Die Stimmung kippt – Mainstream-Medium gegen Selenskyj: Berlin ist kein Vorort von Kiew!

Bild: Twitter

Der kritische Beobachter der deutschen Medienlandschaft kommt seit Beginn des Ukraine-Krieges aus dem Staunen kaum heraus: War vormals noch jeder ein Nazi, der deutschen Regierungsnarrativen widersprach, so dürfen tatsächliche Neonazis nun verherrlicht und der Holocaust relativiert werden. Jede Forderung des ukrainischen Präsidenten scheint rechtens, jede Weigerung, dem nachzukommen, geradezu ein Verbrechen an der Menschheit. Die massiv korrupte Ukraine, allen voran ihr Präsident mit dem zweifelhaften Demokratieverständnis, soll das neue Sinnbild “westlicher Werte” sein. Ein peinliches Schauspiel – doch die Stimmung scheint allmählich zu kippen. Zumindest kommen nun auch im Mainstream endlich Gegenstimmen zu Wort.

Am 31. Mai publizierte der Focus einen Gastartikel von Gabor Steingart, der das sich drehende Stimmungsbild aufgriff und offen Kritik an Selenskyj und dessen Gebaren äußerte – nachzulesen hier: “Der Furor des Präsidenten: Selenskyj lebt in der politischen Eindimensionalität

Screenshot Focus (2.6.22)

So ist da zu lesen:

Selenskyj betreibt nichts Geringeres als die Mobilmachung des Westens. Ohne Unterlass fordert er für sein Land neue Milliarden und schwere Waffen. Dabei sind seine Worte die schwerste Waffe, die er in diesem ungleichen Gefecht ins Feld führen kann.

Selenskyj ist drastisch in der Sache und rau im Ton. Er ist vorsätzlich undifferenziert. Und er schießt scharf auf jeden, der seine Meinung nicht teilt. Der Zeitgeist hat in ihm als Poltergeist seinen Auftritt. Er sagt Sätze, die man vor wenigen Monaten noch als Relativierung der Nazi-Zeit angeprangert hätte.

Putin wolle „die Endlösung in Bezug auf die ukrainische Frage“. Putin werde erst aufhören, „wenn er Berlin erreicht hat“. Putin wolle den Genozid. Putin sei schlimmer als Hitler, „denn seine Zielsetzung ist noch perfider als die von Hitler”, sagt der nach Berlin entsandte Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk.

Die Welt teile sich für Selenskyj in Putin-Bekämpfer und Putin-Freunde (etwas, das unter anderem der gemeine deutsche Mainstream-Journalist mit Freude übernommen hat). Putin-Freunde seien dabei auch jene, die auf Entspannungspolitik setzen. Dabei unterschlage Selenskyj freilich, “dass die deutsche Entspannungspolitik in letzter Instanz zum Fall der Mauer, zur Auflösung der Sowjetunion und zur Wiedervereinigung in Deutschland geführt hat”.

War man über Donald Trumps “America First”-Politik hierzulande pikiert, so wird die einseitige und überhebliche “Ukraine First”-Politik Selenksyjs plötzlich gefeiert – doch allmählich drehe sich das Stimmungsbild, so Steingart. Dem Extremismus Selenskyjs (Steingart nennt es Eindimensionalität) müssten Grenzen gesetzt werden: So müsse auch Olaf Scholz gegenüber dem ukrainischen Präsidenten die “realpolitisch gebotene Grenzziehung” vornehmen.

Die Interessen der Ukraine sind eben nicht die Interessen der Deutschen: Die Bundesrepublik unterstützt den Freiheitskampf der bedrängten Ukrainer, aber sie führt keinen Krieg gegen Russland.

Wir können niemals den totalen Krieg wollen, so Steingart. Sein Fazit ist deutlich: Der Realpolitiker dürfe dem ukrainischen Präsident nicht in seiner eifernden Totalität folgen.

Er muss auf seiner Souveränität bestehen. Oder in der gebotenen Deutlichkeit gesagt: Berlin ist kein Vorort von Kiew.

Während sich in der Kommentarspalte des Artikels durchaus diverse empörte Selenskyj-Versteher tummeln, finden sich dort mindestens ebenso viele Danksagungen – auch wenn die geäußerte Kritik des Autors noch als zahm gelten darf. Sehr, sehr viele Bürger haben von den Forderungen Selenskyjs und Melnyks mindestens ebenso sehr die Nase voll wie von den katastrophalen Folgen der westlichen Sanktionen, die die eigenen Bürger um Längen härter treffen als Russland. Ob das nach und nach auch die Mainstream-Journaille verstehen und respektieren wird?

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