Gutenberg-Studie belegt: Kinder sind keine Infektions-Treiber

Bild: freepik

Nach 9 Monaten intensiver Forschung haben die Wissenschaftler der Gutenberg Covid19-Studie (durchgeführt von der Universitätsmedizin Mainz und der Johannes-Gutenberg-Universität) wichtige neue Erkenntnisse gewonnen – und diese nun veröffentlicht. Die Studie ist mit mehr als 10.000 Teilnehmern die aktuell größte und umfassendste zu SARS-CoV2 in Deutschland. Mit Abstand am Bedeutendsten: Kinder und Jugendliche sind, entgegen der Einschätzung vermeintlicher Regierungsexperten, weder besonders durch Covid19 gefährdet noch Treiber der Pandemie oder gar „Virenschleudern“ – doch das Narrativ hält sich hartnäckig.   

Von Max Bergmann

Infektionen mit dem Coronavirus verlaufen häufig völlig unbemerkt, wie die Studienmacher im Rahmen einer Pressekonferenz mitteilten. Mehr als 42 Prozent aller Betroffenen haben der Studie nach gar keine Symptome und bemerken nicht einmal, dass sie den SARS-CoV2 Erreger in sich tragen, erklärte Prof. Philipp Wild am 07. Juli bei der Vorstellung der Studienergebnisse zusammen mit der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Wild ist Leiter der Klinischen Epidemiologie und hat die Gutenberg Covid19-Studie über den gesamten Zeitraum hinweg engmaschig begleitet. Die Studie untersuchte von Oktober 2020 bis Juni 2021 10.250 Menschen im Alter zwischen 25 und 88 Jahren aus der Stadt Mainz und dem Landkreis Mainz-Bingen. Durch die Auswahl der Teilnehmer ist die wissenschaftliche Arbeit als repräsentativ anzusehen, die Ergebnisse können somit auf die Gesamtgesellschaft übertragen werden. Während der Studie wurden die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Bevölkerungsgesundheit erfasst – jeweils zu zwei Zeitpunkten in zeitlichem Abstand von etwa vier Monaten.

Hohe Dunkelziffer – höher als bisher gedacht, insbesondere unter Älteren

„Menschen mit einem höheren gesellschaftlichen Status wissen dabei häufiger von ihrer Infektion. Sie führen auch häufiger Tests durch.“ so Professor Wild. Gleichzeitig führt der Wissenschaftler an, dass ältere Menschen deutlich öfter ohne Wissen das Virus in sich tragen als Jüngere. In der höchsten untersuchten Altersgruppe 75 – 88 Jahren wussten den Ergebnissen nach etwa zwei Drittel aller Betroffenen nichts von ihrer Corona-Infektion, so Wild in einem Bericht des ZDF heute Magazins. Nach Altersgruppen betrachtet wird erkenntlich, dass sich Jüngere deutlich öfter testen lassen als Ältere ab 65 Jahren. “Jüngere Menschen nehmen mehr am gesellschaftlichen Leben teil und nutzen daher die Tests auch öfter“, so die Schlussfolgerung Wilds. „Zudem sind Ältere als Erste geimpft worden. Menschen mit vollständigem Impfschutz lassen sich seltener testen.“ 

Wichtigste Erkenntnis: Kinder sind weder besonders gefährdet noch gefährlich

Den zugrunde liegenden Daten nach konnte eines der sich am hartnäckigsten haltenden Narrative der vermeintlichen Regierungsexperten endgültig entkräftet werden: Kinder sind keine Superspreader. Um dies zu beweisen wurden 2.200 Personen aus Familien mit Kindern untersucht. „Immer wieder wird spekuliert, dass Kinder die Viren stark verteilen. Sie können den Abstand nicht einhalten oder waschen sich nicht so häufig die Hände. Wir sehen aber insgesamt kein höheres Risiko, sich bei Kindern anzustecken.“ stellt Wild fest. Auch würden Kinder das Virus nicht überdurchschnittlich oft an andere Bewohner desselben Haushalts weitergeben, insgesamt seien Kinder weniger anfällig und von Infektionen betroffen. „Es gibt etwa Fälle, bei denen die Eltern eine Corona-Infektion hatten, ihre Kinder dagegen nicht. Dabei haben Mütter und Väter ihre Kinder auch in den Arm in den Arm genommen oder geküsst.“ Wild führt als Erklärung hierfür die bessere Immunabwehr von Kindern im Vergleich zu Erwachsenen an. 

