In Kanada endet inzwischen jedes zwanzigste Leben durch die Giftspritze des Staates. Angehörige in Ontario berichten von einer 83-jährigen Christin, die gegen ihren Willen getötet wurde. Wer Hilfe sucht, bekommt in Kanada mitunter den Tod angeboten.
Ein Kommentar von Chris Veber
Dem geneigten Leser dürfte das Wort „Mitleid“ noch etwas bedeuten. In Kanada hat man daraus eine Behörde gemacht. Medical Assistance in Dying, kurz MAID, klingt nach staatlicher Fürsorge. Die Zahlen belegen eine staatliche Sterbeindustrie. 2024 starben laut dem Jahresbericht von Health Canada 16.499 Menschen durch staatlich organisierte Tötung. Das waren 5,1 Prozent aller Sterbefälle im Land. In Quebec liegt die Quote noch höher, in einzelnen Regionen bereits über zwölf Prozent. Seit der Legalisierung 2016 summiert sich die amtliche Bilanz auf 76.475 Tote. Der natürliche Tod ist in Kanada keine Selbstverständlichkeit mehr. Der Anteil der vom Staat getöteten Menschen steigt stetig.
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Begonnen hat das unter dem ultrawoken Justin Trudeau. Im Juni 2016 verabschiedete das Parlament Bill C-14, eingebracht von Justizministerin Jody Wilson-Raybould, nachdem der Supreme Court in Carter v. Kanada das Euthanasieverbot gekippt hatte. Damals galt noch die Regel, nur Todkranke zu euthanasieren. Fünf Jahre später verräumten dieselben Liberalen auch diese Einschränkung. Bill C-7 vom 17. März 2021 ermöglicht seitdem die staatliche Tötung von Menschen, deren Tod nicht absehbar ist, die aber an einer „schwerwiegenden und unheilbaren“ Erkrankung mit unerträglichem Leiden leiden. Reine psychische Erkrankungen als einziges Leiden sind noch bis März 2027 vom Euthanasieprogramm ausgeschlossen. Was danach kommen wird, ist absehbar.
Im Sommer 2026 landete ein Fall aus Ontario in der internationalen Presse. Brigitte Stegemann, 83, deutsche Herkunft, praktizierende Christin, fortgeschrittener Magenkrebs, lebte im Pflegeheim The Pearl in Cannifton. Ihre Enkelin Brigitte Kranendonk, Inhaberin der Vorsorgevollmacht, berichtet, die Großmutter habe MAID aus Glaubensgründen abgelehnt. Während die Enkelin verreist war, sei das MAID-Verfahren vom Pflegeheim vorangetrieben und die Unterschrift der alten Dame eingeholt worden. Zwei Tage vor dem Todestermin habe die Frau geweint und gesagt, sie habe einen Fehler gemacht. Am 10. Juli, dem Hinrichtungstag, sei sie unansprechbar gewesen, die Nadel mit dem Gift sei mehrfach falsch gesetzt worden, die alte Dame ist blutüberströmt gestorben, die Hände zum Gebet gefaltet.
Die Familie hat das Coroners Office, den Patientenombudsmann und die Polizei von Belleville eingeschaltet. Deren Kriminalabteilung bestätigt eine laufende Untersuchung. Das Heim beruft sich auf die angebliche Zustimmung der alten Dame. Wer in Kanada, eventuell gerade nicht im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte oder unter dem Druck des Pflegepersonals, ein Papier unterschreibt, der wird umgebracht. Ob er will oder nicht.
In dieses abartige Gesamtbild fügen sich die unaufgeforderten Euthanasieangebote an Menschen, die gar nicht sterben wollten. Veterans Affairs Canada berichtet von vier Fällen, in denen ein Mitarbeiter Veteranen unaufgefordert MAID nahelegte, darunter Menschen, die nur eine Rollstuhlrampe wollten, um PTSD-Hilfe oder um Alltagsunterstützung baten. In Vancouver berichtete eine depressive Patientin, man habe ihr im Krankenhaus MAID vorgeschlagen, weil die psychiatrische Warteliste zu lang war.
Von woken Unternehmen wird die Euthanasie beworben und verklärt. Die Modekette Simons veröffentlichte 2022 den Kurzfilm „All Is Beauty“, der den Tod durch den Staat als Akt der Selbstbestimmung feierte, während in demselben Staat die Pflegeplätze fehlen, um alte Menschen würdig zu betreuen.
Für mich ist das das logische Ende der linkswoken Ideologie des Selbsthasses, kombiniert mit dem völligen staatlichen Versagen beim Bereitstellen von medizinischer Versorgung und Pflege. Wer die eigenen Bürger nicht mehr als Quelle des Staatswesens sieht, sondern als unbotmäßige Belastung des Budgets, obendrein wahrscheinlich weiß und rassistisch, der bringt dann eben die Bürger um, weil’s einfacher ist. Ich wage zu behaupten, dass die gleichen Behörden einer indianischstämmigen Kanadierin niemals die Nadel gesetzt hätten. Oder einem eingewanderten Muslim. Das hätte zu Proteststürmen der Wokoharam geführt. Aber eine alte, weiße Christin? Die kann offenbar weg.
