Die Regierungen der USA und Israels wollen vor den anstehenden Wahlen keinen neuen Waffengang. Das Mullah-Regime im Iran steht allerdings mit dem Rücken zur Wand und könnte gerade jetzt um sich schlagen. Die Huthis sind schon von der Leine gelassen. Den Saudis gehen die Abfangraketen aus – und sie könnten in Washington und Jerusalem um militärische Hilfe bitten. Israelische Sicherheitskräfte befürchten außerdem einen Angriff aus dem „Westjordanland“ am Wahltag.
Donald Trump will vor den Zwischenwahlen Anfang November möglichst Ruhe in Nahost. Der Ölpreis soll nicht weiter steigen. Unter anderem deshalb hat man den Diesel-Deal mit Russland abgeschlossen. Gegen den Iran wirkt ohnehin die Blockade der Häfen. Die Mullahs haben seit einigen Wochen kein Erdöl mehr exportiert. Sie stehen ökonomisch mit dem Rücken zur Wand – und das wird auf kurz oder lang auch auf die politische Stabilität des Regimes wirken.
Eskalation zwischen Huthis und Saudis
Genau deshalb, weil sie in die Enge getrieben sind und weil man den Regierungen der USA und Israels vor den anstehenden Wahlen schaden will, könnten die Mullahs gerade jetzt die Eskalation suchen. Sie spielen das vorerst über die Huthis, ihren Proxy, der den westlichen Jemen beherrscht (wir haben berichtet).
Im September haben die Dschihadisten die strategisch wichtige Meerenge Bab al-Mandab erobert. Als die von Saudi-Arabien unterstützten jemenitischen Regierungstruppen in die Gegenoffensive gingen und die Huthis partiell zurückdrängten, eskalierten diese weiter – und zwar mit massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf Saudi-Arabien. Das geschieht sicherlich auf Weisung aus Teheran.
Diese Angriffe richteten sich hauptsächlich gegen zivile Infrastruktur, insbesondere gegen die Ölanlagen der Saudis und gegen den Flughafen von Riad, wo unter anderem Pilger zur heiligen Stätte Mekka betroffen waren. Mohammed bin Salman bin Abdulaziz Al Saud (meist als MBS bezeichnet), seit 2017 Kronprinz und seit 2022 Premierminister Saudi-Arabiens, pendelt angeblich mittlerweile zwischen verschiedenen Bunkern.
Das Problem für Saudi-Arabien ist nun, dass dem Land die Abfangraketen ausgehen (siehe auch hier). Man hat zwar die nötigen Abschussrampen, aber die Munition wird gefährlich knapp. Und im Königspalast wird wohl bitter deutlich, dass der „Mekka-Militärpakt“ mit Pakistan und der Türkei, der erst Anfang August großspurig verkündet wurde, in der harten Realität nichts bringt. Bislang rühren die Pakistanis und Türken keinen Finger, um den Saudis ernsthaft zu helfen.
Iranische Strategie
Die verzweifelten Islam-Faschisten in Teheran versuchen wieder einmal, die Golfnachbarn, diesmal die Saudis, unter Druck zu setzen – damit diese wiederum Druck auf die USA machen und um ein Nachgeben der Supermacht zu erreichen. Diesmal soll das über die Huthis laufen. Den bedrängten Saudis bot der iranische Außenminister „heuchlerisch“ Hilfe in Form einer Vermittlung an. Diese Art der Erpressung hat aber zuletzt nicht funktioniert.
Zwischen Februar und April 2026 hat man es über die VAE probiert. In diesem Zeitraum haben die VAE 500 Raketen und 2000 Drohnen aus dem Iran abgeschossen. Die Emirate sind durch das Iron-Dome-System, das Israel geliefert und installiert hat und das wohl von Israelis bedient wird, relativ gut geschützt. Und die iranischen Angriffe haben die Verbindung der VAE zu Israel, den USA und Indien weiter gestärkt.
