Inflationsproteste: Auch in Panama gehen die Leute auf die Straße

Bild: freepik / akulininaolga

Die Unzufriedenheit mit den stark steigenden Preisen für Energie und Nahrungsmittel breitet sich auf immer mehr Länder aus. Seit Tagen protestieren nun auch die Menschen in Panama, weil sie sich das Leben nicht mehr leisten können.

Vor rund zwei Wochen begannen die Menschen in Panama wegen der steigenden Kosten für die öffentlichen Verkehrsmittel zu protestieren, die mit Tariferhöhungen versuchen, die steigenden Spritkosten zu kompensieren. Doch mittlerweile breiten sich die Protestaktionen immer weiter aus, weil die Lebenshaltungskosten zu stark in die Höhe schießen. Mittlerweile blockieren die Demonstranten immer wieder die Häfen des Landes sowie wichtige Hauptverkehrsrouten.

Die Bauarbeiter des Landes kündigten an, am Mittwoch einen 24-stündigen Streik auszurufen. Die Gewerkschaften des Panamakanals erklärten sich solidarisch, dürfen aber laut Gesetz nicht selbst streiken. Auch Studenten und verarmte indigene Bevölkerungsgruppen aus dem Westen des Landes haben sich den Protesten angeschlossen. Eine breite Palette an Menschen, die ihrer Unzufriedenheit Ausdruck verleiht.

Präsident Laurentino Cortizo hat zwar am vergangenen Montag erklärt, den Benzinpreis auf 3,95 Dollar pro Gallone (rund 1,04 Dollar pro Liter) für alle Konsumenten festzusetzen, nachdem dies zuerst (seit Mai) nur für den öffentlichen Verkehr galt. Doch die Protestführer wollen eine weitere Senkung um 25 Prozent. Auch für andere Basisprodukte wie Nudeln, Rindfleisch, Speiseöl und Sardinen in Dosen sollen bald Höchstpreise festgesetzt werden, so die Ankündigung des panamaischen Staatschefs. Allerdings könnten solche Preisobergrenzen vor allem dazu führen, dass die entsprechenden Güter in den Regalen knapp werden. Dies sollte eigentlich aus der Geschichte bekannt sein. Und noch mehr: Leere Regale sorgen für einen größeren Unmut als hohe Preise.

Am Dienstag kündigte die Regierung an, dass die öffentlichen Einrichtungen damit beginnen werden, die Gehälter um 10 Prozent zu kürzen und auch andere Ausgaben zu reduzieren. Angesichts dessen, dass die Bevölkerung (und damit auch die Staatsbediensteten) mit stark steigenden Preisen konfrontiert ist, wird dieser Schritt jedoch vor allem nur zu mehr Unmut unter den öffentlich Angestellten – und zu mehr Korruption – führen.

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