Horror-Tornado vor Österreichs Haustür: Südmähren in Schutt und Asche

Symbolbild: Justin1569 at English Wikipedia, CC BY-SA 3.0 , via Wikimedia Commons

Bilder, die man nur aus Hollywood-Streifen oder der amerikanischen Berichterstattung kennt: Ein Tornado verwüstete am Donnerstagabend den Südosten Tschechiens, besonders betroffen: Die Regionen Hodonín und Břeclav in Südmähren, jeweils nur unweit der österreichischen Grenze. 200 Menschen wurden verletzt, laut unterschiedlichen Medienberichten starben zwischen 3 und 5 Menschen. Etwa 60 Menschen werden derzeit stationär behandelt. Der Südosten Tschechiens gleicht einer Schneise der Verwüstung, Gesundheitsminister Adam Vojtech spricht von einer Situation „wie im Krieg“. 

Von Max Bergmann

Der Tornado entstand am frühen Donnerstagabend aus einer massiven Superzelle, die bereits Stunden zuvor für extremen Regen, Überflutungen, Hagel so groß wie Tennisbälle und starke, böenartige Winde sorgte. Häuser wurden abgedeckt, Stromleitungen niedergerissen, die Mobilfunkversorgung fiel teilweise aus, Autos und sogar Busse wurden wie Spielbälle umhergeschleudert, so Angaben des tschechischen Fernsehsenders CT, über die unter anderem die Tagesschau berichtete.

Hunderte Häuser sind derzeit unbewohnbar. Laut dem tschechischen Radio Politik auf Twitter waren landesweit zeitweise bis zu 130.000 Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten, etwa 32.000 davon allein in Südmähren. Die Autobahn D2, die von Brno aus Richtung slowakische und österreichische Grenze führt, war gesperrt. Eine Hochspannungsleitung war auf die Fahrbahn gestürzt. 

„Geblieben sind nur die Mauern, ohne Dach, ohne Fenster“

Die halbe Gemeinde Hrusky mit ihren etwa 1500 Einwohnern sei laut stellvertretendem Bürgermeister dem Erdboden gleichgemacht worden, wie wetteronline.de berichtet. „Geblieben sind nur die Mauern, ohne Dach, ohne Fenster“ sagte er gegenüber der tschechischen Agentur CTK. Die Menschen wurden unvorbereitet getroffen und hätten sich nicht ausreichend schützen können. Auch das Schloß Valtice, das lange Zeit Hauptsitz des Hauses Liechtenstein war und heute Teil des UNESCO Weltkulturerbes ist, wurde schwer beschädigt – ersten Schätzungen nach ist ein Millionenschaden entstanden. 

Gefahr wird unterschätzt – bis zu 500km/h Windgeschwindigkeit

Ein Tornado ist ein schnell rotierender Luftwirbel, auch Windhose genannt. In ihm können Windgeschwindigkeiten von bis zu unglaublichen 500km/h pro Stunde und gewaltige Kräfte entstehen. Tornados entstehen, wenn bodennahe und feuchtwarme Luft sowie trockene, kältere Luft aufeinander treffen und übereinander schichten. Im meteorologischen Fachjargon nennt man diesen Zustand „labil“, weil es durch die Schichtung zu plötzlichen und enormen Luftmassenumwälzungen kommen kann. Die leichtere, feuchtwarme Luft steigt auf, die schwerere, trockenkalte Luft sinkt ab. Es entstehen zunächst teils schwere Gewitter. Tritt auch noch die sogenannte „vertikale Windscherung“ ein (unterschiedliche Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen in der höheren und tieferen Luftschicht) ist eine „Superzelle“ geboren und das Entstehen eines Tornados möglich. Die Intensität und Schwere eines Tornados wird am Grad der Zerstörung und der Windgeschwindigkeiten gemessen – und in den USA im Rahmen der 1971 entwickelten Fujita Skala, in Europa mit der TORRO-Skala klassifiziert.

DWD: Etwa 30-60 Tornados jährlich in Deutschland

Laut Deutschen Wetterdienst entstehen auch in Deutschland etwa 30-60 Tornados pro Jahr, das ist keine Seltenheit. Etwa 10 von ihnen gehen mit erheblichen Zerstörungen, Verletzten und Toten einher. Was viele nicht wissen: Wir leben nahe der europäischen „Tornado-Alley“, vergleichbar mit dem Mittleren Westen der Vereinigten Staaten von Amerika. Dieser Bereich reicht von Südengland über den Norden und Osten Deutschlands bis nach Polen. Insbesondere dieser Bereich ist auf Grund seiner geographischen Lage prädestiniert für die Entstehung von Superzellen und Tornados. Klimawandel Verfechter sehen sich. und ihre politischen Ansichten im vermehrten Auftreten von Tornados eindeutig bestätigt. Experten geben aber auch zu bedenken, dass die Dunkelziffer an Tornados hoch ist, da sie auch auf unbewohntem Gebiet niedergehen, und die gespotteten Tornados durch soziale Medien eine erhöhte Aufmerksamkeit erlangen. 

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