2019 allerdings ist eine solche iranische Erpressung aufgegangen. Ölanlagen der Saudis wurden schon damals beschossen. Daraufhin willigten die Saudis ein, einen Waffenstillstand im Jemen abzuschließen. Im März 2023 wurde daraus ein Abkommen zwischen den Saudis und dem Iran (der Iran hat also damals die Front mit den Saudis geschlossen, bevor er seinen Bluthunden der Hamas das Kommando zum Angriff auf Israel gab).
Kriterien für einen israelischen Militärschlag
Die israelische Regierung will im laufenden Wahlkampf keinen neuen Waffengang mit dem Iran. In Israel gibt es aber sicherlich einige politische und militärische Kräfte, die den Machenschaften der iranischen Islam-Faschisten ein für alle Mal ein Ende bereiten wollen. Ob Israel erneut zuschlägt, hängt davon ab, ob es einen passenden Anlass, geeignete Partner und ein politisch passendes Zeitfenster gibt.
Als Anlass sind die Huthi-Attacken auf die Saudis wohl nicht ausreichend. Allerdings bereitet sich der Iran offensichtlich auf neue Kämpfe vor. Es werden die Nuklearanlagen stärker befestigt, loyale Zivilisten in der Handhabung von Boden-Luft-Raketen geschult und Abschussrampen für Raketen (in den letzten Monaten die große Schwachstelle des Iran) eifrig wieder aufgebaut. Das in einem Präventivschlag zu unterbinden, wäre für Israel jedenfalls militärisch sinnvoll.
Was die Partner betrifft, so verlegen die USA aktuell einen weiteren Flugzeugträger in die Region. Es gibt auch Berichte über aktuelle Trainings von israelischen und US-Militärflugzeugen. Über Israel sind offenbar so viele Jets in der Luft unterwegs wie seit Monaten nicht. Und die bedrängten Saudis könnten, anders als früher, einen Militärschlag gegen den Iran wünschen und ihn offen oder verdeckt unterstützen.
Das politische Zeitfenster ist für die USA definitiv nicht gut. Trump will vor den Midterms keine neue Kämpfe. Die israelische Regierung sieht das wohl grundsätzlich auch so. Wenn das politische und militärische Angebot der Saudis sehr gut ist, könnte sich das aber eventuell ändern. Das könnte der Fall sein, wenn der Iran und die Huthis gegenüber den Saudis weiter eskalieren.
Trump hat sich bisher mit Hilfe für die Saudis zurückgehalten – wohl auch, um ihnen deutlich zu machen, dass ihnen Pakistan und die Türkei nichts bringen. Wenn die saudische Führung nun aber endlich zu einer Normalisierung mit Israel (Abraham-Abkommen) bereit ist und sie sich von den islamistischen pakistanischen und türkischen Führungen wieder entfernt, könnten Israel und die USA den Saudis nachhaltiger helfen.
Schauplatz „Westjordanland“
Aber auch in Judäa und Samaria könnte eine Eskalation bevorstehen. Wie wir berichtet haben, hat die „Palästinensische Autonomiebehörde“, geführt von der Fatah, eine starke Streitmacht von 60.000 bis 70.000 Mann aufgebaut. Sie stellt eine strategische Bedrohung für Millionen Israelis im Umkreis von nur 22 Kilometern dar.
Dementsprechend ist Israel aktuell in höchster Alarmbereitschaft wegen eines möglichen iranischen Angriffs am Wahltag, der Benjamin Netanjahu stürzen soll. General Amir Avivi sagt voraus, dass etwas passieren wird. Avivi, Gründer des Israel Defense and Security Forums (IDSF), erläutert in einem neuen Video die Gründe für die hohe Alarmbereitschaft der israelischen Streitkräfte (IDF), des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet und des Mossad. Er geht detailliert auf Irans Interesse an der Beeinflussung der israelischen Wahlen, die Wiederbewaffnung der Hisbollah im Norden, den Wiederaufbau der Hamas und den entscheidenden Unterschied zwischen Anti-Terror-Operationen und einem umfassenden Krieg zur vollständigen Zerschlagung der Palästinensischen Autonomiebehörde ein.