Neue Erkenntnisse: Schulschließungen und Impfdruck fehl am Platz

Unter diesen Gesichtspunkten erscheint der zunehmende Impfdruck auf Kinder und Jugendliche immer fragwürdiger. Das Aufrechterhalten von Präsenzunterricht und Betreuung in Schulen und Kitas stellt auch mit nicht gegen SARS-CoV2 geimpften Kindern allen vorliegenden Daten nach keinerlei Gefahr dar – weder für die Kinder selbst, noch für Lehrer, Kindergärtner, Betreuer und Eltern. Die Propaganda der „gefährlichen Kinder“ hört indes dennoch nicht auf. Wie die WELT berichtet habe der Humangenetiker Wolfgang Henn vom Deutschen Ethikrat am Montag in der Rheinischen Post gesagt, „dass sie (Anm. d. Red.: die Kinder) das Virus in ihre Familien tragen und Menschen aus Risikogruppen infizieren“. Das Narrativ kann offenbar noch so gut widerlegt sein: Wird es trotzdem immer und immer wiederholt, brennt es sich in den Köpfen der Menschen ein. 

Sozial Benachteiligte besonders oft von Corona betroffen

Ob das Virus sich in einem Haushalt mehr oder weniger verbreitet, ist laut Wild keine Frage des Alters der Bewohner, insbesondere ist es ganz ausdrücklich nicht ausschlaggebend ob Kinder und Jugendliche in derselben Wohnung leben. Entscheidend ist die grundsätzliche Anzahl der zusammenlebenden Personen. Je mehr auf engem Raum, desto größer werde auch das Risiko einer Infektion. Laut Studie sind insbesondere Menschen mit „niedrigem sozioökonomischen Status“ betroffen – weniger gebildete Menschen, ein niedriges Haushaltseinkommen oder Großfamilien, die auf engem Raum zusammenwohnen. Das Ansteckungsrisiko für diese Bevölkerungsgruppe sei der Studie nach um ganze 60 Prozent erhöht, auch dann, wenn sich alle Beteiligten an die AHA-Regeln halten. Wild räumte außerdem mit einem gängigen Stereotyp auf: „Es ist allerdings ein Vorurteil, dass sich diese Gruppe nicht so sehr an die AHA-Regeln halten würde. Nach unseren Daten ist sogar das Gegenteil der Fall“, so Wild. „Diese Menschen waschen sich etwa öfter die Hände und halten auch die Abstände ein.“   

Umdenken gefordert: Neue Erkenntnisse bedeuten neue Verhaltensweisen

Auf Grund der Größe und Komplexität der Gutenberg Covid19 Studie und den vielen neuen Erkenntnissen ist dringend ein möglichst radikales Umdenken unter „Experten“ aber auch in der Bevölkerung gefordert. Es wird immer deutlicher, dass es sich um eine milde Erkrankung handelt. Zuletzt wiederholte auch der viel zitierte Prof. Dr. Christian Drosten von der Berliner Charité dies vor dem Corona Untersuchungsausschuss im Landtag Brandenburg. Bei der als indische Variante bekannt gewordenen Delta-Mutation handelt es sich den Symptomen nach mittlerweile mehr um eine klassische Erkältung als um eine ernstzunehmende Erkrankung. Der Deutschlandfunk stellte fest, dass die bislang für Corona als typisch geltenden Symptome wie Husten, Fieber und Geschmacks- sowie Geruchsverlust im Zusammenhang mit der Delta-Mutation nur noch selten auftreten. 

„Corona wird aus Sicht der Intensivmedizin zu einer normalen Grippe“

Gleichzeitig seien dem Situationsbericht des Robert-Koch-Instituts vom 07. Juli nach bereits 59 Prozent aller bekannten Infektionen auf diese neue, ungefährlichere Variante zurückzuführen, Tendenz weiter steigend. Das Virus verhält sich, wie Viren sich in der Regel verhalten: Sie werden ansteckender, mit dem Ziel mehr Wirte zu infizieren, dabei aber gleichzeitig in der Regel weniger gefährlich. Auch der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte dem Handelsblatt in einem Bericht vom 08. Juli, „Corona wird aus Sicht der Intensivmedizin zu einer normalen Grippe“ – die Bevölkerung täte gut daran, sich mit diesem Fakt so langsam anzufreunden und das panische Verhalten abzulegen. 

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