Die Wahlparty der Neuköllner Linken bekommt ein weiteres Nachspiel. Zwei Social-Media-Provokateure aus der aus Gaza stammenden Großfamilie Barbakh waren unter den Feiernden und interviewten Politiker der Partei. Angehörige der Familie sind Berliner Ermittlern seit Jahren aus dem radikalen Palästina-Milieu bekannt – wegen gewalttätiger Demonstrationen, Angriffen auf Polizisten und Hamas-Symbolik in sozialen Netzwerken. Damit taucht auf derselben Wahlparty erneut jenes Milieu auf, in dem sich linker Israelhass, palästinensischer Nationalismus und islamistische Akteure begegnen.
Die beiden Männer gehören zum Berliner Zweig der Großfamilie Barbakh aus Khan Yunis im Gazastreifen. Der Tagesspiegel identifizierte sie auf Aufnahmen von der Wahlparty im Ballhaus Rixdorf. Einer von ihnen interviewte dort den Neuköllner Linken-Spitzenkandidaten Ahmed Abed, Kreischefin Jorinde Schulz und den frisch gewählten Bezirksverordneten Basem Said (ja, die Islamisierung der Linken geht unaufhaltsam voran). Abed will mit Unterstützung von Grünen und SPD Bezirksbürgermeister von Neukölln werden. Seine Partei kam bei der Bezirkswahl auf 32 Prozent. Abed will mit Unterstützung von Grünen und SPD Bezirksbürgermeister von Neukölln werden. Seine Partei kam bei der Bezirkswahl auf 32 Prozent. Vor der Kamera des Barbakh-Manns forderte er, dass auf Berlins Straßen ohne Konsequenzen „Freiheit für Palästina“ gerufen werden könne.
Die Islamisten-Freunde der Linken
Der Barbakh-Mann taucht in Berlin seit Jahren bei Anti-Israel-Protesten auf. Auf Bildern aus dem Jahr 2017 posierte er laut Tagesspiegel offenbar im Gazastreifen mit einer AK-47. In sozialen Netzwerken zeigte er Sympathien für die Fatah und deren bewaffnete Al-Aqsa-Märtyrerbrigaden, die während der sogenannten Zweiten Intifada zahlreiche Anschläge verübten. Später filmte er in Berlin immer wieder Anti-Israel-Demonstrationen und Polizeieinsätze. Ermittler schilderten dem Tagesspiegel ein arbeitsteiliges Vorgehen innerhalb der Familie: Während einige Angehörige die Konfrontation mit der Polizei suchten, hielten andere die Szenen mit Kameras fest und verbreiteten sie anschließend über soziale Netzwerke. Stephan Weh, Berliner Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, berichtet zudem von schweren Gewaltausbrüchen und antisemitischen Parolen, bei denen Angehörige der Familie aufgefallen seien.
Im September 2024 war derselbe Hamas-Fan und Israel-Feind mit der Kamera dabei, als der damalige Berliner Kultursenator Joe Chialo bei einer Veranstaltung bedrängt wurde. Aus der Gruppe flog ein Mikrofonständer in seine Richtung und traf eine Frau. Gegen den damals 18-jährigen Helmi Barbakh ermittelte die Polizei anschließend wegen Landfriedensbruchs in Tateinheit mit versuchter gefährlicher Körperverletzung.
Amtsbekannte Gewalttäter und Terror-Unterstützer
Im Februar 2025 rückte die Polizei schließlich direkt gegen Angehörige des Palästinenser-Clans aus. Bei einer Razzia in einem Geschäft an der Sonnenallee waren auch auf Islamismus und Terrorismus spezialisierte Kräfte des Landeskriminalamtes beteiligt. Die B.Z. dokumentierte damals Social-Media-Profile von Familienangehörigen mit roten Hamas-Dreiecken und Sympathiebekundungen für die Kassam-Brigaden, den militärischen Arm der Hamas. Die Polizei traf auch danach immer wieder auf Angehörige des Clans. Im Juli 2025 eskalierte eine nicht angemeldete Palästina-Demonstration am Checkpoint Charlie. Einsatzkräfte wurden mit Eiern und Farbbeuteln beworfen, elf Polizisten verletzt und 48 Strafanzeigen aufgenommen. Mindestens 20 Personen wurden vorübergehend festgenommen, darunter laut B.Z. auch Mohammed Barbakh.
