Einer Christusfigur wurde der Kopf abgeschlagen, ein Kriegerdenkmal mit christenfeindlichen Parolen beschmiert: Die Schändung vor einer katholischen Kirche im englischen Warrington sorgt für Wut. Der örtliche Pfarrer spricht klar von Christenverfolgung. Die Polizei hat inzwischen einen 42-jährigen Verdächtigen identifiziert, der in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wurde.
Nicht einmal vor dem gekreuzigten Christus und den Kriegstoten macht der Kirchenhass Halt. Im englischen Warrington wurde einer Jesusfigur der Kopf abgeschlagen und das darunterliegende Kriegerdenkmal mit antikatholischen Parolen beschmiert. Auf dem Sockel stehen die Namen jener Männer, die in zwei Weltkriegen für ihr Land gefallen sind. Darüber hängt nun ein Christus ohne Kopf. Ausgerechnet wenige Tage vor dem britischen Gedenktag für die Kriegstoten wurde damit ein Denkmal geschändet, das seit Generationen an die Opfer der beiden Weltkriege erinnert.
Die Attacke auf das Denkmal vor der katholischen St.-Alban-Kirche im Stadtteil Bewsey ereignete sich nach Erkenntnissen der Polizei vermutlich am Freitagabend, dem 30. Oktober. Entdeckt wurde die Verwüstung erst am Sonntagmorgen von einem Gemeindemitglied. Der Kopf der Christusfigur war abgeschlagen, der Körper mit grüner und schwarzer Farbe besprüht worden. Auf der Gedenktafel fanden sich zudem Beleidigungen gegen die katholische Kirche und Jesus Christus. Der Täter hatte es also nicht bloß auf irgendeinen Steinblock abgesehen. Hier wurden gezielt christliche Symbole geschändet.
🚨 NEW: Jesus statue decapitated and anti-Christian graffiti sprayed on Warrington war memorial ahead of Remembrance Sunday
— The Mercian (@TheMercianNews) November 2, 2026
• Words scrawled on the memorial's plaque read "no cross s**t".
• Cheshire Police are treating the damage as a hate crime and believe it occurred… pic.twitter.com/CcZbqnpM0y
Pfarrer spricht offen von Christenverfolgung
Pfarrer Canon Christopher Cunningham reagierte entsetzt auf die Zerstörungen. Er bezeichnete den Angriff als einen Akt echter Verfolgung und sprach vom Bösen, mit dem sich Christen heute konfrontiert sehen. Seinen Gemeindemitgliedern rief er zu, zusammenzuhalten und sich nicht einschüchtern zu lassen. Während sich die Gläubigen eigentlich auf die Sonntagsmesse und die bevorstehenden Gedenkfeierlichkeiten vorbereiteten, mussten sie sich mit einem enthaupteten Christus und widerlichen Schmierereien an ihrem Kriegerdenkmal beschäftigen. Ein freiwilliger Helfer entfernte noch am Sonntag die beleidigenden Schriftzüge.
Die katholische Gemeinde von St. Alban besteht bereits seit 1772 und ist die älteste noch bestehende katholische Pfarrei Warringtons. Das Gotteshaus steht sogar unter Denkmalschutz. Hier wurde also nicht nur ein religiöses Symbol angegriffen, sondern auch ein Stück britischer Geschichte. Besonders abstoßend ist dabei die Schändung des Kriegerdenkmals. Denn wer dem gekreuzigten Christus den Kopf abschlägt und die Namen der Gefallenen mit Schmierereien überzieht, zeigt nicht nur Verachtung für den christlichen Glauben, sondern auch für das Andenken der Toten.
ST ALBAN'S CHURCH, WARRINGTON.
— 🤍𝕁𝕆🤍 (@jomickane) November 2, 2026
A Christian memorial has been vandalised and the statue of Jesus appears to have been decapitated.
A disgraceful act of disrespect towards a place of worship and our Christian heritage. pic.twitter.com/mCyFzbKWBv
42-jähriger Verdächtiger in psychiatrischer Einrichtung
Die Polizei von Cheshire ermittelt wegen eines Hassverbrechens. Nachdem zunächst nach einem Mann auf Überwachungsaufnahmen gefahndet worden war, konnten die Ermittler einen 42-jährigen Verdächtigen identifizieren. Dieser wurde inzwischen in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Chief Inspector Joseph McNally erklärte, er hoffe, dass die schnelle Identifizierung des Verdächtigen die aufgebrachten Gemeindemitglieder und Anwohner zumindest etwas beruhigen werde.
Denn am kommenden Sonntag, dem 8. November, begeht Großbritannien den Remembrance Sunday. Landesweit wird dann mit Kranzniederlegungen und Gedenkveranstaltungen an die gefallenen Soldaten erinnert. In Warrington muss man sich stattdessen um die Reparatur eines geschändeten Denkmals kümmern. Eine inzwischen gestartete Spendenaktion soll 5.000 Pfund für die Restaurierung zusammenbringen. Der Initiator Stephen Burke hofft auf die Unterstützung der Bevölkerung. Der christenfeindliche Angriff hat seine Spuren hinterlassen – und für die Reparatur sollen nun ausgerechnet jene Menschen Geld sammeln, deren Glauben und Geschichte verhöhnt wurden.