Auch bei Flüssiggas profitiert China von den westlichen Sanktionen gegen Russland

Bild: freepik / haritonovstock

Nicht nur russisches Erdöl wird billig an China verkauft, auch in Sachen Flüssiggas (LNG) profitiert das Reich der Mitte von den westlichen Sanktionen. Die chinesischen Werften steigen groß ins LNG-Tanker-Geschäft ein. Europa schafft sich dank der politischen Inkompetenz der eigenen Führungsriege ab und Peking steht als lachender Dritter da.

Mit jedem Monat, der seit der Eskalation des Ukraine-Konflikts durch den Einmarsch russischer Truppen und der Verhängung einer noch nie dagewesenen Sanktionswelle gegen Russland vergeht, kristallisiert sich die ideologisch motivierte Inkompetenz der europäischen Spitzenpolitiker immer weiter heraus. Der suizidale wirtschaftspolitische Kurs der Brüsseler Eurokraten, unterstützt von den meisten nationalen Regierungen, sorgt nicht nur für explodierende Preise bei Energie und Nahrungsmitteln, sondern auch für eine sich akzelerierende Deindustriealisierung des “alten Kontinents”.

Doch wie so oft bei Krisen gibt es nicht nur Verlierer (in diesem Fall die Europäer), sondern auch Gewinner. Aktuell sind dies vor allem die Chinesen – sowie die Inder und die Amerikaner. Im Falle Chinas ist es beispielsweise so, dass das Land nicht nur russisches Erdöl zu absoluten Vorzugspreisen deutlich unter den Marktpreisen erhält, sondern sich auch mit enormen Mengen an Flüssiggas eindeckt.

Aber das ist noch lange nicht alles. Inzwischen bauen die chinesischen Werften auch eine Rekordmenge an LNG-Tankern. Laut einem Reuters-Bericht haben die Werften in diesem Jahr fünfmal mehr Aufträge zum Bau solcher Tankschiffe erhalten als im letzten Jahr – 45 an der Zahl. Der Bestellwert liegt bei rund 9,8 Milliarden Dollar der etwa 60 Milliarden Dollar an globalem Bestellvolumen. Dies entspricht einer Steigerung der globalen Aufträge zum Bau solcher Transportschiffe für Flüssiggas von 9 auf nunmehr fast 30 Prozent aller Aufträge (163 neue LNG-Tanker wurden in diesem Jahr bestellt). Mit ein Grund dafür ist auch der Umstand, dass die südkoreanischen Werften wegen Bestellungen aus Katar voll ausgelastet sind.

Da der Bau von neuen LNG-Tankern teuer ist und üblicherweise mit langfristigen Lieferverträgen einhergeht, darf man davon ausgehen, dass die Gaspreise – vor allem in Europa – anhaltend hoch bleiben werden. LNG via Tankertransport ist eben deutlich teurer als Pipeline-Gas. Dies wird sich auch in den Gaspreisen für die nächsten Jahre widerspiegeln. Keine guten Aussichten also in Bezug auf die Energiepreise…

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