Feuerwehrleute rückten in Ceuta wegen eines Brandes in einem alten Militärtunnel aus – und stießen unter der Erde auf ein verborgenes Migrantenlager. Matratzen, Kleidung, Lebensmittel und persönliche Gegenstände lagen in den Gängen. Bis zu 50 Menschen sollen dort gelebt haben. Die Anlage führt vom Strand von El Sarchal bis unter das Gelände des heutigen Universitätscampus.
Dichter Rauch drang am Donnerstag aus den stillgelegten Militäranlagen am Strand von El Sarchal. Die Feuerwehr rückte an, drang in die Tunnel vor und fand dort ein Lager, das offenbar schon länger genutzt wurde. Verbrannte Matratzen lagen in den Gängen, dazu Stühle, Kleidung, Kochutensilien, Lebensmittelreste und weitere Gegenstände. Laut RTVE dürften dort zwischen 30 und 50 Migranten gelebt haben. Auslöser des Brandes war dem Bericht zufolge eine kleine Kochstelle.
🔴 #URGENTE | Los bomberos de Ceuta hallan asentamientos de inmigrantes en túneles de cientos de metros bajo el campus universitario
— EL ESPAÑOL (@elespanolcom) September 24, 2026
Los ceutíes llevaban semanas sospechando que había inmigrantes en los túneles porque "cada vez había más en los asentamientos de las playas"
✍️… pic.twitter.com/yedxB2Q26w
Alte Militärtunnel als Unterschlupf
Die Gänge stammen noch aus der militärischen Vergangenheit des Geländes. Sie verbinden den Bereich des Strandes von El Sarchal mit dem früheren Standort der Regulares-Gruppe Nr. 54. Dort befindet sich heute der Universitätscampus der Universität Granada. Die Zugänge zu den alten Anlagen waren eigentlich versiegelt. Nach Angaben der Feuerwehr hatten Migranten jedoch eine Mauer aufgebrochen und sich Zugang verschafft.
El Español beschreibt die Zustände im Inneren deutlich drastischer. Neben verbrannten Matratzen und Kleidungsstücken fanden die Einsatzkräfte demnach Essensreste und mit Urin gefüllte Flaschen. In den Tunneln lagen außerdem Schlauchboote und ein Surfbrett. Bewohner der Umgebung hatten bereits seit Wochen vermutet, dass Migranten die unterirdischen Anlagen als Versteck nutzen. An den nahe gelegenen Stränden seien trotz laufender Verlegungen in Aufnahmeeinrichtungen immer wieder neue Gruppen aufgetaucht.
🔴🔴 Descubren un asentamiento de inmigrantes en un antiguo túnel militar subterráneo de Ceuta pic.twitter.com/C0YqUWJEq2
— El Debate (@eldebate_com) September 24, 2026
Die Krise ist noch lange nicht vorbei
Der durch das Feuer ausgelöste Zufallsfund macht wieder einmal deutlich, dass das Migrantenproblem in Ceuta noch lange nicht behoben sein wird. Wo immer sich Platz findet, nisten sich die illegalen Zuwanderer ein – in der Hoffnung, möglichst bald auf das spanische Festland übersetzen zu können. Ob nun in Zeltlagern am Strand oder in den Bergen, oder auch in diesem Fall in alten Militärtunneln, tausende dieser Migranten suchen sich einen Platz zum Bleiben.
Die überforderten Behörden der Stadt erhalten derweil nicht einmal ansatzweise genügend Unterstützung aus Madrid. Die regierenden Sozialisten üben sich lieber in der Verwaltung des Elends, anstatt diese unsäglichen Zustände in der spanischen Exklave endlich zu beheben.
