Bedrohte Kriminelle: Deutschlands bekanntester Betrüger-Clan bekommt jetzt Polizeischutz

Symbolbild: KI

Eigentlich sollten kriminelle Clans verfolgt werden, in Deutschland werden sie offenbar stattdessen geschützt: Dieselbe Familie, die seit Jahrzehnten die Justiz beschäftigt, steht nun selbst unter Polizeischutz. Nach zwei Anschlägen auf die Villa des schwerkriminellen Goman-Clans in Leverkusen (NRW) schützt der Staat brav jene, die ihn systematisch belasten und angreifen.

Ein völlig absurdes Schauspiel: Vor der 500-Quadratmeter-Türmchenvilla in Leverkusen-Schlebusch stehen nun Polizisten. Nicht, um Razzien durchzuführen, nicht, um Beschuldigte abzuführen – sondern um die Bewohner zu schützen. Und diese gehören zum Goman-Clan, jener Großfamilie, die seit mehr als drei Jahrzehnten mit Enkeltricks, Schockanrufen, Einbrüchen, Geldwäsche und Sozialbetrug die Justiz beschäftigt und die Steuerzahler belastet. Die Familie Goman ist eine ursprünglich aus Polen stammende Roma-Großfamilie, der allein in Nordrhein-Westfalen rund tausend Personen angehören sollen. Zahlreiche Clan-Mitglieder sollen polizeibekannt sein.

Nach einem Brandanschlag Ende September und dem Ablegen einer Übungshandgranate vor der Haustür Anfang Oktober stehen Familienoberhaupt Jan „Morro“ Goman (72) und mehrere Angehörige unter Polizeischutz. Gegenüber BILD bestätigte der Clan-Boss den Polizeischutz, gab aber an, nicht darum gebeten zu haben – und Angst um sein Leben habe er auch nicht. „Nein, ich habe vor gar keinem Angst, nur vor Gott“, sagte Goman. Und weiter: „Nicht ich, die Polizei hat den Schutz für uns angeordnet, wofür wir sehr dankbar sind. Die Polizisten schauen in einem Zivilfahrzeug bei uns vorbei, vor allem nachts. Die sind sehr nett.“

Zudem erklärte Goman, nicht zu wissen, wer ihm Böses wollen könnte: Er lebe seit rund 40 Jahren in dem Haus und habe niemandem etwas getan. Es gebe „1000 Kriminelle, die klauen und betrügen“ würden. „Aber ich doch nicht!“ Möglichen Angreifern drohte der 72-Jährige: „Ich habe einen Waffenschein und ich habe mehrere Waffen, u. a. eine 9‑mm-Pistole. Sollen die kommen, ich knall’ die ab!“

Den Bürgern ist das schwer vermittelbar: In den sozialen Netzen fragt man sich, wie eine Familie, die den Staat systematisch ausplündert und verhöhnt, nun staatliche Ressourcen zur persönlichen Absicherung zugeteilt bekommen kann. Plötzlich dreht sich alles um die Bedrohung der Täter, nicht um die jahrzehntelange Belastung der Gesellschaft durch sie. Und der Staat springt dann auch noch als Sicherheitsdienst ein?

Dabei wären die eigentlichen Fragen: Warum ist es überhaupt möglich, dass eine Familie über Jahrzehnte hinweg ihren kriminellen Machenschaften nachgehen kann? Warum greifen Vermögenseinziehung, Ausweisung und konsequente Strafverfolgung nicht? Und: Warum müssen Steuerzahler am Ende nicht nur die Schäden der Taten, sondern auch den Personenschutz der Täter finanzieren?

Auf Nachfrage wollte die Polizei Köln den Polizeischutz für den Clan weder bestätigen noch dementieren. Man äußere sich grundsätzlich nicht zu Art und Umfang etwaiger Schutzmaßnahmen.

Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, unterstützen Sie uns bitte mit einer Spende!

Informationen abseits des Mainstreams werden online mehr denn je bekämpft. Um schnell und zensursicher informiert zu bleiben, folgen Sie uns auf Telegram oder abonnieren Sie unseren Newsletter! Wenn Sie mit dafür sorgen möchten, dass unser unabhängiger Journalismus weiterhin eine Gegenstimme zu regierungstreuen und staatlich geförderten Medien bildet, freuen wir uns außerdem sehr über Ihre Unterstützung.

Unterstützen Sie Report24 via Paypal: