noch Zeit, uns auf Not-, bzw. Krisenzeiten besser vorzubereiten. Was brauchen wir zum Überleben? Wasser, Wärme, Nahrung, Licht, Familie und gute Freunde in der Nähe. Ein paar Dinge, die wir tauschen können, wenn’s kein Geld gibt. Unsere Großeltern haben Kriege und schwere Notzeiten überlebt. Vielleicht ist es gut, zu wissen wie.

Gastkommentar von Angelika Starkl

Wie überlebte zu Großmutters Zeiten eine Bauernfamilie drei bis vier Wochen eingeschneit ohne moderne Infrastruktur? Sie hatte im Haus einen Ofen zum Heizen mit Kochplatte und Wassertank, viel Holz für den Winter trocken gelagert und genug Nahrungsmittel in der Speisekammer. Sie wusste, wie man Brot selbst bäckt, Fleisch und Eier haltbar macht und die Kerzen selbst aus Talg herstellt. Sie konnte aus Pottasche Seife machen, hatte einen eigenen Wasserbrunnen, der ohne Strom funktionierte, und konnte aus gesammelten Pflanzensamen selbst Gemüse anbauen. Sie kannte die Vorteile von Mist aus dem Stall als Dünger, wusste, wie man ein Hügelbeet anlegt, und wie Paradeiser, Paprika, Kürbisse und andere Feldfrüchte konserviert werden. Sie wusste, welche Wildkräuter man essen konnte. Das Trocknen der Küchenkräuter für Tees und Würze im Winter war Usus. Rosmarin, Thymian, Salbei und Minze wurden in Bündeln luftig im Schatten aufgehängt.

Die Abfälle von der Küche kamen zu den Hendln und den Schweinen. Meist gab es einen Erdkeller zur Lagerung von Erdäpfeln, Petersilwurzeln und Karotten und einen Dörraus zum Trocknen der Früchte und Beeren. Man benutzte Schmalz zum Kochen und ließ die Bauchspeckwürfel selbst aus. Kühe und Ziegen gaben Milch, Schweine das Fleisch und die Pferde dienten als Arbeitstiere und Transporthilfe. Wolle wurde mit dem Spinnrad gesponnen, Socken selbst gestrickt und die Frauen konnten Kleider und Filzpatschen nähen. Wenn ein Kind fieberte, bekam es Essigpatscherl, bei Blasenentzündung musste es auf einem Nachttopf sitzen, der mit heißem Kamillentee gefüllt war, und bei Husten gab’s Milch mit Honig. In den langen Winternächten spielte man Spiele, sang Lieder, und meist konnten sie noch ein Instrument dazu spielen. Man rückte zusammen.

Wie schaut der moderne Alltag aus?

Die Küchen sind modern ausgestattet. Kaum jemand heizt und kocht noch mit einem Holzofen. Die Familien sind vom Strom komplett abhängig. Es gibt kaum Vorratswirtschaft, kaum noch Speisekammern. Die Vorräte reichen nur für ein paar Tage. Brotbacken können zwar einige, beim Wasservorrat aber schaut’s traurig aus. Die meisten Menschen sind vom täglichen Einkauf im Supermarkt abhängig und dieser von den Lieferketten. 60 % der Lebensmittel kommen über Lieferketten, die nach drei Tagen ohne Lkw unterbrochen sind.

Die Kinder und Erwachsenen kommunizieren übers Handy. Sie verbringen Stunden im Netz und werden überfrachtet mit Nachrichten, die sie oft nicht einordnen können. Eltern sind beide berufstätig, viele fahren im Auto zum Arbeitsplatz. Die Kinder sind die meiste Zeit des Tages im Kindergarten oder in der Schule. Am Abend ist man müde. Vom Arbeiten, um sich das Leben leisten zu können. Bei Krankheit geht man zum Arzt und schluckt Medikamente. Bei seelischen oder Beziehungsproblemen besucht man einen Psychiater. Für jedes Weh gibt’s einen Spezialisten, ob im Darm, am Fuß oder im Kopf. Bestens versorgt! Oder?

Geht’s so weiter, oder müssen wir umdenken?

Nico Schott brachte in seinen RTV-Nachrichten vom 28. Oktober die Meldung, dass in 9 Ländern der Erde die Bevölkerung aufgerufen wurde, Notvorräte anzulegen. Sie haben also etwas vor. Was man im Haus haben sollte, kann jeder im Netz abrufen. Das sind die materiellen Aspekte.

Mir geht es aber um das Bewusstsein. Wenn’s ums Überleben geht, sind ein klarer Kopf und eine starke Seele gefragt. Als gläubige Christin weiß ich – mein Leben ist in Gottes Hand und deshalb bete ich den Rosenkranz. Für meine Familie, meine lieben Freunde. Manche mögen das belächeln, mir aber gibt es Trost und Hoffnung.

Die Aktion „Österreich betet“ wurde 2021 von Pierre Laroche ins Leben gerufen und hält bis heute an. Für den 4. November wird wieder zum Rosenkranzgebet in allen Hauptstädten aufgerufen und es versammeln sich tausende Menschen zum gemeinsamen Gebet. Wir alle spüren instinktiv, dass wir es alleine, nur auf uns selbst gestellt, kaum schaffen werden. Wir brauchen die Gemeinschaft, die Familie, die guten Freunde. Jetzt kommt die Kälte des Winters und wir gehen auf Weihnachten zu. Der Sinn des Festes der Liebe ist nicht ein maßloses Schenken und Schwelgen im Genuss. Es ist vielmehr ein Feiern der Geburt Jesus Christi, seiner Ankunft auf Erden als kleines Kind. Und es ist traurig, dass so viele Menschen den Glauben an ihn verloren haben.

Vielleicht sollten wir uns wieder ins Bewusstsein rufen, dass uns der Herrgott nicht im Stich lässt, wenn wir ihn anrufen und auf seine Hilfe vertrauen. Ich sehe heuer dem Weihnachtsfest anders entgegen, als in den vergangenen Jahren. Ich werde nicht wie sonst von Geschäft zu Geschäft laufen und Geschenke kaufen. Ich werde versuchen, da zu sein für alle, die mich brauchen, und die Zeit für die Besinnung nutzen. In mich gehen. Mich fragen: Wer bin ich denn ohne Gott?

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