Bei den Sicherheitsbehörden ist die Großfamilie längst bekannt. Ein Staatsschützer sprach 2025 gegenüber der B.Z. von rund 130 Personen im „harten Kern“ und mehr als 400 Polizeivorgängen, überwiegend im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt. Ein damals 17-jähriger Mohammed Barbakh soll zu diesem Zeitpunkt bereits mehr als 50-mal von der Polizei festgenommen worden sein. Im Gazastreifen geriet der Barbakh-Clan 2025 selbst mit der Hamas aneinander. In Berlin verbreiteten einzelne Angehörige dennoch Hamas-Symbolik; Jugendliche aus dem Umfeld bezeichneten sich laut Tagesspiegel als „Al-Kassam-Jugend“.
Die islamistische Unterwanderung
Zurück zur Wahlparty der Linken. Dort interviewte der Barbakh-Mann auch Jorinde Schulz. Die Neuköllner Linken-Chefin verband den Wahlerfolg ihrer Partei vor laufender Kamera mit dem Kampf für ein „freies Palästina“. Basem Said wiederum hatte am Wahlsonntag einen Aufruf aus dem Umfeld der vom Berliner Verfassungsschutz als extremistisch eingestuften Initiative „Palästina spricht“ zu einer „Wahl-Intifada“ verbreitet. Said dankte auf der Feier anschließend auf Arabisch der palästinensischen Gemeinschaft und Migranten, die den Wahlerfolg unterstützt hätten. Damit standen vor der Kamera eines antijüdischen Moslem-Extremisten aus dem Barbakh-Umfeld gleich mehrere führende Köpfe jener Partei, die in Neukölln gerade ihren bislang größten kommunalen Wahlerfolg feierte.
Der zweite Barbakh-Mann filmte auf derselben Feier Ibrahim Ibrahim. Ibrahim tritt in Berlin für die Volksfront zur Befreiung Palästinas, PFLP, auf. Die PFLP steht auf der Terrorliste der Europäischen Union. Der Berliner Verfassungsschutz beschreibt sie als terroristische Organisation und schreibt ihr eine zentrale Rolle in der israelfeindlichen Szene der Hauptstadt zu. Ihre Anhänger treten gemeinsam mit Berliner Hamas-Anhängern unter dem Dach des Vereinigten Palästinensischen Nationalkomitees auf. Und sie nisten sich immer tiefer in den Parteistrukturen der Linken ein.
Die Linke als nützliche Idioten
Der Verfassungsschutz formuliert die politische Schnittstelle ungewöhnlich klar: Der PFLP komme eine „wichtige Scharnierfunktion zwischen islamistischen und säkularen israelfeindlichen Verfassungsfeinden“ zu. Auch 2025 zählte die Behörde das Vereinigte Palästinensische Nationalkomitee zu den prägenden Akteuren einer Szene, in der das Existenzrecht Israels negiert und der Terror der Hamas gefeiert werde. Und an dieser Schnittstelle bewegt sich seit Jahren auch ein Teil der Berliner Linken: gemeinsame Veranstaltungen, politische Kontakte, Wahlmobilisierung und nun erneut Terroristen-Freunde aus diesem Milieu mitten auf einer Wahlparty der Partei. Die Linke avanciert dadurch immer mehr zum nützlichen Idioten dieser islamistischen Unterwanderungsbestrebungen.
Damit geht es längst nicht mehr um ein paar zufällige Partyfotos. Auf derselben Feier treffen Politiker der Neuköllner Linken, Akteure aus dem vom Verfassungsschutz beobachteten Palästina-Milieu und zwei Männer aus einem Hamas-nahen Palästinenser-Clan zusammen, deren Angehörige Berliner Polizei und Staatsschutz aus zahlreichen Einsätzen kennen. Bei so vielen Kontakten, gemeinsamen Auftritten und personellen Überschneidungen wird die Zufalls-Ausrede zur Farce. In Berlin treffen linke Funktionäre, darunter auch moslemische Politiker, auf radikale Palästina-Aktivisten und Akteure aus islamistischen Strukturen: Die einen bieten die politische Bühne und den Zugang, die anderen die Mobilisierung und die Präsenz auf der Straße – verbunden durch eine immer aggressivere Feindschaft gegenüber Israel.
